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Flugreisen:Was darf nicht ins Handgepäck?

Gegenstände, die andere Menschen verletzen könnten, sind in der Kabine tabu. Dazu gehören neben Waffen auch Werkzeuge, Messer und Scheren. Die in der EU geltenden Bestimmungen kann man bei der Bundespolizei nachlesen. An vielen Flughäfen sind die Sicherheitsvorgaben sogar noch strenger: Laut EU sind kleine Scheren und Messer mit einer Klingenlänge unter sechs Zentimetern gestattet, am Sicherheitscheck muss aber oft auch die Nagelschere abgegeben werden.

Beschränkungen gelten auch für Flüssigkeiten, Sprays und Gele: Erlaubt sind nur kleine Flaschen mit maximal 100 Millilitern Fassungsvermögen, die wiederum in einen durchsichtigen Plastikbeutel mit einem Liter Inhalt passen. Medikamente, Baby- und Spezialnahrung müssen nicht in die Tüte und dürfen auch in größeren Mengen mitgenommen werden. Wie die übrigen Flüssigkeiten werden sie von den Security-Mitarbeitern gesondert kontrolliert.

Was sollte ins Handgepäck und nicht in den Frachtraum?

Wichtige Medikamente sind am besten im Handgepäck aufgehoben, zumindest der Bedarf für die nächsten Tage, um versorgt zu sein, falls der Koffer verloren geht. Auch Geld und Kreditkarten sind in der Kabine am sichersten, ebenso wertvolle elektronische Geräte, zumindest solange die USA den Laptop-Bann nicht ausweiten. Ein Feuerzeug muss sogar am Körper befördert werden und darf nicht in den Koffer. Erlaubt sind nur Flüssiggas-Feuerzeuge, Benzin- und Sturmfeuerzeuge sind im Flugzeug grundsätzlich verboten.

Wie wird das Handgepäck beim Sicherheits-Check kontrolliert?

Mit Hilfe eines Röntgenscanners wird bei der Sicherheitskontrolle der Kofferinhalt sichtbar gemacht. Für Mitarbeiter und Reisende ist die Strahlenbelastung nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz ungefährlich, weil außerhalb der Geräte "nur ein sehr geringfügiger Anteil messbar ist". Die Scanner liefern zweidimensionale Bilder, mit denen sich nicht alle potenziellen Bedrohungen sichtbar machen lassen. Laptops und Tablets werden deshalb oft noch einmal separat gescannt und einem Wischtest auf Sprengstoff unterzogen. Nicht alles, was gefährlich aussieht, ist es dann tatsächlich auch: Wegen Spielknete im Handgepäck einer Passagierin wurde ein Terminal des Berliner Flughafens Schönefeld kurzfristig gesperrt. Die Masse ähnelte Plastiksprengstoff.

Was ist mit Einkäufen aus dem Duty-Free-Shop?

Eine Flasche Whisky, ein Flakon mit Parfüm: Viele flüssige Mitbringsel aus dem Duty-Free-Shop entsprechen nicht den Handgepäckvorschriften. In den Koffer packen kann man sie aber auch nicht mehr, weil der schon längst eingecheckt ist. Die Tüte mit den Einkäufen darf beim Umsteigen innerhalb der EU trotzdem mit an Bord, sofern sie in einem genormten, durchsichtigen Duty-Free-Beutel transportiert wird, der im Shop versiegelt wurde. Unterwegs schon mal einen Schluck zu nehmen, empfiehlt sich nicht: Der Beutel muss bis zum Ende der letzten Teilstrecke verschlossen bleiben. Beim Umsteigen außerhalb der EU gelten möglicherweise andere Regeln, Reisende informieren sich am besten bei ihrer Fluggesellschaft.

Sind Tiere in der Transportbox auch Handgepäck?

Katzenbox statt Handgepäcktrolley - das geht nicht. Kleine Hunde und Katzen dürfen zwar bei vielen Fluggesellschaften mit in die Kabine, dafür muss aber extra bezahlt werden. Die Preise variieren je nach Strecke und stehen auf den Webseiten der Fluggesellschaften. Voraussetzung für den Transport ist in der Regel eine wasserundurchlässige und bissfeste Box mit Handgepäcksmaßen. Außerdem gibt es Gewichtsgrenzen, bei Lufthansa beispielsweise dürfen Box und Tier maximal acht Kilo wiegen. Der Tiertransport sollte vorab bei der Fluggesellschaft angemeldet werden: Für eine spontane Reise mit Hund wird oft noch ein Aufpreis fällig.

Wie werden Musikinstrumente transportiert?

Mundharmonika und Blockflöte sind kein Problem, aber schon mit einem Gitarrenkoffer kann es am Check-in schwierig werden, weil er größer ist als die zugelassenen Handgepäckmaße. Der Frachtraum ist für viele Musiker keine Alternative: Zu groß ist die Sorge, ihr wertvolles Instrument könnte beschädigt werden. Ihnen bleibt deshalb nichts anderes übrig, als vorab mit der Fluggesellschaft die Transportbedingungen zu klären, denn jede Airline hat ihre eigenen Regeln. Manche akzeptieren nach Voranmeldung auch den Geigenkoffer als Handgepäck oder bieten an, fürs Cello einen eigenen Sitz zu buchen. Eine an den Rat der Europäischen Union gerichtete Petition, die sich für einheitliche Standards in der EU einsetzt, hatte noch keinen Erfolg. Prominente Wortführerin der Initiative ist Popsängerin Katie Melua.

Und wie bekommt man alles hinein in den Handgepäckkoffer?

Eine gute Packtechnik spart Platz: Schuhe kann man mit Socken ausstopfen, T-Shirts und Pullis werden nicht gefaltet, sondern gerollt. Ein Video mit Packtipps sehen Sie hier. Und so manches Teil kann ganz zu Hause bleiben: Einen Fön gibt es im Hotelzimmer und Shampoo und Duschgel kann man auch am Urlaubsort kaufen.

Profis machen sogar mehrwöchige Fernreisen nur mit Handgepäck: Hier, hier und hier zum Beispiel verraten Globetrotter ihre Packliste.

© SZ.de/kaeb/lala
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