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Klippenspringen in Acapulco:Männer am Rande des Abgrunds

"Das erste Mal vergisst du nie": Das Klippenspringen in Acapulco ist seit 75 Jahren ein touristisches Spektakel - und auch der Tod sieht zu.

Das erste Mal? "Das vergisst du nie, wie die erste Freundin." Eligio Álvarez lächelt. Er trägt braune Shorts, Badelatschen und ein weißes T-Shirt mit dem Aufdruck "Clavadistas Profesionales de La Quebrada de Acapulco" - professionelle Klippenspringer von La Quebrada in Acapulco. Seine Freunde nennen ihn Cuadrito.

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Die Klippenspringer von Acapulco

Das passt zu seiner Figur: Er ist muskulös und fast so breit wie hoch. Und doch leitet sich der Spitzname von seinem Vater ab, den sie El Cuadro genannt haben.

Da oben, Cuadrito deutet auf ein Felsplateau, von dort ist er gesprungen. Eine blaue Gebetssäule steht darauf, zu Ehren der Jungfrau von Guadelupe, einer Marienerscheinung aus dem 16. Jahrhundert, die in Mexiko als Nationalheilige verehrt wird. Der Felsen fällt senkrecht ab, 35 Meter tief in die Quebrada, eine enge Schlucht.

Unten ist sie nur vier Meter breit. Eine in die Klippen gehauene Treppe führt in weiten Bögen hinunter auf eine Aussichtplattform direkt gegenüber dem Felsen. Cuadrito war vierzehn, als er zum ersten Mal von ganz oben sprang: "Anderthalb, zwei Sekunden ist man in der Luft - das kam mir vor wie eine Ewigkeit. Ich spannte meinen Körper an, tauchte ins Wasser ein. Und als ich wieder hochkam, war ich beschwingt, als hätte ich einen Gipfel erklommen."

Cuadrito sitzt oben auf der Treppe neben einem weißen Kassenhäuschen. Ein Schild informiert über die nächsten Shows der "Todesspringer" - so jedenfalls werden sie in der Reiseliteratur verklärt. Täglich um halb eins mittags sowie abends zwischen halb acht und halb elf jeweils zur halben Stunde stürzen sie sich hinab. Sprünge nach Stundenplan, das sieht geschäftsmäßig aus.

Aber Cuadrito ist nervös. Er wechselt von einem Bein aufs andere.

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