USA:Biden warnt vor "echtem Krieg" als Folge von Cyberangriffen

Joe Biden

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Trump will Biden keinen politischen Druck auf die Nachrichtendienste ausüben.

(Foto: Susan Walsh/AP)

Die Wahrscheinlichkeit für einen Krieg mit einer Großmacht nehme exponentiell zu. Der US-Präsident sieht eine wachsende Bedrohung durch Russland und China.

Vor dem Hintergrund zunehmender Cyberangriffe auf die Vereinigten Staaten warnt US-Präsident Joe Biden, als Folge wachse die Bedrohung durch einen echten Krieg. "Ich denke, es ist mehr als wahrscheinlich, dass wir in einem Krieg enden werden - einem echten Krieg mit einer Großmacht - als Folge eines Cyberangriffs von großer Tragweite, und die Wahrscheinlichkeit nimmt exponentiell zu", sagte Biden bei einem Besuch des Büros des Leiters der nationalen Nachrichtendienste (ODNI; Office of the Director of National Intelligence) in McLean, Virginia.

Die Regierung in Washington sehe eine wachsende Bedrohung durch China und Russland. Biden sagte, der chinesische Präsident Xi Jinping sei "todernst", wenn es darum gehe, die mächtigste Militärmacht der Welt sowie die größte und bedeutendste Volkswirtschaft der Welt bis Mitte der 40er-Jahre, also bis 2040, zu werden.

Das Thema Cybersicherheit hat für die Biden-Regierung Priorität, nachdem eine Reihe öffentlichkeitswirksamer Angriffe auf Unternehmen wie die Netzwerkmanagementfirma Solar Winds, die Firma Colonial Pipeline, den Fleischverarbeitungsbetrieb JBS und die Softwarefirma Kaseya den USA weit mehr geschadet haben als nur den gehackten Unternehmen. Einige der Angriffe wirkten sich in Teilen des Landes auf die Kraftstoff- und Lebensmittelversorgung aus.

Biden betonte zudem, dass er auf die Intelligence Community keinerlei politischen Druck ausüben werde. Seine Äußerung stellt eine klare Abkehr von der Politik seines Vorgängers Donald Trump dar, der wiederholt mit den US-Geheimdiensten aneinandergeriet, wie beispielsweise in Bezug auf Russlands Rolle bei Trumps Wahlsieg 2016 oder auch bei der Enthüllung, dass Trump Druck auf die Ukraine ausgeübt hat, gegen Biden Ermittlungen einzuleiten. Trump wechselte innerhalb seiner vierjährigen Amtszeit vier Direktoren der nationalen Nachrichtendienste (DNI; Director of National Intelligence) aus, die die Arbeit der 17 anderen US-Nachrichtendienste überwachen.

© SZ/Reuters/saul/kast
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