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Arminia Bielefeld:Ein Zweitligist mit Spielidee

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld

Bald Erstligist? Arminia Bielefeld nach der Partie in Stuttgart

(Foto: dpa)
  • Beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart zeigt Arminia Bielefeld, warum der Klub die Überraschungsmannschaft dieser Saison ist.
  • Die Fußballinteressierten solten sich mit dem Gedanken anfreunden, dass der erste Anwärter auf die erste Liga Bielefeld, der bescheidene Wanderer zwischen den Ligen eins, zwei, drei und vier, ist.
  • Zu den Ergebnissen der 2. Liga geht es hier.

Von Christoph Ruf, Stuttgart

Kurz nach 22 Uhr Ortszeit war es, als im Stuttgarter Stadion erstmals eine Umkehr der akustischen Verhältnisse zu beobachten war. Während die Bielefelder Fankurve von Minute zu Minute lauter zu werden schien, verstummten weite Teile des restlichen Stadions. Nach dem Schlusspfiff waren dann sowieso nur noch die etwa 2000 Arminen-Fans zu hören.

Nun wäre solch ein Zuschauerverhalten am Ende des 25. Spieltages unter anderen Umständen wohl ein wenig ungewöhnlich gewesen. Schließlich gab es ja keinen 0:4 -Auswärtssieg zu bestaunen, sondern nur ein schnödes 1:1. Doch der völlig verdiente Zähler für die Bielefelder, der bedeutete eben doch ein bisschen mehr als die Aufstockung des eigenen Punktekontos von 50 auf 51. Er bedeutete zum Beispiel, dass sich die Fußballinteressierten langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden sollten, dass der erste Anwärter auf die erste Liga nicht die üppig finanzierten Vereine aus Hamburg oder Stuttgart sind. Sondern eben Bielefeld, der bescheidene Wanderer zwischen den Ligen eins, zwei und drei, der 2009 letztmals erstklassig kickte.

Ein Auswärtspunkt, der sich feiern lässt wie ein Sieg

Dank der Punkteteilung beim ärgsten Verfolger hat die Arminia nun allerdings neben dem deutlich besseren Torverhältnis immer noch satte sechs Punkte mehr auf dem Konto als der VfB, der - wäre es beim Spielstand geblieben, der bis zur 76. Minute Bestand hatte - auf drei Zähler herangerückt wäre. Da lässt sich so ein Auswärtspunkt schon mal feiern wie ein Sieg. Die Stuttgarter Anhängerschaft beobachtete das derweil nicht ohne Neid. Beim nächsten Heimspiel Anfang April geht es wieder um sehr viel, wenn Anfang April der derzeitige Tabellen-Dritte aus Hamburg vorbeischaut. Aber dann, so Volkes Stimme auf dem Nachhauseweg, "isch ja eh Geischderspiel. Die arme Geischder". Angesichts des sich ausbreitenden Virus könnte das eine treffende Prognose sein.

Während das fast zeitgleich stattfindende Spitzenspiel der zweiten französischen Liga zwischen Lens und Orléans am späten Nachmittag abgesagt worden war, war das Stuttgarter Stadion nicht schlechter gefüllt als an einem ganz normalen Montagsspiel. Über 54 000 Menschen sahen dabei ein Spiel, das für Menschen, die den Strafraum für den eigentlich interessanten Bereich des Spielfeldes halten, eher durchschnittlich unterhaltsam sein mag.

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