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Skeptiker der Wiedervereinigung:"Und dann gab es kein Halten mehr"

Demo gegen die Wiedervereinigung

Demonstration im Mai 1990 in Frankfurt am Main gegen die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten

(Foto: imago stock&people)

Viele Linke, darunter Politiker und Aktivisten, haderten mit der Wiedervereinigung - etwa Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht und Hans Modrow . Wie blicken sie heute auf diese Zeit zurück?

Über all den Feiern dieser Tage zum dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls könnte man eines fast vergessen: Dass es im November 1989 und darüber hinaus hierzulande Bürger gab, die der Wiedervereinigung nicht nur freudig entgegensahen. Besonders auf der Linken fremdelten viele mehr oder weniger stark mit der Vorstellung, dass die Zweistaatlichkeit in absehbarer Zeit Geschichte sein würde. Die Motive derer, die kritisch auf die sich abzeichnende Vereinigung schauten und die Beweggründe derer, die sie gar ablehnten, waren sehr unterschiedlich.

Manche fürchteten mit Blick auf die Vergangenheit ein größeres Deutschland, das seine gewachsene Macht wieder missbrauchen und in dem ein neuer Nationalismus sich ausbreiten könnte. Manche hielten an der Hoffnung fest, dass in einer - wenngleich reformierten - DDR der Sozialismus noch mal eine Chance hätte, seinen ramponierten Ruf zu retten und die Menschen für sich einzunehmen. Manche waren zwar nicht grundsätzlich dagegen, dass DDR und BRD sich wieder zusammentaten, haderten aber heftig damit, auf welche Weise das geschah; sie vermissten eine Vereinigung auf Augenhöhe.

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Und dann gab es Zeitgenossen, die explizit zwar nur den Modus der Wiedervereinigung bemängelten - aber gleichzeitig immer durchblicken ließen, dass ihnen auch die Einheit an sich nicht so recht passte. Im Folgenden kommen ost- und westdeutsche Politikerinnen und Politiker aus SPD, Linkspartei, von Bündnis 90/Die Grünen zu Wort, die die Wiedervereinigung oder den Weg dorthin kritisch sahen, oder immer noch kritisch sehen.

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