Bayern-Sieg gegen Dortmund:Götze trifft, das Stadion schweigt

Lesezeit: 4 min

Borussia Dortmund - Bayern München

Sorry, Jungs: Mario Götze verzichtet nach seinem Tor auf große Jubelgesten

(Foto: Federico Gambarini/dpa)

Knapp 70 Minuten leistet Borussia Dortmund gegen den FC Bayern großen Widerstand. Dann trifft ausgerechnet der ehemalige Borusse Mario Götze, am Ende gewinnen die Bayern 3:0. Und die Dortmunder Zuschauer vergessen sogar, ihren Staatsfeind Nummer eins auszupfeifen.

Von Lisa Sonnabend

Als Mario Götze sich in der 55. Minute an der Seitenlinie positionierte und die Stollen kontrollierte, setzte das Pfeifkonzert ein. Der wuselige Mittelfeldspieler lief zum ersten Mal im roten Trikot im Dortmunder Stadion auf, natürlich wurde fortan jeder Ballkontakt von Unmutsbekundungen begleitet. Man hätte Mitleid haben können, auch wenn sich der Bayernspieler durch seinen Vereinswechsel natürlich selbst in die missliche Lage manövriert hatte.

Bedauernswert war die Lage auch für Franck Ribéry, der nach einem Rippenanbruch gar nicht erst nach Westfalen gereist war, auch der frisch operierte Bastian Schweinsteiger blieb nur Zuschauer. Doch im Vergleich zum BVB-Lazarett fielen die Personalnöte der Münchner kaum schlimmer aus als ein leichter Schnupfen.

Jürgen Klopp fehlte beim Bundesliga-Spitzenspiel am Samstagabend die komplette Vierer-Abwehrreihe: Mats Hummels und Marcel Schmelzer hatten sich beim Länderspiel im Wembley-Stadion verletzt, Neven Subotic hatte sich beim letzten Bundesligaspiel gegen Wolfsburg einen Kreuzbandriss zugezogen und Lukasz Piszczek fehlte bereits seit Saisonbeginn. Stattdessen schickte Jürgen Klopp nun den jungen Erik Durm auf den Platz und Manuel Friedrich, der zwar erfahren ist, aber seit Monaten kein einziges Bundesligaspiel mehr absolviert hatte.

Mitleid musste man mit dem BVB dann tatsächlich haben. Die Abwehr hielt zwar ordentlich, doch ausgerechnet Mario Götze erzielte in der 66. Minute ein Tor und bereitete den 3:0-Erfolg der Münchner in einer lange Zeit ausgeglichenen Partie vor. Den zweiten Treffer erzielte Arjen Robben, den dritten Thomas Müller. "Wir sind zufrieden, weil wir gewonnen haben gegen die beste Konter-Mannschaft der Welt", sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola nach dem Spiel.

Zu Beginn leistete sich die erste Unsicherheit überraschenderweise nicht die BVB-Verteidigung, sondern die Abwehr der Bayern. Eine Flanke gelangte zu Robert Lewandowski, der jedoch zu überrascht war und den Ball aus kurzer Distanz über Manuel Neuers Kasten jagte (4.).

Fortan testeten dann erst einmal die Bayern die Stabilität der gegnerischen Abwehr. Die Vorstöße in den BVB-Strafraum blieben jedoch so harmlos, dass sie den Ersatzverteidigern keine Probleme bereiteten. Sogar Marco Reus bewarb sich bei Klopp für die derzeit vakante Position als neuer Abwehrchef und köpfelte einen Eckball von Toni Kroos souverän aus der Gefahrenzone (16.). Als Schwachstelle erwies sich zu Beginn ausgerechnet das gut besetze Dortmunder Mittelfeld. Viele Pässe landeten beim Gegner, wodurch sich Kontermöglichkeiten meist schnell erübrigt hatten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema