Tennis:Zehn Jahre nach Li Na

Tennis: Zheng Qinwen steht nach ihrem Sieg gegen die Ukrainerin Dajana Jastremska im Finale der Australian Open.

Zheng Qinwen steht nach ihrem Sieg gegen die Ukrainerin Dajana Jastremska im Finale der Australian Open.

(Foto: Alessandra Tarantino/dpa)

Die Chinesin Zheng Qinwen zieht ins Finale der Australian Open ein - und trifft dort auf Titelverteidigerin Aryna Sabalenka, die Coco Gauff in zwei Sätzen besiegt.

Von Barbara Klimke, Melbourne

Am Donnerstag hat der australische Tennisverband eine kleine Feier für Evonne Goolagong Cawley, 72, ausgerichtet, die vor 50 Jahren erstmals in Melbourne triumphiert hatte. Goolagong Cawley, die aus einer Aborigine-Familie der Wiradjuri stammt und sieben Grand-Slam-Titel im Einzel gewann, ist bis heute eine der populärsten ehemaligen Tennisspielerinnen des Landes. Prominenz war angereist, und so konnten die Zuschauer beim anschließenden Frauen-Halbfinale verfolgen, wie Billie Jean King, 80, aus den USA, ebenfalls eine Legende des Sports, bei einem verschlagenen Ball ihrer jungen Landsfrau Coco Gauff die Hände vors Gesicht schlug.

Gauff, 19 Jahre alt, im September noch Siegerin der US Open in New York, verlor in einem mit Spannung erwarteten, hart umkämpften Match 6:7 (2), 4:6 gegen Aryna Sabalenka aus Belarus, die Titelverteidigerin in Melbourne. Den Traum vom zweiten großen Erfolg wird sie noch eine Weile aufschieben müssen.

Sabalenka revanchiert sich für die Finalpleite bei den US Open

Sabalenka, 25, hat Revanche genommen für ihre Finalniederlage gegen Gauff in Flushing Meadows und verteilte anschließend Handküsschen ans Publikum. Sie habe sich nur auf sich selbst besonnen, sagte sie anschließend, und sich darauf vorbereitet, auf jeden Ball eine Antwort zu finden. "Coco ist eine so starke Spielerin. Ich freue mich auf weitere Matches mit ihr in Zukunft", sagte sie nach ihrem siebten Duell.

Sabalenka spielte im Melbourne Park einfach so konzentriert und konsequent weiter wie zuvor. In sechs Matches binnen zwei Wochen hat sie bei den Australian Open bisher keinen Satz abgegeben. Und so gilt sie als Favoritin am Samstag, wenn sie mit Zheng Qinwen, 21, um den riesigen Daphne Akhurst Memorial Cup spielt. Zheng, in Melbourne an Nummer zwölf gesetzt, schlug die Ukrainerin Dajana Jastremska in zwei Sätzen (6:4, 6:4). Zehn Jahre nach dem Titelgewinn von Li Na steht somit wieder eine Chinesin im Endspiel der Australian Open. Zheng erreichte das erste Grand-Slam-Finale ihrer Karriere - und sie hatte einen erfahrenen Ratgeber an ihrer Seite: Der Spanier Pere Riba, ein ehemaliger Profi, hatte im September bei den US-Open noch die Siegerin Coco Gauff betreut.

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