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Safari-Tourismus und Ebola:Negativ-Image für ganz Afrika

Thomas Mach von Diamir Reisen sagt: "Bislang können wir die Kunden durch Beratung überzeugen. Aber es ist eine Sensibilität erkennbar, es gibt viel Informationsbedarf." Vieles hängt von der Entwicklung ab. Ury Steinweg, Geschäftsführer bei Gebeco, erkennt im Augenblick noch keine Veränderung im Kundenverhalten.

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"Sollte aber ein Krankheitsfall im südlichen Afrika bekannt werden, könnte der Tourismus ernsthaft Schaden nehmen", sagt er. "Auch von der Dauer der Epidemie ist abhängig, ob sich das Negativ-Image auf das gesamte Afrika-Geschäft auswirkt."

Wenn die Besucherzahlen weiter zurückgehen und der Trend anhält, wird das nicht nur Auswirkungen auf einzelne Reiseveranstalter haben - das Ausbleiben der Touristen wird ganze Volkswirtschaften in Mitleidenschaft ziehen. Tansania, einer der ärmsten Staaten, nimmt durch Reisende, überwiegend Safari-Urlauber, im Jahr 1,8 Milliarden US-Dollar ein. Tourismus ist der Devisenbringer.

Selbst in einer vergleichsweise starken, ausdifferenzierten Volkswirtschaft wie der südafrikanischen trägt der Tourismus zehn Prozent zum Brutto-Inlandsprodukt bei.

"Man darf die Ebola-Epidemie nicht herunterspielen", sagt Michael Merbeck von Abendsonne Afrika. "Und es ist richtig, dass Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, die eine Ausbreitung verhindern helfen." Aus Sicherheitsgründen auf eine Safari zu verzichten ist jedoch in etwa so, als würde man nicht zum Oktoberfest nach München fahren, weil im Osten der Ukraine gekämpft wird.

"Und so günstig wie jetzt kann man in Südafrika wegen des schwachen Rand-Kurses schon seit langem nicht mehr urlauben", wirbt Merbeck.

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