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Jahreshauptversammlung des FC Bayern:Auch Rummenigge muss sich Kritik anhören

Rummenigge war übrigens der zweite Haupt-Adressat der Mitglieder-Kritik. Sein Umgang mit Niko Kovac empfanden offenbar viele Bayern-Anhänger als zu hart. Eine Frau empfahl Rummenigge gar eine "Lektion in Menschlichkeit". Als der Ex-Trainer in einem Film zu Hoeneß zu Wort kommt, klatschte die Halle spontan sehr laut. Bei den Fans geht Kovac also im Guten.

Die Skepsis der Anhänger gegenüber Salihamidzic fiel an diesem Abend aber auch deswegen besonders auf, weil der zweite neue Vorstand, Oliver Kahn, bei jeder Erwähnung frenetischst gefeiert wurde. Hoeneß konnte sich irgendwann den Spruch "da hast Du viel Arbeit, um diese Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen" nicht verkneifen. Kahn scheint als rot-weißer Titan bei den Fans den Kredit zu haben, den Salihamidzic immer noch nicht richtig hat. Auch Herbert Hainer, der neue Präsident, der bisher öffentlich nicht groß in Erscheinung trat, wurde von den Mitgliedern sehr freundlich empfangen. Hainer lieferte eine überzeugende Bewerbungsrede ab, bei offiziell über 6000 anwesenden Mitgliedern kassierte er bei seiner Wahl nur 79 Nein-Stimmen.

Vielleicht hat Hoeneß um den schweren Stand von Salihamidzic bei den Fans gewusst, vielleicht rief er deswegen im "Doppelpass" an und vielleicht hatte er einfach nicht den Gedanken gehabt, dass es bei einigen Mitgliedern eher nicht so gut ankommt, wenn man den künftigen Sportvorstand per Telefon in der ehemaligen Weißbierrunde verteidigen muss.

Offenbar haben mehrere Bayern-Fans den Eindruck, dass man das bei einem Oliver Kahn nicht tun müsste. Hoeneß, so viel war klar, ärgerte sich jedenfalls maßlos. Dass einige Mitglieder die Bühne auch nutzten, um den Verein zu einem offeneren Umgang mit Kritik aufzurufen, verfing bei ihm jedenfalls nicht. Hoeneß sagte zum Schluss, er habe sich in der Vergangenheit "präsidial" verhalten müssen und deswegen Rücksicht auf den FC Bayern genommen. Das sei jetzt ja nicht mehr der Fall - insofern wird Hoeneß wohl nicht leise in den Hintergrund treten.

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