Bayern-Sieg in Stuttgart:"Wir werden noch jeden Spieler brauchen"

Als Stimmungsaufheller hätte den Ersatzleuten ein wenig Spielzeit sicher gutgetan, doch der Bayern-Coach hat derzeit eben andere Prioritäten: Er wollte sein A-Team an diesem Abend nicht durcheinanderwürfeln, schließlich seien alle Spieler fit. "Ich sah keine Notwendigkeit, zu wechseln," versicherte Heynckes, "und die Spieler wissen, dass ich auch wieder rotieren werde."

Sammer wurde da schon deutlicher: "Ich will nichts hören, überhaupt gar nichts hören. Das Momentum spricht aktuell für die Spieler, die heute gespielt haben." Weiter sagte er: "Wir werden aber noch jeden Spieler brauchen. Das Momentum spricht gegen diese Spieler, aber sie trainieren gut. Ich möchte überhaupt nicht erleben, dass Egoismen eintreten und völlig unnötigen Diskussionsstoff bringen. Wir lassen noch nicht mal den Ansatz von Egoismen zu."

Gomez und Robben haben es aber auch schwer, Argumente in eigener Sache zu präsentieren. Ihnen werden zwar Woche für Woche herausragende Trainingsleistungen attestiert, doch wirkt eine anständige Übungseinheit ohne Zuschauer eben nicht so nachhaltig wie prägende Momente in aller Öffentlichkeit.

Die präsentieren eben die Konkurrenten: Mandzukic war nach zwei Treffern gegen Fürth diesmal erneut der Eisbrecher nach dem Fauxpas von Molinaro, Thomas Müllers 0:2 auf Pass des Kroaten (72.) tütete den verdienten Bayern-Sieg endgültig ein.

"Wir waren heute geduldig und haben die Fehler von Stuttgart eiskalt genutzt," erklärte Müller, der in dieser Saison schon zehn Tore erzielt hat und seine Position in der ersten Elf gefestigt sieht. "Es läuft gut für mich und natürlich weiß ich noch, wo das Tor steht." So redet einer, der auf der Position rechts außen zurzeit klar vorne liegt im Positionsgerangel mit dem Holländer.

Immerhin gab es an diesem harmonischen Abend auch Verständnis für Robben. "Es ist für alle schwer, die nicht spielen," sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, "klar, dass er nicht zufrieden ist, aber wir werden auch ihn noch brauchen." Eine ernsthafte Debatte scheint es also derzeit wegen unzufriedener Profis noch nicht zu geben.

Und Trainer Heynckes hat auch angekündigt, eine solche Debatte nicht führen zu wollen: "Das müssen sie akzeptieren. Es gibt keine Unruhe - dafür werde ich sorgen." Heißt übersetzt: Schmollend an der Bande stehen, ist erlaubt - mehr aber auch nicht.

© SZ.de/jüsc/ska
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