Liveblog zum Krieg in der UkraineRussland erleidet schwere Verluste bei Awdijiwka

In der Nähe der Großstadt Donezk hat die russische Armee mit großem Aufwand eine Offensive gestartet. Nun verliert sie dort Dutzende Panzerfahrzeuge - eine ihrer schlimmsten Niederlagen. Rumänien meldet, erneut eine abgestürzte russische Drohne gefunden zu haben.

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Wichtige Updates
Selenskij kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen gegen Russland
Russland: Beraten nach Diesel-Deal über weitere Projekte mit den USA 
US-Senatoren verlangen Klarheit über Starlink-Drosselung
Drohnen treffen zwei Tanker vor rumänischer Küste – Seeleute vermisst 
Insider: Starshield-Satellitendienst in Ukraine funktioniert wieder 

Selenskij kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen gegen Russland

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenskij auf Telegram mit. Er beklagte, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe, einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe.

„Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen“, sagte Selenskij. Das Land wolle Millionen Menschen Strom und Heizung nehmen. „Es braucht Druck, um dies zu stoppen“, forderte er. Trump könne das Sanktionsgesetz auch wieder in Kraft setzen. „Aber es muss wirklich greifen.“

Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland legte Trump die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis. Schon zuvor hatte Trump ungeachtet bestehender Sanktionen mit Putin Diesellieferungen aus Russland vereinbart und damit die Kritik Selenskijs auf sich gezogen.

Nach Darstellung Selenskijs hatten die Russen am Freitag einen der schwersten Schläge gegen den ukrainischen Energiesektor ausgeführt. „Mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung in verschiedenen Regionen der Ukraine wurden angegriffen“, sagte er. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Anlagen wieder instand zu setzen.

Auch die Energieversorgung in Kiew, Charkiw und anderen Städten und Gebieten sei von Ausfällen betroffen. „Die Russen haben ihre Operation gegen die Energieversorgung ausgeweitet und versuchen, unsere Reserven und unsere Wiederherstellungsfähigkeit so weit wie möglich zu zerschlagen“, sagte Selenskij. Moskau habe 320 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen die Energieanlagen, Städte und Gemeinden eingesetzt. Nicht alle Flugobjekte seien abgeschossen worden. Es gab laut Behörden auch Tote und Verletzte. Hunderttausende Menschen waren demnach ohne Strom und Heizung.

Russland: Fast 200 ukrainische Drohnen über Moskau abgefangen

Die russische Luftabwehr fängt nach Angaben des Moskauer Bürgermeisters fast 200 ukrainische Drohnen ab. Seit Mitternacht seien 195 Drohnen auf dem Weg in die Hauptstadt zerstört worden, teilt Sergej Sobjanin auf Telegram mit. Die Moskauer Flughäfen Domodedowo und Wnukowo setzen den Flugbetrieb aus. Eine ukrainische Stellungnahme liegt nicht vor.

Selenskij hält trilaterales Treffen von Ukraine, USA und Russland im Dezember für möglich

Beim G-20-Gipfel, der im Dezember in Miami stattfinden soll, könnte es dem ukrainischen Präsidenten zufolge auch zu einem Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland kommen. Aber auch ein Treffen in einem Land im Nahen Osten oder in Europa sei denkbar, so Wolodimir Selenkij. Bislang gebe es jedoch weder von den USA noch von Russland eine Bestätigung dafür. Selenskij erklärte zudem, dass sich Friedensunterhändler der Ukraine und der USA möglicherweise in der kommenden Woche treffen werden. Die ukrainischen Vertreter hätten dazu gestern mit dem US-Team gesprochen. Europa benötige zudem einen eigenen Verhandlungskanal für Gespräche mit Russland.

Selenskij: Drohnenabwehr wegen Starlink-Problemen derzeit nicht einsetzbar

Die Ukraine kann nach Angaben ihres Präsidenten Wolodimir Selenskij ihre Abfangsysteme gegen russische Drohnenangriffe wegen Einschränkungen beim Satelliten-Internetdienst Starlink nicht einsetzen. Die Regierung in Kiew sei dabei, das Thema mit US-Vertretern zu erörtern, teilte Selenskij mit. Den ukrainischen Behörden sei erklärt worden, dass die Einschränkungen auf technische Probleme zurückzuführen seien. Bei Tests auf dem Gebiet der Europäischen Union habe das System dagegen mit höheren Geschwindigkeiten funktioniert.

Derweil habe die russische Armee ihre Kampagne gegen das ukrainische Energiesystem ausgeweitet und versuche, Reserven und Reparaturkapazitäten so weit wie möglich zu strapazieren, teilte Selenskij auf Telegram mit.

Moskau meldet neuen Großangriff auf Infrastruktur der Ukraine

Die russische Armee hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zahlreiche ukrainische Infrastrukturziele angegriffen. Darunter sei das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört. Die Anlage hatte ihren Betrieb nach einer Reihe russischer Raketenangriffe im September eingestellt. Zudem seien ein Umspannwerk in Schytomyr, ein weiteres Stahlwerk in Saporischschja sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getroffen worden. Letzteres habe Militärgüter für den Hafen von Odessa geladen.
Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Stadt Cherson starb der Fahrer eines Rettungswagens, teilte der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, auf Telegram mit. Weitere 19 Personen seien verletzt worden, darunter auch ein Kind.

Parallel zu diesen Attacken gegen die Ukraine lobte Moskau die Aussetzung von neuen US-Strafmaßnahmen als „wichtigen und wahrhaft historischen Moment“. Der Schritt fördere den Dialog und die für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit, teilte der für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zuständige Kreml-Beauftragte Kirill Dmitrijew bei Telegram mit. Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland hatte US-Präsident Donald Trump die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis gelegt.

Zu dieser Entscheidung Trumps finden Sie hier einen Gastbeitrag des Historikers Timothy Snyder:

Trump: War nicht für Starlink-Drosselung verantwortlich 

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben nicht für die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten US-Satelliteninternets von Starlink in der Ukraine verantwortlich gewesen. „Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan“, sagte er vor Reportern in Washington.

Trumps Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen von Elon Musk, dem der Konzern Space-X, der Starlink betreibt, gehört. „Jegliche Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt“, hatte dieser auf X gepostet. Dabei ging es explizit um Starshield, der militärischen Funktion von Starlink. Unklar bleibt damit weiter, wer tatsächlich für eine etwaige Drosselung verantwortlich war. Der britische Telegraph berichtet derweil, Musk habe Trump die Drosselung empfohlen. 

Trump zeigte sich unwissend und bestritt, dass das Satelliteninternet überhaupt verlangsamt worden sei. „Soweit ich weiß, ich habe es erst heute Morgen in den Nachrichten und aus den Medien erfahren, haben wir es nicht verlangsamt.“ Trump gab sich zuversichtlich, dass das Internet „wahrscheinlich funktioniere“.

Ukrainischen Angaben zufolge war in der Nacht zu Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals etabliert worden, das etwas mehr als einen Tag bestand. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Dies soll zum Scheitern von ukrainischen Drohneneinsätzen bei eigenen Angriffen wie bei der Abwehr russischen Drohnen geführt haben. 
Carim Soliman
Carim Soliman

Putin sagt Papst Kooperation bei Hilfe für umkämpfte Stadt in Ukraine zu 

Papst Leo hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat um Hilfe für die notleidende Bevölkerung der umkämpften Stadt Oleschky in der Südukraine gebeten. Putin habe zugesagt, bei der Lieferung von Hilfsgütern in die von Russland kontrollierte Stadt zu kooperieren, teilte der Kreml am Freitag mit. Einer vom Papst erbetenen Waffenruhe, um eine Lieferung von Hilfsgütern und Lebensmitteln zu ermöglichen, stimmte der Kreml seiner Mitteilung zufolge jedoch nicht zu. Der Vatikan hatte zuvor erklärt, der Papst habe seine "tiefe Besorgnis" über die humanitäre Lage in der von Russland besetzten Stadt zum Ausdruck gebracht.

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Versorgung der Stadt zu blockieren, die die ukrainischen Streitkräfte zurückerobern wollen. In Oleschky in der ukrainischen Region Cherson lebten vor dem Krieg etwa 24.000 Menschen. Nach Angaben der Vereinten Nationen halten sich dort noch rund 1700 Einwohner auf, darunter 47 Kinder. Der 71-jährige Papst erholt sich derzeit in einem Krankenhaus in Rom von einer Lungenkrebs-Operation. Putin habe ihm eine rasche und vollständige Genesung gewünscht, hieß es aus dem Kreml. 
Carim Soliman
Carim Soliman

Merz widerspricht Trump: Angriffe auf russische Energieanlagen gerechtfertigt 

Die EU hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij weitere Hilfe zugesagt und ihn gegen US-Vorwürfe in Schutz genommen. „Es ist aus meiner Sicht richtig, nachvollziehbar und verständlich, wenn auch die Ukraine ihrerseits Ziele in Russland angreift, die die Kriegsführung der russischen Regierung und der russischen Armee beeinträchtigen“, sagte Kanzler Friedrich Merz zum Abschluss des EU-Gipfels. „Das betrifft sowohl die Kommunikation als auch die Energieversorgung.“ 

Auch Selenskij nahm an dem Gipfel teil. US-Präsident Donald Trump hat einen Diesel-Deal mit Russland geschlossen und die Ukraine ausdrücklich zum Stopp weiterer Angriffe auf russische Energieanlagen aufgefordert. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Merz verwiesen darauf, dass ein von Trump verkündeter angeblicher Energie-Waffenstillstand gar nicht existiere, weil Russland ununterbrochen und gezielt Energieanlagen in der Ukraine angreife.

Auf dem zweiten EU-Gipfeltag sprachen die 27 EU-Regierungen auch über die finanziellen Bedürfnisse der Ukraine. Selenskij bezifferte diese auf 70 Milliarden Euro im kommenden Jahr, die die Europäer beisteuern sollten. Aus den Reihen der EU-27 kam einerseits die Zusicherung, dass man die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland weiter unterstützen werde. Andererseits gibt es aber Zweifel an den ukrainischen Zahlen.
Carim Soliman
Carim Soliman

Russland: Beraten nach Diesel-Deal über weitere Projekte mit den USA 

Nach dem kürzlich abgeschlossenen Diesel-Abkommen berät Russland nach eigenen Angaben mit den USA über weitere gemeinsame Projekte. Trotz der US-Sanktionen prüften beide Seiten weitere Formen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, erklärte der russische Investitionsbeauftragte Kirill Dmitrijew auf einer Energiekonferenz in Moskau. Unter anderem würden gemeinsame Projekte im Bereich russischer und US-Rechenzentren erörtert. Dabei gehe es auch um den Einsatz „kleiner Kernkraftwerke“, um den steigenden Strombedarf dieser Anlagen zu decken. Weitere Details nannte Dmitrijew nicht. Er gilt als Schlüsselfigur bei den Gesprächen zwischen Russland und den USA über ein Ende des Ukraine-Kriegs.

Die USA hatten in der Vergangenheit solche Vereinbarungen an ein Friedensabkommen im Ukraine-Krieg gekoppelt. Dmitrijew äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass sich dies nun ändere. „Das Eis beginnt zu brechen“, sagte er. 

Trump hatte vor rund einer Woche ein Abkommen mit Russland verkündet, das Diesel-Lieferungen in die USA und auf den Weltmarkt vorsieht. Hintergrund ist, dass Trump und seine Republikaner wegen der stark gestiegenen Spritpreise im Zuge des von den USA begonnenen Iran-Kriegs vor den US-Kongresswahlen Anfang November unter Druck geraten sind.

Carim Soliman
Carim Soliman

Selenskij weist Trump-Vorwürfe wegen Angriffen auf Russland zurück 

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. Er habe der US-Regierung nach der Forderung eines Stopps der Angriffe gesagt, dass Washington sein Land dann aber mit Luftabwehrraketen ausstatten solle, sagte Selenskij am Freitag in Brüssel auf dem EU-Gipfel. Nur mit den Abwehrraketen könne man fortgesetzte russische Angriffe auf eigene Energieanlagen abwehren. Dies sei nicht geschehen, fügte Selenskij hinzu. Die Ukraine hatte nach wenigen Tagen wieder Ölanlagen in Russland attackiert, weil Russland nicht aufhörte, Energieeinrichtungen in der Ukraine zu bombardieren. 

Auf die Frage, was er zu der Trump-Aussage sage, dass dieser leichter mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als mit ihm reden könne, wich Selenskij aus. Er habe mehrere Treffen mit Trump gehabt „und immer Themen gefunden, über die man diskutieren und entscheiden“ könne. Aber er stehe allein für die ukrainischen Interessen, betonte Selenskij. „Wir werden angegriffen, wir werden besetzt, unsere Menschen werden umgebracht“, sagte der Präsident.

Auf die Frage, ob er von Trump vor den US-Midterm-Wahlen zum Sündenbock für den vom US-Präsidenten begonnenen Krieg gegen Iran und die hohen Spritpreise gemacht werden solle, lächelte Selenskij nur. „Das ist meine Antwort.“ 
Selenskij hatte zuvor an den Beratungen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs teilgenommen und davon gesprochen, wie groß die Hilfe der EU für sein Land sei.

US-Senatoren verlangen Klarheit über Starlink-Drosselung

Die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten Satelliteninternets in der Ukraine sorgt im US-Senat für parteiübergreifende Kritik. Neun Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses, darunter vier Republikaner, fordern in einem Brief an den Generalinspekteur des Pentagons eine Untersuchung des Vorfalls, wie der Senatsausschuss mitteilte. Es müsse untersucht werden, ob US-Beamte der Unterbrechung von Starshield, der militärischen Funktion von Starlink, zugestimmt hätten oder vorab darüber informiert gewesen seien. Eine Störung des Systems beeinträchtige die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine.

Ein besonderes Augenmerk legten die Senatoren auf Auswirkungen auf eigene Staatsbürger: Beeinträchtigungen des Systems gefährdeten Diplomaten, Militärangehörige und Sicherheitspersonal. Die neun Senatorinnen und Senatoren dringen in dem Brief auf eine Prüfung, ob US-Personal während russischer Angriffe Schutzräume erreichen konnte. „Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die grundlegende Pflicht, amerikanisches Personal im Ausland zu schützen“, heißt es in dem Schreiben an Generalinspekteur Platte Moring.

Ukrainischen Medienberichten zufolge hatte der Starlink-Betreiber Space-X in der Nacht zum Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals eingeführt, das etwas mehr als einen Tag bestand. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Weitreichende ukrainische Drohnen, die zum Teil mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde fliegen, waren damit bei Überschreitungen der Geschwindigkeitsbegrenzung im Blindflug unterwegs. Sie konnten nicht mehr aus der Ferne gesteuert werden.

Die Stimmung zwischen Donald Trump und Wolodimir Selenskij hat sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Der US-Präsident hatte sogar die Ablösung seines ukrainischen Kollegen gefordert und behauptet, Selenskij sperre sich gegen ein Friedensabkommen und sei durch die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien für die hohen Dieselpreise verantwortlich. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen aus New Hampshire, die zu den Unterzeichnern des Schreibens gehört, sagte dem britischen Sender BBC, Trump nutze die Ukraine als „Sündenbock“ für die hohen Energiepreise. Dabei seien diese ein Ergebnis des Iran-Krieges. In weniger als drei Wochen stehen am 3. November die wichtigen Zwischenwahlen in den USA an.

Ukraine meldet Tote und Verletzte in Charkiw

Bei russischen Drohnenangriffen sind nach Angaben aus der Ukraine in der Stadt Charkiw mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein Mann habe reanimiert werden können, teilte der Gouverneur des Gebiets auf Telegram mit. Sein Zustand sei kritisch. Insgesamt gebe es 14 Verletzte. Moskau attackierte demnach mehrere Stadtteile.

Ukraine: Hunderttausende Menschen nach Angriffen ohne Strom 

Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben mehrere Menschen verletzt worden. Zudem fiel im Westen des Landes für Hunderttausende Menschen der Strom aus. In der an Polen grenzenden Region Wolyn seien 370 000 Menschen ohne Stromversorgung, teilte der zuständige Gouverneur auf Telegram mit. Ein Unternehmen mit ausländischen Investitionen sei getroffen und zwei Menschen seien verletzt worden.

Polen ließ während der russischen Angriffe Kampfjets aufsteigen, um seinen Luftraum zu schützen. Es sei jedoch keine Verletzung des Luftraums registriert worden, teilten die Streitkräfte des EU- und Nato-Landes auf X mit.

In Kiew kam es während der russischen Angriffe zu Notabschaltungen, wie der private Energieversorger DTEK auf X mitteilte. In Uman in der Zentralukraine wurden der Polizei zufolge fünf Personen verletzt, als Drohnen in ein Wohnhaus einschlugen.

Drohnen treffen zwei Tanker vor rumänischer Küste – Seeleute vermisst 

Bei einem Drohnenangriff vor der rumänischen Schwarzmeerküste sind zwei Chemikalientanker in Brand geraten. Sieben Seeleute werden vermisst, wie die rumänischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Einem Nato-Militärvertreter zufolge stammten die Drohnen aus Russland. Der rumänische Präsident Nicușor Dan bestätigte die Drohnenangriffe, vermied es jedoch, Russland direkt als Verantwortlichen zu benennen. Die beiden Schiffe ankerten nahe der Mündung des Sulina-Kanals, einer für die Ukraine wichtigen Exportroute über die Donau. Eines der Schiffe befand sich in rumänischen Hoheitsgewässern, das andere knapp außerhalb.

In den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens fünf weitere Frachtschiffe nahe der Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien getroffen. Nach Angaben örtlicher Behörden gelten mindestens 23 Seeleute als vermisst oder tot. "Die Lage im Schwarzen Meer ist ernst", sagte Präsident Dan. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte nach einem Treffen mit Dan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew, das Bündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsposition bei Bedarf anpassen.

Wegen der wiederholten russischen Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeerhäfen ist Kiew zunehmend auf die Donauhäfen und Schifffahrtsrouten nahe der Küsten Rumäniens und Bulgariens angewiesen. Die zunehmenden Angriffe auf Handelsschiffe schüren Sorgen über die Getreideexporte aus der Region. Die rumänische Außenministerin Oana Țoiu bezeichnete das Schwarze Meer kürzlich als "das derzeit tödlichste Meer, was die Zahl der Opfer unter Seeleuten in den letzten Monaten angeht". Dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radew zufolge wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer beraten.
Barbara Klimke

Ukrainische Drohne treffen Industrieanlagen bei Rostow

Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, dortige Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Bei dem Angriff sei ein Mann verletzt worden, schreibt Sljussar im Onlinedienst Telegram. 
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