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Bayern-Erfolg im Regionalliga-Derby:Geistesblitz auf Giesings Höhen

TSV 1860 Muenchen II v FC Bayern Muenchen II - Regionalliga Bayern

Hilfskräfte mussten zwischenzeitlich auch Dinge vom Rasen entfernen, die mit Fußball nur bedingt zu tun haben.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Das Münchner Derby FC Bayern II gegen 1860 II endet mit einem 1:0 für die "Roten".
  • Weil zwischenzeitlich Böller auf dem Spielfeld landen, muss die Partie unterbrochen werden.
  • Die Bayern jubeln über ein schönes Fernschusstor.

Der Stürmer Lukas Görtler verbrachte die letzten Sekunden weitgehend im eigenen Strafraum, für seine Verhältnisse hatte er insgesamt ein unauffälliges Spiel gemacht. Doch er hatte eben diesen einen Moment gehabt, der das Derby entschied. "Ich hatte 75 Minuten kein einziges Mal aufs Tor geschossen. Einmal wollte ich dann schon", sagte der 20-Jährige Bayern-Angreifer später lächelnd.

Den Entschluss hatte er also schon gefasst, als er sich auf der linken Seite freilief. Am Strafraumeck kam der Ball auf ihn zugerollt. Görtler schoss. "Ich habe gespürt, dass ich ihn überragend getroffen habe", sagte er später. 1860-Torwart Michael Netolitzky bekam zwar noch die Hand an den Ball, dieser senkte sich aber trotzdem ins ferne Eck, zum einzigen Tor des Nachmittags. "Dann habe ich alle nur noch schreien hören", erzählte der Torschütze.

Man hätte sich etwas mehr solcher entschlossener Situationen gewünscht in einem Regionalliga-Derby, in dem die meisten Akteure keine Zeit für Geistesblitze hatten, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt waren, möglichst keine Fehler zu machen. So sah Bayerns U23-Trainer Erik ten Hag am Schluss zwar sehr stolz aus, als er seinen Siegtorschützen mit ein paar Schulterklopfern in die Kabine drückte; er war insgesamt auch zufrieden, denn immerhin habe es der FC Bayern nun geschafft, zum ersten Mal seit Bestehen der Regionalliga Bayern beide Derbys in einer Spielzeit zu gewinnen.

Regionalliga Pyro, Böller und ein Traumtor
Bayern-Sieg im Regionalliga-Derby

Pyro, Böller und ein Traumtor

Aufregendes Stadtduell in München: Beim 1:0 der zweiten Mannschaft des FC Bayern gegen die 1860-Reserve kommt es kurzzeitig zu einer Spiel-Unterbrechung - die Bayern siegen durch einen hübschen Fernschuss.

Doch der Holländer merkte hernach auch an, dass vieles nicht so gelaufen war wie geplant. "Ich denke schon, dass die Atmosphäre die Spieler beeinflusst hat. Wir haben vor allem in Ballbesitz nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir hätten das vor allem in der ersten Halbzeit besser machen können."

Trotz des Wetters - Schneetreiben mit längeren Auflockerungen - war die Atmosphäre mal wieder beeindruckend im mit 12 500 Zuschauern ausverkauften Grünwalder Stadion. In den vergangenen Jahren war das Derby zum Münchner Hotspot des ungepflegten Miteinanders verkommen, verglichen damit ging es am Ostermontag fast schon politisch korrekt zu. Neben Pyrotechnik waren diesmal auch feindselige Spruchbänder verboten worden. Das böseste, was es zu lesen gab, hielten Mitte der ersten Halbzeit Bayern-Fans auf der Gegengerade hoch: "Welcher Mythos? Willkommen in der Realität", war dort für die Sechzig-Fans in der Westkurve zu lesen. Vergleichsweise harmlos.