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Fernando Alonso in der Formel 1:Der Rentner kehrt zurück

Formel 1: Fernando Alonso feiert seinen ersten WM-Titel 2005

Glanzvolle Zeiten: Fernando Alonso reichte 2005 in Brasilien Platz drei zu seinem ersten WM-Titel in der Formel 1.

(Foto: Motorsport Images/Imago)

Die Formel 1 ist begeistert, dass der charismatische und exzentrische Fernando Alonso sein Comeback bei Renault gibt. Für Sebastian Vettel ist das aber keine schöne Nachricht.

Von Anna Dreher

Fernando Alonso hatte sich entschieden. Die Saison 2018 würde seine letzte in der Formel 1 sein. Was zuvor schon als Gerücht durch das Fahrerlager waberte, bestätigte Alonso im August 2018. Auf Twitter schrieb der Spanier der Rennserie wie seiner großen Liebe: "Wir hatten sehr gute Zeiten, einige unvergessliche - und einige sehr schlechte. Ich habe gesehen, wie du dich verändert hast, manchmal zum Guten, und manchmal meiner Meinung nach zum Schlechten." Er suchte nach Herausforderungen, die ihm die Königsklasse des Motorsports nach 17 Jahren nicht mehr bieten konnte, zumindest nicht ohne wettbewerbsfähiges Auto. Also ging er. Und beschloss zur Sicherheit lieber gleich, dass dieser Abschied ja kein endgültiger sein müsse. "Ich weiß noch nicht, was ich 2020 machen werde. Das Leben ist lang und schön. Die Formel 1 werde ich immer lieben", sagte Alonso. "Also kann ich nicht ausschließen, dass ich als Fahrer, Vater, Weltverbandschef, oder was auch immer, wieder hier sein werde."

Nun ist das Jahr 2020. Und Fernando Alonso wird tatsächlich zurückkehren.

Zwar nicht in dieser Saison, die wegen Corona vergangene Woche in Spielberg verspätet gestartet ist und dort dieses Wochenende auch fortgesetzt wird. Aber 2021. Das gab der französische Rennstall Renault am Mittwoch bekannt, für den der 38-Jährige künftig wieder fährt. 2005 und 2006 war Alonso mit dem Werksteam Weltmeister geworden und hatte damit die Titelserie von Michael Schumacher im Ferrari beendet. Die Entscheidung zu Alonsos Comeback sei, schreibt Renault, "mutig" und "sinnvoll für die Zukunft".

Die künftige Budget-Obergrenze könnte Renault helfen

Mit Alonso will Renault an alte Erfolge anknüpfen, die vor allem mit ihm verbunden sind. Seit der Rückkehr als Werksteam 2016 versucht Renault, neben Mercedes, Ferrari und Red Bull zum Spitzenrennstall zu werden. Das misslang bislang: 2019 wurde man in der Konstrukteurswertung hinter McLaren sogar nur Fünfter. Die künftige Budget-Obergrenze aber könnte helfen.

"Seine Erfahrung und Entschlossenheit wird es uns ermöglichen, aus jedem von uns das Beste rauszuholen", sagte Teamchef Cyril Abiteboul. Alonso wird Nachfolger des Australiers Daniel Ricciardo, der nach zwei Jahren zu McLaren wechselt, dorthin also, wo Alonso seine Karriere 2018 zwischenzeitig beendet hatte. An den 23 Jahre alte Franzose Esteban Ocon, der seit dieser Saison für Renault fährt, soll Alonso seine Erfahrung aus 32 Siegen in 311 Grand Prix weitergeben - und überhaupt sollen alle profitieren. "Er wird auch eine Kultur des Rennfahrens und Gewinnens einbringen, um zusammen Hürden zu meistern", sagte Abiteboul. In der Mitteilung hieß es zudem, Alonso werde dem Einsatz von Renault auf dem höchsten Motorsportlevel "Bedeutung verleihen".

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