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Catskiing in Kanada:Ritt auf dem Katzenbuckel

Unberührte Tiefschneehänge erreicht man schnell und bequem mit dem Helikopter. Dafür kostet es dann auch einiges. Wer's preisgünstiger mag, besteigt in Revelstoke die Pistenraupe.

Zeit zum Durchschnaufen und zum Aufwärmen. Im geräumigen Aufbau sitzt man wie in einem Bus, während sich die umgebaute Pistenraupe (Snowcat) in vielen Serpentinen den Berg hinauf wühlt. Viel ist nicht zu sehen, die Strecke führt durch dichten Wald und außerdem sind die Scheiben längst angelaufen. Erst weit oben, kurz unter den Gipfeln, erreicht man freie Hänge und nach einer langen letzten Geraden heißt es Aussteigen.

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Catski in British-Columbia

Fast 2000 Meter über dem breiten Tal von Revelstoke ist der Ausblick einfach phantastisch. Berge wohin man schaut, alle unberührt, man kann sich einfach nicht satt sehen an dieser Weite. Tief unten im Tal des Columbia Rivers liegt Revelstoke, eine Kleinstadt mit 7500 Einwohnern nahe der Grenze von British Columbia zu Alberta, am Rand der Selkirk Mountains, die unter Heliskifans einen guten Ruf genießen. Sitzt doch in Revelstoke mit Selkirk Tangiers einer der bekanntesten Heliski-Anbieter.

Der Schweizer Peter Schlunegger fliegt seit 1978 in einem 2508 Quadtratkilometer großen Gebiet, zu dem auch die Monashee Mountains gehören. Bis auf über 3000-Meter-Höhe reichen die Gipfel, die durchschnittliche Länge der rund 200 Abfahrtsmöglichkeiten beträgt 1000 Höhenmeter. Höhepunkt ist die Strecke vom Charity Glacier mit rekordverdächtigen 2200 Höhenmetern.

Heliski ist ein Traum, allerdings einer, bei dem das Wetter mitspielen muss und der recht kostspielig ist. Drei Tage Heliski (13.000 Höhenmeter) inklusive Übernachtung kommen so auf mindestens 1450 Euro. Etwas billiger - und daher von manchen etwas abfällig als Heliski für Arme bezeichnet - ist Catskiing (3 Tage inkl. Übernachtung ab 1000 Euro), ein neuer Trend, der in immer mehr Gebieten von British Columbia angeboten wird. Statt mit dem Heli geht es mit der Pistenraupe zum Start der Tiefschneehänge, wobei der überwiegende Teil der Abfahrten durch Wald führt. So steht selbst bei dichtem Schneefall einem Skitag nichts im Wege. Außer Bäumen, und die stehen manchmal verdammt eng beisammen.

Keine Angst vor Bäumen

"Dont't look at the tree, look at the white". Der Ratschlag von Andi, unserem Guide, ist nett gemeint, doch bei diesem Schnee nicht ganz umzusetzen. Normalerweise bietet der tiefe, flockig leichte Powder genügend Wiederstand, um seine Geschwindigkeit zu kontrollieren, doch im Bruchharsch ist schon das Fahren eine Kunst, das Vorbeisteuern an den Bäumen noch viel mehr.

Vor lauter Bäumen sieht man den Wald nicht mehr, und den Rest der Gruppe schon lange nicht mehr. Die Orientierung ist nicht ganz einfach, überall Spuren und noch viel mehr Bäume, so dass man sich nur durch Schreien verständigt - und findet. Doch letztlich kann sich keiner verfahren, da man irgendwann wieder auf eine Straße trifft und auf das dort wartende Snowcat.