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Klippenspringen in Acapulco:Der erste Sprung nach dem Unfall

Seit einem Unfall vor acht Monaten ist er nicht mehr gesprungen. Was genau passiert ist, weiß er nicht, nur, dass er mit der Brust auf dem Wasser aufschlug und einen Herzstillstand erlitt. Seine Kollegen haben ihn ohnmächtig aus dem Wasser gezogen. Danach lag er acht Tage auf der Intensivstation, drei davon ohne Bewusstsein.

Mexiko Acapulco Klippenspringer, AFP

Wie ein Raubvogel schwebt dieser Springer kurzzeitig über der Quebrada.

(Foto: Foto: AFP)

Am Kassenhäuschen der Clavadistas wird es rummelig. Fliegende Händler bieten T-Shirts, Sombreros, Badetücher und allerlei Souvenirs an. An den Ständen gibt es Getränke und Eis und für den kleinen Hunger zwischendurch perros calientes - Hot Dogs.

Reiseführer in weißen Hosen und knallbunten, sogenannten Acapulco-Hemden karren im Minutentakt Touristen von den Kreuzfahrtschiffen heran, die unten im Hafen vor Anker liegen. 35 Pesos kostet der Eintritt pro Person, rund drei Euro.

Cuadrito stammt aus dem Barrio de la Adovería, einem ehemaligen Fischerviertel, drei Straßenblöcke von der Quebrada entfernt. Fischer waren es der Legende zufolge auch, die den Klippensprung erfanden. Wenn sich ihre Netze im Riff verfingen, sprangen sie in die Schlucht, um sie zu lösen. Später wurde eine Mutprobe für junge Männer daraus.

Die ersten Sprünge von der Spitze des Felsens datieren aus dem Jahr 1934. Die Clavadistas feiern dieses Jahr also ihr 75. Jubiläum. Heute sind sie so etwas wie das touristische Aushängeschild Acapulcos. Das macht Cuadrito stolz. Ebenso stolz ist er auf seine Familientradition.

Sein Vater war auch Klippenspringer. "Er hat die Saat gelegt", wie Cuadrito sagt, "und diese Saat trägt heute Früchte." Außer ihm sind sein Bruder, dessen Tochter und insgesamt acht Neffen bei den Clavadistas aktiv.

Damit stellt die Familie Álvarez die größte Fraktion unter den insgesamt 70 Mitgliedern der Vereinigung der Klippenspringer. Mitglied wird man auf Lebenszeit. Wer nicht mehr aktiv ist, schiebt Dienst an der Kasse, im Büro der Organisation oder verkauft Fotos an Touristen. "Länger als bis Ende 30, Anfang 40 springt kaum einer", sagt Cuadrito. Es gibt Ausnahmen.

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