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Vorwahlen in den USA:Bernie Sanders siegt in Wyoming

Bernie Sanders gewinnt die Vorwahl der Demokraten in Wyoming.

Bernie Sanders gewinnt in Wyoming, holt in der Gesamtwertung der Demokraten aber kaum auf Hillary Clinton auf.

(Foto: dpa)
  • US-Senator Bernie Sanders gewann die Vorwahl der Demokraten in Wyoming vor seiner Rivalin Hillary Clinton.
  • Im Gesamtergebnis ändert Sanders' Sieg aber nur wenig.
  • Bei den Republikanern hat Ted Cruz auf Donald Trump aufgeholt.

Clinton verliert in Wyoming

US-Senator Bernie Sanders setzt seine Rivalin Hillary Clinton im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur weiter unter Druck. Sanders gewann am Samstag die Vorwahl im Bundesstaat Wyoming und hat damit Clinton in acht der neun jüngsten Abstimmungen geschlagen. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag der 74-Jährige in Wyoming mit etwa 56 zu 44 Prozent vor der Ex-Außenministerin geht damit gestärkt in die nächste Vorwahl am 19. April im wichtigen Bundesstaat New York. Allerdings liegt Clinton dort in Umfragen deutlich vor Sanders, sie führt auch insgesamt weiter klar das Vorwahlrennen an.

So sieht es in der Gesamtwertung aus

Bei den Vorwahlen geht es um das Sammeln von Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli. Da in Wyoming nur 18 Stimmen zu gewinnen waren, von denen 14 proportional zum Ergebnis verteilt wurden, konnte Sanders Clintons beachtlichen Gesamtvorsprung kaum schrumpfen.

Vor dem Votum in Wyoming hatte Clinton 1298 Delegierte, die an die Vorwahlergebnisse gebunden sind, für sich gewonnen Sanders kam auf 1079. Darüber hinaus gibt es bei den Demokraten aber noch sogenannte Superdelegierte, zumeist Parteifunktionäre, die auf dem Nominierungsparteitag mit abstimmen, aber ihre Meinung jederzeit ändern können. Hier führte Clinton bis zum Samstag mit 469 zu 31 Delegierten. Insgesamt sind für die Nominierung bei den Demokraten 2383 Delegiertenstimmen nötig.

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Clinton als Favoritin bei den nächsten Vorwahlen

Bei den Vorwahlen hat der Senator seine Stimmen bisher hauptsächlich im US-Westen geholt, in ländlichen Regionen mit überwiegend weißer Bevölkerung. Mit der Abstimmung im Bundesstaat New York beginnt eine Serie von Entscheidungen im Nordosten, bei denen Clinton größtenteils als Favoritin gilt. So wird am 26. April in Maryland, New Jersey, Rhode Island, Delaware und Pennsylvania abgestimmt. Auf der republikanischen Seite führt Multimilliardär Donald Trump das Vorwahlrennen an, gefolgt von Senator Ted Cruz aus Texas.

Bei den Republikanern wird eine Kampfabstimmung wahrscheinlicher

Im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung der Republikaner hat Ted Cruz im US-Staat Colorado auf seinen Rivalen Donald Trump aufgeholt. Beim republikanischen Parteitag in Colorado Springs sicherte sich Cruz weitere 13 Delegierte, nachdem er bei Versammlungen in den sieben Bezirken des Staates in dieser Woche schon 21 Stimmen der Wahlmänner und Wahlfrauen eingeheimst hatte. Damit hat der Senator von Texas insgesamt 34 Stimmen auf Trump aufgeholt.

Bei den Republikanern werden 1237 Delegierte für die Präsidentschaftsnominierung benötigt. Trump liegt mit 743 landesweit weiterhin deutlich vor Cruz mit 545 und dem abgeschlagenen John Kasich mit 143. Momentan sieht es allerdings danach aus, dass keiner der Bewerber vor dem Nationalkonvent eine Mehrheit hinter sich vereinen kann - Trump müsste dazu fast 60 Prozent aller bei den verbleibenden Vorwahlen bis zum 7. Juni vergebenen Delegierten holen. Bislang liegt seine Gewinnquote bei 46 Prozent. Eine Kampfabstimmung - ein höchst selten stattfindendes politisches Schauspiel - wird so immer wahrscheinlicher.

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