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Unvergessliche Flüge:Weniger Handgepäck erlaubt - wegen Gegenwind

Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

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Malaysia Airlines has new owner

Quelle: Fazry Ismail/dpa

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Beinahe-Abstürze, Flugkapitäne im Drogenrausch, randalierende Passagiere oder Mitreisende in Schlangenform - es gibt Flüge, die man so schnell nicht vergisst. Eine Auswahl.

"Tut mir leid, Sie können Ihr Handgepäck leider nicht mit an Bord nehmen - wir erwarten Gegenwind." Diese Ansage klingt nach einem frühen Aprilscherz, das Malaysia-Airlines-Flugpersonal meint sie jedoch ernst. Auf der Strecke nach Europa wehe aktuell ein starker Wind, teilt die Fluggesellschaft mit. In der Economy-Klasse dürften Passagiere deshalb vorübergehend nur sieben Kilo Handgepäck mitführen, in der Business und Ersten Klasse 14 Kilogramm.

Die Kapazitätsgrenze der Flugzeuge sei erreicht, weil die Maschinen aus Sicherheitsgründen bereits eine längere Route als üblich nach Europa flögen. Bei Gegenwind verbrauchen die Maschinen zusätzlichen Kraftstoff. Deshalb habe die Airline beschlossen, vorerst die Gepäckmengen zu reduzieren.

Findige Flugreisende könnten nun auf die Idee kommen, die Reiseführer und Duty-Free-Pralinen im Koffer zu verstauen, doch auch beim regulären Gepäck gibt es Probleme: Koffer könnten zwar eingecheckt werden, so Malaysia Airlines, würden aber mit anderen Flügen transportiert und kämen deshalb später am Zielort an.

Beim nächsten Flug fällt die Besatzung bei der Alkohol-Kontrolle durch.

drink plane

Quelle: catk/photocase.com

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Ein feuchtfröhlicher Abend in geselliger Runde lässt die Belegschaft enger zusammenrücken - und ein gutes Betriebsklima ist schließlich nicht zu überschätzen. Nur blöd, wenn man am nächsten Tag früh wieder raus muss. Noch blöder, wenn man zum Dienstantritt unbedingt wieder nüchtern sein sollte. Beispielsweise, weil man ein Flugzeug sicher starten, fliegen und landen soll.

Am Samstagmorgen hat die Polizei in Oslo eine alkoholisierte Flugzeug-Crew aus einem Urlaubsflieger der lettischen Fluglinie Air Baltic geholt, die nach Kreta fliegen sollte. Der Pilot, der Co-Pilot und zwei Mitglieder der Kabinenbesatzung seien beim Alkohol-Atemtest durchgefallen und festgenommen worden, wie die norwegische Polizei mitteilte. 109 Passagiere mussten fast fünf Stunden warten, bis eine Ersatzcrew organisiert werden konnte. Die vier Crewmitglieder seien vorerst vom Dienst suspendiert, hieß es.

Lediglich ein Mitglied der Kabinenbesatzung hatte keinen auffälligen Wert. Ein anonymer Anrufer hatte die Polizei am frühen Morgen gegen vier Uhr alarmiert. Dass es bei diesen beiden Informationen einen Zusammenhang gibt, ist natürlich eine bloße Unterstellung. Zwei Lehren lassen sich aber auf jeden Fall aus dem Vorfall ziehen: Kurz vor dem Abflug sollte die Bloody Mary lieber in der Virgin-Variante genossen werden. Und im Job sollte man häufiger auf die Spaßbremsen hören.

Beim nächsten Flug denken die Passagiere, sie hätten ein Ticket nach Paris gebucht - dabei geht der Trip direkt in Richtung Odyssee.

A380, Air France

Quelle: dpa

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Wer einen Flug von New York nach Paris bucht, denkt nicht an Manchester. Oder nur dann, wenn er sich am Flughafen ebendieser Stadt wiederfindet - und von der Crew erfährt, dass der Flug hier endet. Diese Überraschung erlebten Passagiere einer Air-France-Maschine vergangenen Februar. Für manche war es, wie sie später auf Twitter schimpften, nicht das Ende, sondern der Beginn des "schlimmsten Flugerlebnisses ihres Lebens".

Schneefall hatte den pünktlichen Abflug von Flug AF007 vom John F. Kennedy Airport unmöglich gemacht. Als die Maschine endlich über dem Atlantik war, hatte sie eine Verspätung von sechs Stunden. Mit anderen Worten: Als Land in Sicht kam, war die Crew schon länger im Dienst, als die EU-Arbeitszeitregelung erlaubt. Wie die Airline mittlerweile bestätigte, wurde deshalb als Notlösung das nahe Manchester angeflogen. Air France wies darauf hin, dass diese Regelung der Sicherheit der Passagiere diene und nicht dem Komfort der Besatzung.

So weit, so gut, doch wie die britische Medien berichten, sank die Stimmung der Reisenden erst nach der Landung um 11 Uhr wirklich auf ihren Tiefpunkt. Denn sie saßen stundenlang in der Maschine fest. Ohne Essen, zwischen weinenden Kindern und völlig entnervten Sitznachbarn. Die Passagiere hätten erst gegen 18 Uhr die Maschine verlassen dürfen, so die Daily Mail. Ein Problem kommt selten allein: Der direkte Weiterflug mit einer neuen Crew war inzwischen wegen Problemen mit dem Kabinendruck beim Riesenflieger Airbus A380 unmöglich.

Das Umsteigen wiederum wurde für die Reisenden zur Odyssee - manchen mussten zwölf Stunden auf einen Alternativflug warten. Ein Dutzend britische Passagiere, für die die Zwischenlandung ein Glücksfall hätte sein können, durfte zwar nach stundenlangen Querelen direkt in Manchester auschecken - allerdings teils ohne Gepäck. Die übrigen Passagiere wurden schließlich mit anderen Maschinen nach Paris gebracht. Air France kündigte an, den Passagieren eine Entschädigung zu zahlen. Wozu sie übrigens sowieso verpflichtet wäre, auch dank EU-Recht.

Beim nächsten unvergesslichen Flug dreht sich alles um Wodka ...

Wodka Flaschen

Quelle: AFP

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Flugbegleiter lieben Passagiere, die einsteigen, ihr Gepäck fast ohne Hilfe verstauen, höflich Bitte und Danke sagen und sich ansonsten ruhig verhalten. Zu diesen Passagieren gehörte der Kläger nicht. Er hatte einen Flug nach Riga und weiter nach Tel Aviv gebucht. Schon bald nach dem Start geriet er mit dem Personal aneinander - die Kabinencrew sieht es wirklich nicht gerne, wenn sich Gäste ungefragt umsetzen. Seinen Frust über den Zwist konnte der Passagier dann noch nicht einmal herunterspülen: Auch das Leeren der eigens im Duty-Free-Shop gekauften Wodkaflasche wollten ihm die Stewardessen verbieten. Als er später dennoch zur Flasche griff, versuchte eine Flugbegleiterin, ihm den Wodka zu entwinden, was zum Gerangel ausartete.

Nun reichte es dem Kapitän: Er meldete den Vorfall der Polizei in Riga. Der renitente Passagier landete auf dem Revier und verpasste nicht nur seinen Anschlussflug - er sei zudem nicht korrekt behandelt worden, klagt er später. Nicht einmal Essen habe man ihm gebracht. So forderte er vor dem Amtsgericht Wedding 520 Euro für ein Ersatzticket nach Israel sowie Schmerzensgeld wegen der Erlebnisse auf der Polizeiwache. Doch vom Richter lernte der Widerspenstige: Grundsätzlich habe der Kläger an Bord die Anweisungen der Besatzung zu befolgen. Der Pilot übe luftpolizeiliche Hoheitsgewalt aus und dürfe deshalb Reisende vom Weiterflug ausschließen, wenn diese betrunken sind. Und für die Behandlung auf dem Revier könne die Airline nun wirklich nichts.

Vor dem Start des nächsten Fluges in den USA wundern sich die Passagiere, als eine Frau mit einem großen Tier über der Schulter an Bord kommt. Bald ist ihnen klar: Die Sache stinkt ...

SZ.de/kaeb/dpa/ Az.: 18 C 181/13

General Views Of Pig Farming At A Lehmann Bros. Farm LLC

Quelle: Daniel Acker/Bloomberg

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Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn das Schwein so klein und süß gewesen wäre wie die Ferkel im Bild. Oder zumindest so klein. Oder wenigstens stubenrein. Vielleicht war das Tier einfach überfordert, die Umgebung kannte es auch nicht und zu allem Überfluss war Frauchen ein reines Nervenbündel. Da kann schon mal was danebengehen.

Das Hängebauchschwein setzte also in seiner Aufregung einen Haufen ab, einen stinkenden. Und das im engen Gang eines Flugzeugs der US Airways. Die Passagiere trauten ihren Augen nicht, doch ihre Nasen bestätigten: Dieses Tier war wirklich ein Schwein, ein Ferkel noch dazu.

Zuvor hatten die Gäste am Bradley International Airport in Connecticut noch gerätselt, was die Frau bei dem Flug frühmorgens mit an Bord brachte: Hatte sie ein Stofftier oder einen besonders großen Hund geschultert? "Denn wo außer in einem Fellini-Film sieht man jemanden mit einem Schwein?", fragte Mitpassagier Robert Phelps den Nachrichtensender CNN (wohl rein rhetorisch).

Als die Frau ihr Hängebauchschwein absetzte, ließ auch dieses einiges fallen und hörte nicht auf zu quieken, als Frauchen die (Geruchs-)Spuren beseitigen wollte. Dass sie das arme Tier dabei als Trottel beschimpfte, machte die Sache nicht besser. Das Kabinenpersonal bat die Frau mitsamt Schwein, das Fliegen besser zu lassen - jedenfalls an diesem Tag und mit dieser Maschine.

Dass das Tier überhaupt mit an Bord durfte, ist nach US-Flugrichtlinien tatsächlich erlaubt: Die Besitzerin berief sich darauf, dass sie es dringend als "emotionale Stütze" während des Fluges benötigte. Am Ende war aber nicht nur die Frau, sondern auch das Schwein mit den Nerven am Ende - und einige andere Passagiere wohl auch. Dabei hatte das Flugzeug noch nicht einmal abgehoben.

Beim nächsten Flug ist das Flugzeug in Igarka nördlich des Polarkreises festgefroren und kann nicht auf die Startbahn geschleppt werden - doch echte Russen fliegen trotzdem!

SZ.de/kaeb/dpa

Flugzeug im Schnee

Quelle: chalabala - Fotolia

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Nur Nervenstarke steigen in Russland in ein Flugzeug? Wer das für ein Vorurteil hält, wird eines Besseren belehrt: Während auf anderen Airports in der Welt die Flugzeuge Zwangspause machen müssen, wenn die Kälte sie lahmlegt (wie die Maschine im Bild), fliegt man in Russland trotzdem. Der Schleppdienst kann das Flugzeug nicht auf die Startbahn bugsieren? Kein Problem, zumindest nicht auf dem Flugplatz im sibirischen Igarka.

Zwar stiegen auch hier die Passagiere aus - aber nicht, um schimpfend und fluchend auf besseres Wetter zu warten. Sondern um bei etwa minus 40 Grad Celsius selbst Hand anzulegen. Etwa zwanzig Männer schoben die Tupolew 134 einfach selbst an den Tragflächen auf die - natürlich ebenfalls vereiste - Startbahn. Und das alles nicht vor Flugangst schlotternd, sondern höchst vergnügt im Schein der untergehenden Sonne (hier das Video zur Anschubhilfe). Das Flugzeug erreichte mit seinen 81 Passagieren das drei Stunden entfernte Ziel Krasnojarsk ohne große Verspätung. Die regionale Fluggesellschaft widersprach schleunigst den Vorwürfen, das Bremssystem sei eingefroren gewesen. Die russische Generalstaatsanwaltschaft findet das Manöver nämlich weniger lustig und prüft, ob gegen Wartungsvorschriften verstoßen wurde.

Auf dem nächsten Flug herrscht hitzige statt eisige Stimmung - wegen der Rückenlehne ...

SZ.de/kaeb/dpa/AFP

Sitzplatz Flugzeug Ticketpreise

Quelle: Bergringfoto - Fotolia

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Den eigenen Platz zu verteidigen - im Flugzeug gehört das oft einfach dazu. Nun scheint sich aber ein neuer Trend abzuzeichnen über den Wolken, und zwar der, im Zweifelsfall alle Passagiere am eigenen Unbehagen teilhaben zu lassen und eine Zwischenlandung herbeizuführen.

Unglaubliche drei Mal ging nun eine entsprechende Nachricht um die Welt. Der jüngste Zwischenfall: Auf einer Verbindung von New York nach West Palm Beach in Florida stieß sich eine 32-jährige Reisende nach Angaben der Fluggesellschaft Delta den Kopf, als ihr Vordermann die Lehne zurückklappte, während sie auf dem ausgeklappten Tisch schlief. Die junge Frau, die nach eigenen Angaben durch den erst kurz zurückliegenden Tod ihrer beiden Hunde ohnehin stark mitgenommen war, regte sich darüber so sehr auf, dass sich der Pilot zu einer Zwischenlandung in Jacksonville im Norden Floridas entschied. Augenzeugen zufolge hatte die fluchende Reisende darum lautstark gebeten.

Das kommt Ihnen bekannt vor? Vielleicht wegen dieser beiden Fälle, über die in den vergangenen Tagen zu berichten war. Einmal echauffierte sich auf einem American-Airlines-Flug von Miami nach Paris ein 61-jähriger Franzose über die zurückgeklappte Rückenlehne seines Vordermanns so sehr, dass er nach der folgenden Zwischenlandung in Boston von der Polizei empfangen wurde.

Und auf einem United-Airlines-Flug zwischen Newark im US-Bundesstaat New Jersey und Denver, Colorado, wählte ein Pilot einen Notstopp in Chicago als Ausweg. Auslöser in diesem Fall: der Konflikt um einen "Knee Defender". Dieses so kleine wie ausgeklügelte Gerät wird an den Klapptisch-Scharnieren des Vordersitzes befestigt. Zwei Klammern verhindern sodann, dass dieser in Rückenlage gebracht werden kann. Alle US-Fluglinien haben derlei Knie-Verteidigung an Bord ihrer Maschinen untersagt - was einen Eklat zwischen den Reisenden in diesem Fall nicht verhindern konnte.

SZ.de/AP/AFP/sks/ihe/cag

Beim nächsten Flug waren mit "Ratten der Lüfte" ausnahmsweise keine Tauben gemeint ...

Ratte

Quelle: usbfco - Fotolia.com

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"Schaut, es ist Rémy von Ratatouille!" Kinder, so war kürzlich zu lesen, reagieren dank des Kinofilms über die kochwütige und äußerst sympathische Ratte Rémy momentan "fast liebevoll" auf die Nagerplage in Paris. Weniger angetan sind die Erwachsenen - und auch in Indien hielt sich die Begeisterung in Grenzen, als sich ausgerechnet an Bord eines Flugzeuges Ratten tummelten. Einem Bericht der Zeitung Times of India zufolge entdeckten Crewmitglieder, wie zahlreiche Nager durch einen Airbus A 321 der Air India flitzten, als dieser in Neu Delhi landete.

Die Tiere seien wahrscheinlich in Catering-Wagen an Bord der Maschine gelangt. Ein Pilot sagte dem Blatt, Ratten an Bord könnten äußerst gefährlich werden, wenn sie die Kabel der elektronischen Flugsteuerung anfressen und die Maschine dadurch unsteuerbar wird. Doch normalerweise seien die Tiere völlig damit beschäftigt, all die Krümel zu fressen, die die Passagiere auf den Kabinenboden fallen lassen. Die Maschine wurde ausgeräuchert, sobald alle Passagiere ausgestiegen waren. Vielleicht waren da aber auch schon alle Ratten von Bord.

Beim nächsten Flug zeigte sich ein Pilot überraschend großzügig ...

Pizzakartons

Quelle: codswollop / photocase.com

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No frills, zu deutsch: keine Extras. Dies ist das Konzept vieler Billigfluglinien weltweit. Das bedeutet, dass Passagiere Speisen und Getränke an Bord extra zahlen müssen. Entertainmentsysteme gibt es meistens auch nicht und wenn die Maschine zu spät abhebt oder gar an einem Flughafen festsitzt, müssen die Passagiere Hunger und Langeweile ertragen. Da kann es schon mal zu spontanen Aufständen der Fluggäste kommen, wie beim irischen Anbieter Ryanair.

Doch mit diesem Piloten sollte das nicht passieren, obwohl auch er für eine Billigairline im Cockpit sitzt: Der Kapitän der US-amerikanischen Frontier Airlines hat die Null-Service-Politik seines Arbeitgebers subversiv unterlaufen. Als sein Flugzeug wegen schlechten Wetters in Cheyenne im Bundesstaat Wyoming stundenlang warten musste, ließ er seine hungrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder nicht länger hungern - und bestellte Pizza. "Meine Damen und Herren, Frontier Airlines ist bekannt als eine der billigsten Fluglinien der USA, doch Ihr Kapitän ist nicht geizig", sagte er durch.

Manager Andy Ritchie vom Pizzadienst Domino's berichtete, wie er um 22.30 Uhr die ungewöhnliche Bestellung für 160 Flugzeuginsassen entgegennahm. Mit zwei Mitarbeitern habe er daraufhin 35 Riesen-Pizzen gebacken und zum Haupteingang des Airports gebracht, wo ein Flughafenvertreter sie in Empfang genommen und zum wartenden Flugzeug gebracht habe. Der Pilot habe mit Kreditkarte bezahlt.

Beim nächsten Flug machte sich die Rutsche an Bord breit - ganz ohne Not ...

SZ.de/olkl

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Quelle: AP

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Plötzlich Kansas: Anstatt in Kalifornien fanden sich die 96 Passagiere eines United-Airlines-Flugs in Wichita wieder. Und waren trotzdem erleichtert. Während des Flugs, der in Chicago begonnen hatte, war es im hinteren Teil der Maschine nämlich unvermutet eng geworden. Sehr eng.

Er habe ein leises Ploppen gehört und dann ein Zischen, erzählte einer der Passagiere nach der Notlandung dem örtlichen Sender KWCH12. Wie sich herausstellte, kamen diese Geräusche von einer Notrutsche, die sich plötzlich von selbst aufpumpte. Bald füllte sie den Gang aus. "Nach ein paar Momenten der Panik" fassten sich die Reisenden dem Bericht zufolge wieder.

Die Crew habe schnell eine Zwischenlandung in Wichita in die Wege geleitet. Ein Experte erklärte der L.A. Times, es habe zu keinem Zeitpunkt echte Gefahr bestanden, dass die Rutsche die Maschine ernsthaft beschädigen oder gar eine Türe aufsprengen würde. Sehr wohl hätte die Rutsche jedoch Passagiere verletzen oder einklemmen können. Da diese zum fraglichen Zeitpunkt aber auf ihren Plätzen saßen, konnten alle das Flugzeug wohlbehalten verlassen. Die Ursache der Fehlfunktion ist bislang ungeklärt.

Kurz nach der Zwischenlandung konnten einige den Vorfall aber schon mit Humor nehmen. Sie habe sich über den Piloten amüsiert, erklärte eine Passagierin: Der habe beim Anblick der Rutsche nur den Kopf geschüttelt, sein Kommentar: "Holy Shmoley" ("Heiliger Bimbam").

Auf dem nächsten Flug war der Pilot selbst das Problem - beziehungsweise seine plötzliche Ohnmacht ...

SZ.de/ihe

Cessna 172 über Regionalflughafen in den USA

Quelle: AP

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Es ist eine Horrorvorstellung nicht nur für flugängstliche Passagiere: Über den Wolken wird der Pilot ohnmächtig. Eine noch schrecklichere Vorstellung ist es, wenn man in diesem Fall nicht in einer Passagiermaschine mit zwei Piloten sitzt. Sondern in einer kleinen Cessna für Rundflüge über das australische Hinterland. Für einen jungen Mann wurde dieses Szenario real.

Glück im Unglück: Der 19-Jährige war schon öfter mit dem 61-jährigen Piloten, einem Freund der Familie, in die Luft gegangen. Und dieser hatte ihn ab und zu ein Stück weit fliegen lassen.

Zehn Minuten Flugzeit waren es noch bis zum Flugplatz in Forbes, New South Wales, als der Pilot das Bewusstsein verlor. "Ich hatte ganz schön Angst", berichtete der 19-Jährige. Er traute es sich zu, die Höhe zu halten, "aber bei der Sache mit der Landung war ich mir nicht so sicher". Er hatte zwar schon mal eine Maschine auf den Boden gebracht, aber nur unter genauester Anweisung des Familienfreundes. So kreiste er eine Dreiviertelstunde über Forbes, Sprit und Zeit wurden knapp.

Dabei stand ihm ein anderer Pilot bei, der seine Hilferufe über Funk gehört hatte: Er flog mit seinem Kleinflugzeug neben der Cessna, beriet und beruhigte den 19-Jährigen. Dieser hatte abermals Glück: Kurz bevor er zum riskanten Alleingang gezwungen war, kam der Pilot soweit zu sich, dass sie die Cessna gemeinsam landen konnten.

Auf dem nächsten Flug sorgte eine Schlange für Unruhe und Verzögerung - dabei war sie gar nicht wirklich an Bord ...

Im Bild: eine Cessna 172 über einem US-Regionalflughafen

Mandarin Rat Snake

Quelle: AFP/Australian Government Department of Agriculture

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Sie war noch klein, nicht größer als ein Bleistift. Trotzdem erregte sie enorme Aufmerksamkeit, was nicht an ihrem spektakulären Rückenmuster lag. Die zarte Mandarin-Natter war zur falschen Zeit am völlig falschem Ort: an Bord einer Qantas-Maschine auf dem Flughafen in Sydney.

Gerade sollten die 370 Passagiere nach Tokyo einsteigen, da entdeckte das Personal die 20 Zentimeter lange Schlange nahe der Eingangstür und nahm den blinden Passagier in Gewahrsam. Trotzdem durften die Fluggäste nicht an Bord. Denn wer sagte, dass die Schlange allein verreisen wollte?

So mussten die Menschen eine Nacht in einem Hotel in Sydney verbringen, bevor sie in einer anderen Maschine nach Japan reisen konnten. Die Boeing 747 aber wurde vorsichtshalber ausgeräuchert. Die in Asien weit verbreitete Mandarin-Natter überlebte den Ausflug nach Sydney auch nicht: Sie wurde getötet, damit sie keine Krankheiten auf den australischen Kontinent einschleppen konnte, berichtet der Guardian.

Schon Anfang des Jahres hatte eine weitaus größere Schlange, eine drei Meter lange Python, ihr Leben auf einem Qantas-Flug gelassen - allerdings ohne menschliches Zutun. Die Python hatte wohl am Flughafen in Cairns ein gemütliches Plätzchen für die Nacht gesucht. Ein fataler Irrtum: Sie verkroch sich in einem Hohlraum im Flugzeugflügel. Während des Inlandfluges beobachteten die Passagiere, wie die nun eingeklemmte Schlange zur Hälfte aus ihrem Versteck in der Tragfläche gesogen wurde. Hilflos schleuderte der Schwanz des Tieres gegen die Triebwerke. Am Ziel war die riesige Schlange tot.

Auf dem nächsten Flug irrt ein Cricket-Nationalspieler orientierungslos, da betrunken, durchs Flugzeug. Endlich findet er eine Tür. Und macht sich daran, sie zu öffnen.

Flugzeug Erlebnisse mit Passagieren

Quelle: Steve Mann/Fotolia

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Ich wollte wirklich nur auf die Toilette, beteuerte ein Cricketspieler - und hatte Glück: Die Crew glaubte ihm. Und fesselte ihn weder an seinen Sitz, noch übergab sie ihn der Polizei. Was war geschehen?

Auf dem Flug von der Karibikinsel St. Lucia nach London eilte der Nationalspieler orientierungslos, da betrunken, durch die Reihen. Er war in höchster Not, verzweifelt rüttelte er an einer Tür. Unter den anderen Passagieren brach Panik aus, denn es war eindeutig nicht die Toilettentür, die der Mann in elf Kilometern Höhe aufzustemmen versuchte, wie die Daily Mail berichtet. Die Besatzung der British Airways konnte den Sportler schließlich überzeugen, dass er nicht wirklich diese Tür öffnen wollte. Für die Passagiere habe keine Gefahr bestanden, versicherte die Airline: Während des Fluges sei die Kabinentür unmöglich aufzubekommen, auch nicht von einem Cricketspieler.

Gänzlich ungeschoren kommt der reumütige Sportler jedoch nicht davon: Der Cricketverband Sri Lankas findet das alles gar nicht komisch und kündigte disziplinarische Maßnahmen an.

Der nächste Flug konnte erst gar nicht abheben - es waren zu viele Männer an Bord ...

Süddeutsche.de/kaeb/AFP

Easyjet Überladen Passagiere zu schwer

Quelle: Bloomberg

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"Tut mir leid, Sie können nicht starten - es sind zu viele Männer an Bord." Die 135 Männer und 19 Frauen, die mit Easyjet zum Skiurlaub von Liverpool nach Genf fliegen wollten, glaubten wohl, sich verhört zu haben. Hatten sie aber nicht. Der Männerüberschuss machte das Abheben unmöglich.

Bevor einer der Passagiere "Diskriminierung!" rufen konnte, erfuhren sie den Grund: Das Flugzeug war sowieso schon mit Skigepäck überlastet und mit den vielen Männern einfach zu schwer, und zwar eine Tonne. Denn in Europa werden Männer mit einem Durchschnittsgewicht von 88 Kilogramm veranschlagt, Frauen mit 70 Kilogramm - wobei die Airlines eine etwas ausgewogenere Geschlechterverteilung voraussetzen. Das ging diesmal schief.

Eine halbe Stunde später konnte das Flugzeug doch noch starten: Vier Passagiere ließen sich finanziell entschädigen und nahmen eine spätere Maschine. In dieser waren die Geschlechter offenbar gleichmäßiger verteilt.

"Voll in der Luft", das erlebten auch Passagiere im nächsten Fall - allerdings im übertragenen Sinn ...

Süddeutsche.de/dpa/kaeb/tob

drink plane

Quelle: catk/photocase.com

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Einen Jahreswechsel anderer Art erlebten zwei Britinnen: Die beiden Frauen mussten britischen Zeitungen zufolge die Nacht in der Ausnüchterungszelle in Lyon, bevor sie nach Großbritannien zurückgeschickt wurden. Eigentlich wollten sie jedoch nach Tunesien. Aber die beiden waren auf dem Flug von London Gatwick nach Tunis so betrunken, dass die Maschine in Lyon zwischenlanden musste. Das teilten die Fluggesellschaft British Airways und der französische Flughafen mit. Demnach versuchten die beiden 43 und 50 Jahre alten Frauen ins Cockpit vorzudringen und belästigten Mitglieder der Crew. Laut der Aussage eines Passagiers sollen sie einer Flugbegleiterin sogar damit gedroht haben, ihre Familie ausfindig zu machen und zu töten, wie die Daily Mail berichtet. Sie wurden nach Angaben des Flughafens Saint-Exupéry an Silvester um 17.29 Uhr "entladen", um 18.55 Uhr konnte das Flugzeug erneut starten. Frohes neues Jahr!

Eine andere Gefahr als pöbelnde Mitfliegende fürchteten Passagiere zweier Quantas-Flugzeuge in Australien ...

Süddeutsche.de/cag/AFP

File photo of Qantas Boeing 747 flying past a 767 airplane with a newly unveiled Qantas logo on its tail in Sydney

Quelle: Reuters

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Es ist spannend, am Airport die Flugzeuge ganz aus der Nähe betrachten zu können. Es wird ein wenig zu spannend, wenn die Passagiere ein Flugzeug ganz nah sehen, während ihr eigenes gerade landet. In der australischen Stadt Darwin sind 270 Menschen in zwei Qantas-Maschinen knapp einer Katastrophe entgangen: Das eine Flugzeug hob ab, um nach Melbourne zu fliegen. Das andere kam aus Alice Springs und setzte gerade zur Landung an. Die Kapitäne erhielten aus dem Tower Anweisungen, die ohne Bordwarnsystem zum Zusammenstoß geführt hätten - die Flugzeuge wären auf gleicher Flughöhe kollidiert. Sie hatten weniger als 250 Meter Abstand voneinander, "es waren wohl sogar noch weniger", ist der Pilot der landenden Maschine überzeugt. Der Fluglotse, der die fatalen Anweisungen gab, wurde suspendiert.

Ebenfalls auf einem australischen Flughafen fuhr einem Airport-Mitarbeiter der Schreck in die Glieder, als er das Gepäck ausladen wollte ...

Süddeutsche.de/kaeb/AFP

Animals discovered during drug raid

Quelle: dpa/NSW Police

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Sonst sind es die Passagiere, die manche Flüge nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Diesmal erwischte es einen Gepäckarbeiter. Als er in Melbourne den Frachtraum eines Passagierflugzeugs der Qantas öffnete, nahm er eine Bewegung wahr. Dann sah er ein Tier, das dort auf keinen Fall frei herumlaufen sollte: ein Krokodil. Es war offenbar aus seinem Käfig entkommen und spazierte zwischen den Gepäckstücken umher. Zum Glück für den erschrockenen Airport-Mitarbeiter war es noch nicht ausgewachsen und konnte schnell wieder eingefangen werden.

Beim nächsten Flug feierten Bikini-Mädchen an Bord - zum Missfallen der Luftfahrtbehörde ...

Süddeutsche.de/kaeb/AFP; im Bild: Klein und noch gar nicht schrecklich: Dieses Baby-Krokodil wurde von der Polizei bei einer Razzia in Sydney entdeckt.

Rücken

Quelle: iStockphoto

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Mit Bikini-Mädchen an Bord hat ein vietnamesischer Billigflieger seinen ersten Flug zum Küstenort Danang gefeiert. Die Luftfahrtbehörde zeigte wenig Verständnis für die Bordparty. VietJet müsse 1000 Dollar Strafe zahlen, berichtete der Chefinspektor der Behörde. "Sie hätten die Show anmelden müssen", sagte Nguyen Trong Thang. Seines Wissen habe es noch nie einen solchen Bikinitanz an Bord gegeben.

Auf dem Flug von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Danang waren am vergangenen Sonntag zehn leichtbekleidete Damen über den Mittelgang flaniert - sie nahmen an einem Schönheitswettbewerb teil.

"Es war unser erster Flug in eine Stadt mit Strand, deshalb wollten wir die Passagiere mit gutem Bordservice und tanzenden Bikini-Mädchen aufheitern", sagte ein Sprecher der Airline.

Keinen Spaß hatten Passagiere beim nächsten Flug, als sie gefährliche Nadeln in ihren Bord-Sandwiches entdeckten ...

Royal Military Police investigating needles in Sandwiches of Delt

Quelle: dpa

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Erst fanden Passagiere an Bord von Delta-Airlines-Maschinen sechs Nähnadeln in ihren Sandwiches, dann entdeckte ein Gast der Air Canada eine weitere in seiner Bordmahlzeit. Nun prüft die niederländische Polizei, ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen in Kanada und während der Flüge von Amsterdam in die USA gibt.

Zwei Wochen zuvor hatte sich ein Fluggast auf dem Weg nach Minneapolis beim Verzehr verletzt, konnte aber auf ärztliche Behandlung verzichten. Ein Passagier mit Flugziel Atlanta fand die Nadel rechtzeitig, ebenso wie ein US-Air-Marshall auf einem anderen Atlanta-Flug. In der Bord-Verpflegung einer Maschine, die nach Seattle unterwegs war, wurde ebenfalls eine Nähnadel entdeckt. Allerdings war dieses Sandwich nicht serviert worden.

Das amerikanische FBI und Behörden in den Niederlanden haben Ermittlungen aufgenommen, Forensiker untersuchten die gefährliche Zwischenmahlzeit (im Bild). Delta Air Lines gab nach Bekanntwerden der Vorfälle eine Warnung an alle Maschinen mit dem Startflughafen Amsterdam aus und verteilte keine Sandwiches mehr an Bord.

Als die Passagiere des nächsten Fluges links und rechts aus dem Fenster sahen, trauten sie ihren Augen nicht ...

Mit Material von Reuters/dapd

A Eurofighter Typhoon performs a display flight at the Farnborough Airshow 2012 in southern England

Quelle: Reuters

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Wenn Passagiere anderen Menschen außerhalb ihres Flugzeugs zuwinken können, während dieses in der Luft ist, dann stimmt etwas nicht: Wenn diese anderen Menschen Piloten von Kampfjets sind, ist ganz sicher etwas nicht in Ordnung. Touristen aus dem schwedischen Göteborg trauten ihren Augen nicht, als sie links und rechts von ihrem Ferienflieger plötzlich Düsenjäger der deutschen Luftwaffe entdeckten. Sie kamen näher und näher, bis die Piloten gut zu erkennen waren.

Diese gestikulierten zur Boeing 737-800 der Tuifly Nordic hinüber und erhielten per Zeichensprache offenbar die richtige Antwort von den Flugkapitänen der Maschine, die auf dem Weg nach Palma de Mallorca war: alles in Ordnung. Die Erklärung für den Einsatz der Bundeswehr: Über Deutschland war der Funkkontakt zu der Passagiermaschine abgerissen, so dass die Kampfflieger den Auftrag erhalten hatten, die Lage zu prüfen.

Noch vor dem Abheben zettelten Fluggäste im nächsten Fall eine Revolte an Bord an - wegen einer üblen Geruchsbelästigung...

Süddeutsche.de/kaeb/dapd

Unvergessliche Flüge Durian Stinkfrucht

Quelle: Reuters

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Das Mädchen auf dem Bild lächelt, aber vielleicht nur für den Fotografen, denn in der Hand hält sie eine Durian. Diese hat noch einen zweiten Namen, der sie sehr gut beschreibt: Stinkfrucht. Deshalb ist Passagieren in Indonesien erst das Lachen vergangen, dann starteten sie eine Revolte.

Trotz ihres Geruchs werden Durians in weiten Teilen Asiens gerne roh verzehrt oder zu Pudding gekocht. Eigentlich sind sie nicht nur in Hotels verboten, wo ihr Gestank ganze Etagen verpestet, sondern auch in Flugzeugen. Hier fällt das Lüften naturgemäß schwer, wenn die Maschine erst mal abgehoben hat. Daher schwante den Passagieren eines Lione-Air-Fluges von Medan nach Jakarta Übles, als sie an ihren Plätzen saßen - und eine Stinkfrucht ihrem Namen Ehre machte. Die Fluggäste revoltierten, wollten raus, und zwar sofort. Die Besatzung musste sich dem Passagierwillen beugen, ließ alle wieder aussteigen, entfernte die üble Frucht und lüftete. Die Stunde Verspätung war es den Passagieren wert.

Im nächsten Fall erblickt ein verschlafener Pilot ein fernes Licht - und geht in den Sturzflug ...

Süddeutsche.de/kaeb/dpa

Dümmsten Seltsamsten Kuriosesten Passagier-Fragen im Flugzeug Kabinencrew Crew Stewardess

Quelle: sumnersgraphicsinc - Fotolia

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Auf einem langen Flug dürfen auch Piloten sich ausruhen, sogar kurze Nickerchen sind erlaubt. Danach sollte sich ein Flugzeugführer fit und erholt wieder hinter den Steuerknüppel setzen. Sollte. Ein Ko-Pilot der kanadischen Fluggesellschaft Air Canada war offensichtlich noch nicht völlig aus seinem Pausenschlaf erwacht, als er die Maschine mitten über dem Atlantik in einen Sturzflug lenkte: Der Anblick eines entgegenkommenden Flugzeugs hatte ihn so erschreckt, dass er aus Furcht vor einer drohenden Kollision seine Maschine scharf nach unten zog.

Allerdings kam gar kein Flugzeug entgegen - nur die Venus strahlte am Himmel. 14 Passagiere und zwei Flugbegleiter wurden verletzt, mehrere nicht angeschnallte Passagiere wurden aus ihren Sitzen geschleudert.

Der Kapitän des Flugzeugs brachte die Maschine nach dem Vorfall rasch wieder in eine stabile Lage. Sieben der Verletzten mussten nach der Landung im Krankenhaus behandelt werden.

Bei dem Vorfall, der sich im Januar vergangenen Jahres nachts auf einem Flug von Toronto nach Zürich ereignete, hatten die Piloten gemäß dem Untersuchungsbericht offenbar nicht die Sicherheitsregeln eingehalten. Diese verlangen eigentlich, dass Piloten während langer Flüge maximal 40 Minuten schlafen und nach dem Aufwachen zunächst 15 Minuten warten, bevor sie die Führung des Flugzeugs übernehmen.

Mit Material von AFP

Auch diese Passagierin hatte während eines Nachtfluges ein grausiges Erlebnis - allerdings kulinarischer Art ...

Ai Baorong, who raises flies and yellow mealworms, displays yellow mealworms at her small farm in Jiyang County

Quelle: Reuters

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Das Abendessen war serviert und das Licht in der Flugzeugkabine schon abgedunkelt worden, da angelte die Passagierin eines Qantas-Fluges nach der von den Flugbegleitern ausgeteilten Tüte mit dem Studentenfutter. Aber das Gemisch aus Nüssen und getrockneten Weintrauben schmeckte nicht wie sonst. Die 42-jährige Australierin schaltete das Licht über ihrem Platz ein. Was sie dann sah, verschlug ihr die Sprache: Maden quollen aus der Packung. "Ich konnte nichts sagen. Beinahe hätte ich mich übergeben", berichtete sie der Zeitung Herald-Sun über ihr Erlebnis auf dem Flug von Los Angeles nach Melbourne. Auch zwei weitere Packungen, die ihr 15-jähriger Sohn daraufhin zur Kontrolle besorgte, waren voller Maden. Die australische Fluggesellschaft entschuldigte sich bei der Passagierin, leitete eine Untersuchung ein und zeigte sich auch materiell erkenntlich: Von dem umgerechnet etwa 1200 Euro teuren Ticket bekam die Australierin knapp 300 Euro zurückerstattet.

Diese Passagierin musste nach ihrem Erlebnis nur die Zeit bis zur Landung überbrücken. Andere Fluggäste saßen nach einer anrüchigen Panne tagelang in Alaska fest ...

Schlittenhunderennen in Thüringen, 2005

Quelle: Archivfoto: dpa/dpaweb

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Am Ende ihrer Odyssee hätten einige der 257 Passagiere von United Airlines wohl gerne auf Hundeschlitten das Weite gesucht. Damit wären sie schneller von Anchorage in Alaska weggekommen - dabei wollten sie gar nicht in den eisigen Norden. Das Ziel des Fluges, der planmäßig in San Francisco gestartet war, sollte eigentlich in wesentlich wärmeren Gefilden liegen: in Shanghai, China. Doch drei Stunden nach dem Start musste das Flugzeug umgeleitet werden. Schuld war nicht Rauch an Bord oder ein medizinischer Notfall, dennoch war der Grund dringlich: mehrere Toiletten waren ausgefallen.

Trotzdem, so berichteten Passagiere, durften sie nach der Landung in Alaska das Flugzeug erst am Abend verlassen. Im Hotel warteten sie auf den Weiterflug, doch die eingeflogene Ersatzmaschine hatte ebenfalls Probleme und fiel aus. Erst nach zwei Tagen konnten die Passagiere ihre Reise gen China fortsetzen - mit einem dritten Flugzeug.

Die Passagiere im nächsten Fall landeten zwar wie geplant am Ziel, konnten das Flugzeug auch verlassen - nur ihre Koffer nicht. Die flogen wieder zurück ...

Süddeutsche.de/kaeb/dapd

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Quelle: Okea - Fotolia

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So manchen Passagier beschleicht nach dem Aussteigen für einen kurzen Moment ein banger Gedanke: "Hoffentlich ist mein Gepäck nicht verloren gegangen ...." 200 Passagiere aus London, die gerade auf Barbados gelandet waren, konnten aufatmen: Ihr Gepäck war mit ihnen in die Karibik gereist - doch dort ließ sich die Gepäckluke nicht öffnen. Das Bodenpersonal auf dem Grantley Adams International Airport mühte sich nach Kräften, vergebens. Schließlich entschied die Airline Virgin Atlantic, dass nur ihre Techniker auf dem Flughafen Gatwick das Problem lösen könnten - das Flugzeug hob mit dem Gepäck wieder ab Richtung Großbritannien. Dort wurden die Koffer herausgeholt und mit dem nächsten Flug und einer Entschuldigung der Fluggesellschaft ihren Besitzern wieder zurückgeschickt.

Diese Passagiere konnten in tropischen Gefilden ihr Flugzeug problemlos verlassen. Andere Fluggäste waren auf eine ungewöhnliche Ausstiegshilfe angewiesen.

Gabelstapler

Quelle: LaCatrina - Fotolia.com

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Eine Boeing 767-300 der australischen Airline Qantas war auf dem Weg von Darwin nach Brisbane, als die Besatzung Rauch im Cockpit bemerkte. Der Pilot entschied sich, in Mount Isa in Queensland notzulanden, berichtet der Sender ABC. Die Landung glückte, doch nun stand die Besatzung vor einem anderen Problem: Der abgelegene Flugplatz ist nicht für Passagierflugzeuge ausgerüstet - es fehlte eine Treppe und die Notrutsche sollte möglichst nicht ausgeklappt werden, weil sonst an einen Weiterflug nicht mehr zu denken gewesen wäre. Wie also sollten die 160 Fluggäste von Bord gebracht werden?

In Australien ist man einfallsreich: An einem Gabelstapler wurde ein Gepäckkorb befestigt, so dass die Passagiere grüppchenweise nach unten gefahren werden konnten. Weil eine erste Untersuchung keinen Hinweis auf einen Defekt ergab, setzte die Maschine kurz darauf den Flug fort und erreicht Brisbane mit acht Stunden Verspätung.

Im nächsten Fall setzte die Crew einen ungewöhnlichen Notruf ab: "Houston, wir haben ein Handy!"

Süddeutsche.de/kaeb/dpa

Flugzeug

Quelle: Boulder / photocase.com

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228 Passagiere mussten in Houston, Texas, warten, bis sie zum Boarding aufgerufen wurden. Dann warteten sie, bis das Flugzeug die Startfreigabe hatte. Und dann warteten sie auf den ersten Snack und darauf, Stunden später in Paris wieder zu landen. Doch daraus wurde erst einmal nichts, denn das Flugzeug machte wieder kehrt. Der Grund: ein Handy, und zwar ein herrenloses.

Als die Crew das Mobiltelefon entdeckte, sich aber keiner der Passagiere dafür verantwortlich fühlte noch sich als rechtmäßiger Eigentümer zu erkennen gab, entschied die Besatzung, aus Sicherheitsgründen zum Startflughafen nach Houston zurückzufliegen. Dort warteten die Passagiere, bis die Behörden mit der gründlichen Kontrolle der Maschine fertig waren, diese wieder die Starterlaubnis erhielt und abermals abhob. Mit fünfstündiger Verspätung kam der Air-France-Flug in Paris an. Hier mussten die Fluggäste dann nur noch auf mindestens 228 Koffer warten.

Süddeutsche.de/kaeb/dpa

Im nächsten Fall muss ein Passagier während des gesamten Fluges im Gang stehen - obwohl er einen Sitzplatz gebucht und bezahlt hatte ...

dicker bauch

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Bis kurz vor dem Start dachte Arthur Berkowitz, dass er bei dem Flug mit US Airways von Anchorage nach Philadelphia besonders viel Platz habe - doch dann wiesen die Flugbegleiter einen spät eintreffenden Mann an, den freien Sitzplatz neben Berkowitz zu belegen. Allerdings breitete sich der Mann notgedrungen noch weiter aus: Er habe etwa 180 Kilogramm gewogen, berichtete Berkowitz der Daily Mail. Er selbst sei auf den Gang geflohen. Der dicke Nachbar entschuldigte sich zwar höflich und sah ein, "ich bin Ihr größter Albtraum" - doch zwei Sitzplätze hatte er nicht gebucht.

Weil das Flugzeug voll belegt war und die Crew zwar ihr Mitgefühl äußerte, Berkowitz aber nicht auf ihren Klappstühlen Platz nehmen ließ, musste dieser nach dem Start im Gang stehenbleiben - sieben Stunden lang. In einem Entschuldigungsschreiben bot US Airways nun einen 200-Dollar-Gutschein als Ausgleich an. Doch Berkowitz findet das unangemessen, er will den gesamten Flugpreis von 800 Dollar erstattet haben. Schließlich habe er seinen bezahlten Sitz nicht nutzen können - und die Fluglinie habe auch die Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten. Eigentlich dürfen Passagiere besonders bei Start und Landung nicht ungesichert sein. Zwar hatte Berkowitz versucht, sich in diesen kritischen Flugphasen doch in seinen verbliebenen halben Sitz zu quetschen. Doch konnte er den Gurt ob der Leibesfülle seines Nachbarn nicht anlegen. Nun holt er sich die Hilfe eines US-Verbraucherschützers, Christopher Elliott, der nach eigener Aussage die Fluggesellschaft bereits kontaktiert hat: "Diese meinte aber, die 200 Dollar seien ihr bestes Angebot."

Auf dem nächsten Flug war die Toilettentür das Problem: Sie klemmte und sperrte damit den Kapitän ein - kurz vor dem Landeanflug. Als ein hilfsbereiter Passagier den Ko-Piloten verständigen wollte, geriet dieser in Panik.

Sie haben auch einen Flug erlebt, den Sie nie vergessen werden - schreiben Sie Ihr Erlebnis auf.

Süddeutsche.de/kaeb

Dümmsten Seltsamsten Kuriosesten Passagier-Fragen im Flugzeug Kabinencrew Crew Stewardess

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So lange kann das doch nicht dauern, muss sich der Co-Pilot einer Passagiermaschine auf dem Weg nach New York gedacht haben: Der Flugkapitän hatte sich nur kurz erleichtern wollen, doch er kehrte nicht zurück. Was der Co-Pilot der regionalen Fluglinie Chatauqua Airlines, der die Maschine aus North Carolina bald am Flughafen LaGuardia landen sollte, nicht wusste: Der Kapitän konnte nicht zurückkommen, da die Klotür klemmte - und das ausgerechnet in der Flugphase zur Vorbereitung der Landung. Verzweifelt hämmerte der Kapitän gegen die Tür.

Ein Passagier bemerkte die Nöte des Eingesperrten und machte sich auf zum Cockpit, um Hilfe zu holen - und jagte dem Co-Piloten einen gewaltigen Schrecken ein. Wie die New York Post berichtet, flüsterte er ins Funkgerät: "Der Pilot ist weg und eine Person mit starkem ausländischem Akzent versucht, ins Cockpit zu gelangen! Ich werde ihn nicht reinlassen." Ein Fluglotse empfahl dem Co-Piloten daraufhin, eine Notlandung vorzubereiten. Die Luftwaffe wurde verständigt. Bevor jedoch Kampfjets aufstiegen, reichte es dem eingesperrten Kapitän: Er trat die WC-Tür ein, klärte das Missverständnis auf und landete die Maschine ohne weitere Zwischenfälle.

Während der Co-Pilot nervös reagierte, waren seine Kollegen im nächsten Fall verdächtig tiefenentspannt ...

sueddeutsche.de/AFP/kaeb

Pilot

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"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", beschreibt der deutsche Liedermacher Reinhard Mey in seinem berühmtesten Hit die Euphorie beim Fliegen. Ein russischer Pilot wollte auf dieses Hochgefühl offenbar auch am Boden nicht verzichten: Die Flughafenpolizei in Magadan im Osten des Landes holte den Flugkapitän kurz vor dem Start aus dem Cockpit - völlig bekifft.

Ärzte stellten bei dem Mann - und der Chef-Stewardess - später frische Spuren von Marihuana-Konsum fest, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax meldete. Die Maschine der Gesellschaft Yakutia Airlines war mit 192 Passagieren besetzt. Trotz seines Rauschzustandes wollte der Pilot das vollbesetzte Flugzeug offenbar mehr als 6000 Kilometer weit von der Hafenstadt Magadan nach Moskau steuern.

Nicht der erste Fall von Rauschmitteln hinterm Ruder in Russland: Erst vor kurzem war ein anderer Pilot gestoppt worden, in dessen Blut Spuren von synthetischen Drogen gefunden wurden.

Die Reisenden der Yakutia-Maschine kamen schlussendlich wohlbehalten ans Ziel - wenn auch mit zwölfstündiger Verspätung.

sueddeutsche.de/dpa/jobr

Erst im dritten Versuch schaffen es die Passagiere eines Mallorca-Fluges auf die Ferieninsel ...

Fluzeug Passagierdaten

Quelle: ag.dpa

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Die Hälfte der Strecke haben die Urlauber bereits hinter sich, die Strandpromenade von Palma de Mallorca schon vor Augen - doch plötzlich macht ihr Flieger kehrt und steuert den Ausgangs-Airport in Zürich an. Grund für die Kehrtwende des Swiss-Fluges: Im Cockpit meldet eine Warnleuchte Probleme mit den Bremsen. Weil die Schweizer Fluggesellschaft auf Mallorca weder Mechaniker noch Ersatzteile hat, bleibt dem Piloten nur die Umkehr.

Als der Airbus A 320 nach der unplanmäßigen Rückkehr ein zweites Mal abhebt, dürfte mancher Passagier statt der Strandpromenade einfach nur das Rollfeld von Palma ersehnt haben. Doch auch der mallorquinische Asphalt bleibt ein Wunschtraum: Denn erneut leuchtet besagtes Warnlämpchen - die Maschine muss abermals zurück nach Zürich fliegen.

Erst im dritten Anlauf schafft es der Flieger ans Ziel: Mit sechs Stunden Verspätung treffen die Touristen in La Palma ein. Eine Sprecherin von Swiss kommentierte den peinlichen Vorfall: Das Problem seien nicht die Bremsen an sich gewesen, sondern die Anzeige.

sueddeutsche.de/dapd/jobr

Die Passagiere eines Air-India-Fluges schafften es zwar (fast) ans Ziel - doch sie kamen nicht vom Rollfeld herunter ...

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Flugzeug, Passagiere

Quelle: iStock

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Der Beifall für den Piloten ist kaum verklungen, da kennen die meisten Passagiere nur noch ein Ziel: raus aus dem Flieger. Umso frustrierender, wenn die Gangway nur ein paar Schritte entfernt ist - und doch unerreichbar bleibt: Geschlagene neun Stunden mussten die 200 Passagiere einer Air-India-Maschine auf dem Londoner Flughafen Gatwick auf ihren Sitzen bleiben.

Grund: Der Flieger hätte eigentlich planmäßig in Heathrow landen sollen, musste jedoch aufgrund von Nebel nach Gatwick umgeleitet werden. Als es dann hätte weitergehen können, verhinderte das britische Luftfahrtrecht, dass die Maschine die verbliebenen etwa 70 Kilometer zurücklegen konnte: Der Besatzung wurde keine Verlängerung ihrer Schicht genehmigt. Zwar habe Air India eine Ersatz-Crew losgeschickt, doch diese sei am Flughafen Gatwick "verloren gegangen", hieß es in britischen Medienberichten.

Die Insassen seien mit der Zeit "sehr sauer" geworden, berichtete ein BBC-Reporter, der zufällig selbst unter den Fluggästen war. Am Ende musste die Polizei an Bord für Ordnung sorgen. Zuvor hatten sich wütende Fluggäste in der Nähe des Cockpits versammelt und gefordert, dass der Pilot sich ihren Fragen stellt. "Aber der Pilot kam einfach nicht raus", berichtete der Reporter. Andere Passagiere klagten über Hunger - die Crew habe jedoch keine Lebensmittel verteilt.

Ein Sprecher des Flughafens Gatwick sagte, es sei die Entscheidung der Fluggesellschaft gewesen, die Passagiere an Bord zu behalten, anstatt einen alternativen Transport nach Heathrow zu organisieren. Neun Stunden nach der geplanten Ankunft erreichte die Maschine dann endlich den eigentlichen Zielflughafen. Auf den obligatorischen Landungsapplaus musste der Pilot vermutlich jedoch verzichten.

sueddeutsche.de/AFP/jobr

Die Grobmotorik des Copiloten bescherte den Passagieren eines All-Nippon-Airways-Fluges Horrorminuten an Bord ...

Fragen rund ums Fliegen, picture-alliance/ dpa

Quelle: picture-alliance/ dpa

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Wegen einer Ungeschicklichkeit des Copiloten haben die Passagiere eines Flugs der All Nippon Airways (ANA) einen Sturzflug erlebt. Die japanische Fluggesellschaft erklärte, der Copilot habe versehentlich die Steuerungsgeräte berührt, als er dem Piloten die Cockpit-Tür öffnen wollte. Der Pilot kehrte gerade von der Toilette zurück.

Die Boeing 737-700 ging daraufhin mit 117 Passagieren an Bord in einen Sturzflug über und drehte sich über dem Pazifik halb um die eigene Achse.

Zwei Flugbegleiter wurden leicht verletzt, vier Passagiere mussten sich übergeben. ANA erklärte, der Besatzung sei es gelungen, die Maschine zu stabilisieren und sicher zu landen. Der Vorfall habe sich bereits am 6. September auf dem Weg von Südjapan nach Tokio ereignet.

Dass ein anderes Flugzeug notlanden wollte, war diesem Piloten egal ...

Welchen Flug werden Sie nie vergessen?

sueddeutsche.de/dapd/dd

Pilotentraining der Deutschen Lufthansa AG

Quelle: dpa

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Rechthaber im Straßenverkehr können gefährlich werden. Rechthaber im Flugverkehr auch. Ein besonders rechthaberischer Pilot in China hat sogar eine Katastrophe riskiert aus nur einem Grund: Er war zuerst da, also wollte er auch zuerst landen.

Zuvor hatte eine Maschine der Qatar Airways wegen eines Gewitters auf dem Weg von Doha nach Schanghai einen Umweg fliegen müssen, was sie Treibstoff kostete - zu viel, um noch wie geplant den internationalen Flughafen Pudong zu erreichen. Stattdessen wich der Pilot auf den Flughafen Shanghai-Hongqiao aus, wie die chinesische Zeitung Global Times berichtete. Der Pilot setzte ein Notsignal ab und gab an, mit den vorhandenen Kerosinvorräten nur noch fünf Minuten in der Luft bleiben zu können.

Die Fluglotsen ordneten an, dass die Qatar-Maschine sofort landen dürfe. Doch das passte einem Kapitän der privaten chinesischen Fluggesellschaft Juneyao Airlines überhaupt nicht - er wollte nicht wie vom Tower befohlen noch eine Extrarunde drehen. Er habe schon lange auf die Landung gewartet. Während des Disputs kamen sich die beiden Flugzeuge gefährlich nahe, so dass sogar eine Kollision drohte.

Die Qatar-Maschine konnte letztlich aber doch noch sicher landen. Der Pilot und die Crew der Juneyao-Maschine wurden der Fluggesellschaft zufolge beurlaubt, bis der Vorfall aufgeklärt ist. Eine Juneyao-Sprecherin war dem Zeitungsbericht zufolge jedoch uneinsichtig: Es sei fraglich, ob der Qatar-Pilot tatsächlich nur noch fünf Minuten lang hätte fliegen können. Die chinesische Luftfahrtbehörde kündigte harte Strafen für die Verantwortlichen an, sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen.

Die Passagiere des nächsten Fluges waren irritiert, denn das Summen in der Business Class wurde immer lauter und lauter ...

sueddeutsche.de/kaeb/AFP

Varroa-Milbe hauptverantwortlich für Bienensterben

Quelle: dpa

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Dass Passagiere an Bord eines Flugzeugs ein stetes Brummen hören, ist normal. Aber ein Summen? Das noch dazu immer lauter wird? Und aus einem Schrank in der Business-Class kommt?

Wer da so laut summte, wurde klar, als die ersten Bienen aus dem Schrank ausbrachen - zum Entsetzen der menschlichen Passagiere auf dem Flug vom ostrussischen Blagoweschtschensk nach Moskau: "Es war furchterregend. Die Passagiere standen unter Schock", sagte ein aufgeregter Sprecher der Fluggesellschaft Yakutia. Der "heroischen" Kabinenbesatzung sei es gelungen, den Schrank mit Klebeband abzudichten, um weitere Bienen am Entkommen zu hindern. Die Zeitung Rossiiskaja Gaseta berichtete über den Fall, der sich bereits Ende Mai ereignet hatte - und auch darüber, wer den Bienenstock entgegen der Vorschriften an Bord geschmuggelt hatte: der stellvertretende Flughafendirektor von Blagoweschtschensk.

Über blinde Passagiere erschraken auch Flugbegleiter in Australien ...

sueddeutsche.de/kaeb/AFP

Ratte

Quelle: iStockphoto/M.Soldatenkov

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Es hätte schlimmer kommen können für die australische Airline Qantas - die Passagiere hätten schon an Bord sein können. Kurz vor dem Einsteigen der Kundschaft prüfte die Besatzung nochmals die Vorräte der Boeing 767, die von Sydney nach Brisbane fliegen sollte. In einem Schrank mit Medikamenten entdeckte die Crew blinde Passagiere: fünf junge Ratten. "Wir wissen nicht, wie sie dort hingekommen sind. Und soweit wir wissen, ist uns so etwas noch nie passiert", sagte eine Qantas-Sprecherin. Mit einem Rattennest an Bord wollte niemand abheben. Die Passagiere stiegen in ein anderes Flugzeug - ohne unerwünschte Mitreisende.

Diese zwei Piloten hätten sich besser nicht hinter den Steuerknüppel gesetzt ...

sueddeutsche.de/kaeb/AFP

Jubiläums-Marathon in Paris

Quelle: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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Dass sie an diesem Tag besser kein Flugzeug gesteuert hätten, war den zwei Piloten offenbar klar: Nach der Landung in Mexiko-Stadt machten sie sich schleunigst aus dem Staub. Sie hatten erfahren, dass Sicherheitskräfte die Besatzung des aus Puerto Vallarta am Pazifik kommenden Flugzeugs festhalten wollten. Dies berichtete die Zeitung Reforma. Auch eine Stewardess floh, wurde aber gefasst. Der Grund für die Flucht: Sie war betrunken, die Piloten ebenfalls.

Die Gesellschaft Aeroméxico hatte schon zuvor Probleme mit alkoholisierten Kapitänen - doch deren Abheben wusste die Besatzung zu verhindern ...

sueddeutsche.de/kaeb/dpa

Cockpit

Quelle: iStockphoto

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Die Feier war wohl lang und heftig gewesen: Als ein Kapitän und sein Kopilot auf dem Flughafen von San José in Costa Rica zur Arbeit erschienen, wurden sie von ihrer Crew nicht ins Cockpit gelassen. Beide waren offensichtlich immer noch betrunken.

Der Kapitän habe einen Alkoholtest zwar verweigert, die Atemprobe bei seinem Ersten Offizier sei jedoch eindeutig positiv ausgefallen, sagte der Vizechef der zivilen Luftaufsichtsbehörde von Costa Rica, Alvaro Vargas.

Die costaricanische Tageszeitung Extra berichtete, den beiden Piloten der Fluggesellschaft Aeromexico sei bei ihrer Ankunft am Flughafen immer noch übel gewesen, nachdem sie sieben Stunden zuvor auf einer Party in einem Hotel der Hauptstadt San José gefeiert hätten. Statt ins Cockpit schickte man sie zur Ausnüchterung.

Die mehr als 100 Passagiere des Aeromexico-Fluges mit Ziel Mexiko-Stadt mussten 24 Stunden in der costaricanischen Hauptstadt auf ihren Abflug warten, bis eine Ersatzcrew bereitstand - ohne über den Grund der Verzögerung informiert zu werden. Behörden und Airline leiteten eine Untersuchung des Vorfalls ein. Beide Piloten bleiben bis zu deren Ende vom Dienst suspendiert.

Nicht ganz so lange mussten Passagiere in Frankreich auf ihren Abflug warten. Dafür flogen sie dann einen Umweg ...

Welcher Flug bleibt Ihnen unvergesslich?

sueddeutsche.de/dd/AFP

EADS-AIRBUS-A319-EASYJET-FILES

Quelle: AFP

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Da hätten die Reisenden auch den Bus nehmen können, doch eigentlich wollten 141 Passagiere eines Easy-Jet-Fluges bedeutend schneller ans Ziel kommen: Normalerweise dauert der Flug von Paris nach Toulouse im Süden Frankreichs nur etwas mehr als eine Stunde. Doch schon am Startflughafen Charles de Gaulle begannen die Probleme, der Jet konnte erst mit Verspätung abheben. Und dann kam der Wind.

Die Böen waren so stark, dass der Pilot nach Montpellier im Südosten abdrehte. Dort landeten die entnervten Passagiere da, wo sie nicht hinwollten: in Bussen, die sie nach Toulouse karrten. Nach insgesamt elf Stunden erreichten sie ihr Ziel. Das Geld für den Flug bekommen sie dennoch nicht erstattet: Da die Verspätung nicht ihre Schuld war, argumentiert die Billig-Airline, werde auch nichts zurückgezahlt. Dabei hatten sich die Passagiere nicht nur über die elfmal so lange Reisedauer ärgern müssen, sondern auch über den "Mangel an Informationen" und das "unverständliche Schweigen" der Mitarbeiter, wie ein erboster Passagier der französischen Zeitung Dépêche du Midi sagte.

Dabei hatte die Fluggesellschaft noch Glück, dass nicht solch renitente Passagiere an Bord waren ...

sueddeutsche.de/kaeb/AFP

Wut

Quelle: digitalstock

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Das Beispiel scheint Schule zu machen: Passagiere lassen sich auch von Billig-Airlines nicht mehr alles gefallen. Erst vor drei Wochen hatten sich Fluggäste geweigert, eine Maschine von Ryanair zu verlassen, weil ihr Abendflug wegen Verspätung zum Nachtflug wurde und somit der Zielflughafen schon geschlossen hatte. Nun hinderten Passagiere im französischen Toulouse den Kapitän am Start: Er wollte zu oft zwischenlanden.

Kurz vor dem Abflug hatte er die Passagiere informiert, dass der zweistündige Flug nach Casablanca etwas länger dauern würde: Eine andere Maschine der marokkanischen Billigfluglinie hatte einen Defekt, so dass auf zwei Zwischenlandungen die gestrandeten anderen Fluggäste eingesammelt werden sollten. Doch das ließen sich die Gäste der Maschine in Toulouse nicht bieten. Sie protestierten so wütend, dass der Kapitän den Flug strich und die Passagiere zum Aussteigen aufforderte. Doch mehr als 80 Reisende weigerten sich und verbrachten die gesamte Nacht im Flieger. Die letzten stiegen erst am Nachmittag aus, nachdem die Fluggesellschaft Jet4you einen Ersatzflug organisiert hatte - der direkt nach Casablanca flog.

Eine Untersuchung soll die genauen Umstände des Aufstands klären. Sollte die Fluggesellschaft fahrlässig gehandelt haben, droht der zuständige französische Staatssekretär Thierry Mariani mit Konsequenzen.

High Noon im Flieger ...

sueddeutsche.de/kaeb/dpa

Pistole

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Ein Kapitän der französischen Fluggesellschaft XL Airways war zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle gekommen, um nach Frankfurt am Main zu fliegen, ganz privat als normaler Passagier. Doch die Reise des Piloten endete bereits in Frankreich - die Polizei setzte ihn vorübergehend fest.

Der Mann und sein Gepäck waren am Airport überprüft worden und die Beamten wurden fündig: Sie entdeckten eine Pistole im Kaliber 7.65 mm sowie 49 Patronen und ein Jagdmesser.

In Justizkreisen hieß es, ein Terrorverdacht werde derzeit ausgeschlossen. Die gleichnamige deutsche Fluggesellschaft XL Airways beeilte sich zu betonen, dass es sich bei dem bewaffneten Piloten nicht um einen ihrer Mitarbeiter handele.

sueddeutsche.de/AFP

Flugbetrieb an einigen Flughaefen wieder aufgenommen

Quelle: ddp

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Die niederländische Polizei hat einen Piloten am Amsterdamer Flughafen Schiphol aus dem Cockpit geholt: Er wollte angetrunken mit einer Passagiermaschine fliegen. Nach einem anonymen Hinweis hatten Beamte den US-Amerikaner am Start gehindert. Der Blutalkoholgehalt des 52-Jährigen lag knapp über dem gesetzlichen Limit in den Niederlanden. Der alkoholisierte Kapitän wurde zu einer Geldbuße von 700 Euro verdonnert und wieder freigelassen - der Abflug der 200 Passagiere musste verschoben werden. Für welche Airline der Mann arbeitet, wurde nicht bekanntgegeben. Piloten ist es zehn Stunden vor einem Flug nicht mehr erlaubt, Alkohol zu trinken.

Unvergessliche Flüge: Was mussten Sie erleben?

sueddeutsche.de/AFP/AP/kaeb

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Quelle: AFP

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Als ein Crewmitglied auf dem Flug der Thai Airways von Bangkok nach Los Angeles die Toilettentür öffnete, schlug es sofort Alarm. Auf den Spiegel war in fehlerhaftem Englisch eine Warnung geschrieben worden: An Bord sei eine Bombe.

Der Kapitän informierte den Flughafen, so dass die Maschine zwar eineinhalb Stunden später planmäßig landete, aber 18 Fahrzeuge der Feuerwehr bereit standen. Das Flugzeug wurde geräumt, die 189 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon. Das FBI durchsuchte die Maschine und das Gepäck in einem abgelegenen Teil des Flughafens - doch es wurde nichts Verdächtiges gefunden. Auch Crew und Passagiere wurden befragt. Inzwischen gehen die Behörden von einem schlechten Scherz aus und fahnden nun nach dem Urheber der falschen Bombenwarnung.

sueddeutsche.de/AFP/kaeb

Notlandung wegen Burka - weitere unvergessliche Flüge ...

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Quelle: SZ

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Mehr als 120 Fluggäste waren auf dem Weg vom südindischen Pune nach Kolkata, dem früheren Kalkutta. Nach einem Zwischenstopp in der Hauptstadt Neu Delhi war die Ruhe an Bord jedoch dahin: Hier war ein russisches Paar zugestiegen, dessen Verhalten den anderen Passagieren im Flugzeug sehr verdächtig vorkam. Mehrere Fluggäste wiesen das Kabinenpersonal auf die beiden hin.

Als die Crew der indischen Billigairline SpiceJet jedoch die Identität der neu Zugestiegenen überprüfen wollte, weigerte sich die vollverschleierte Frau, ihr Gesicht auch nur kurz zu zeigen. Daraufhin entschied sich der Pilot zur Notlandung - das Flugzeug war sowieso schon nahe am Zielflughafen in Kolkata. Nach der Landung wurde das verdächtige Paar vorübergehend festgenommen, stellte sich dann aber als so harmlos heraus, dass es weiter nach Dhaka in Bangladesch fliegen durfte.

Unvergessliche Flüge: Was mussten Sie erleben?

(sueddeutsche.de/AFP/kaeb)

Foto: AFP

Unvergessliche Flüge Randale im Flugzeug Flieger

Quelle: SZ

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Ein hysterischer Amerikaner hat auf einem Flug der Philippine Airlines ein Fenster fast eingeschlagen, weil er in Panik geriet und nur noch eines wollte: raus! Der 80-Jährige wurde festgenommen, teilte die Flughafenpolizei mit. Der Mann war mit seiner philippinischen Frau und einem Neffen auf dem einstündigen Flug von Manila zur knapp 600 Kilometer weiter südlich gelegenen Insel Cebu. Da rastete der betagte Fluggast plötzlich aus und zückte seinen Stock. "Er wurde hysterisch, wollte offenbar raus und begann, auf das Fenster einzuschlagen", sagte ein Sprecher. "Das Fenster bekam einen Riss, weil sein Stock eine Metallspitze hat." Nach Angaben seiner Frau leidet der Mann an Wahnvorstellungen - er glaubte, ein Mörder sei in seiner Nähe.

(sueddeutsche.de/dpa/kaeb)

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