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Truppenbesuch im Irak:Trump: "Können nicht weiter der Weltpolizist sein"

  • Überraschend hat US-Präsident Trump im Irak stationierte US-Soldaten besucht.
  • Auf dem Rückweg stoppte er auch in Ramstein in Rheinland-Pfalz.
  • Die Reise fällt in eine Zeit großer Turbulenzen: Erst vergangene Woche hatte Trump angekündigt, die US-Truppen aus Syrien abzuziehen.

Erstmals seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren hat US-Präsident Donald Trump amerikanische Soldaten in einem Kampfgebiet besucht. Überraschend landete Trump am Mittwochabend mit seiner Frau Melania auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Asad im Irak. Dort traf der Präsident US-Soldaten und Führungspersonal der Armee, wie seine Sprecherin Sarah Sanders auf Twitter mitteilte. Aus Sicherheitsgründen werden solche Trips nie vorher öffentlich angekündigt.

Der Präsident und die First Lady seien in den Irak geflogen, um den US-Soldaten vor Ort "für ihr Engagement, ihren Erfolg und ihr Opfer zu danken und um ihnen Frohe Weihnachten zu wünschen", schrieb Sanders und fügte ein Foto bei, das Trump und seine Frau gemeinsam mit jungen Soldaten zeigt. In den vergangenen Monaten war der Druck auf Trump gestiegen, Truppen im Kampfgebiet einen Besuch abzustatten.

Das Treffen fällt in eine Zeit größtmöglicher Turbulenzen im US-Verteidigungsministerium. Vergangene Woche hatte Trump angekündigt, die US-Truppen aus dem benachbarten Syrien abzuziehen, weil die Terrormiliz Islamischer Staat besiegt sei. Dem Einsatz sei mittlerweile "genug Zeit" gegeben worden, sagte Trump am Mittwoch. Die USA "können nicht weiter der Weltpolizist sein", erklärte er. "Es ist nicht fair, wenn die Last allein auf uns liegt." Er habe aber "überhaupt keine Pläne", US-Truppen aus dem Irak abzuziehen, sagte er vor den Soldaten.

Trump-Reise

Nächtlicher Besuch in Ramstein

Auf dem Rückflug legte Trump noch einen Zwischenstopp auf dem US-Luftwaffenstütztpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ein. Nach einem Gespräch mit Offizieren an Bord der Air Force One trafen sich der US-Präsident und seine Frau mit Soldaten und posierten für Fotos.

Die Entscheidung zum Abzug aus Syrien sorgte national wie international für einen Aufschrei. Experten halten den IS keineswegs für besiegt und einen Abzug für fatal. Pentagon-Chef James Mattis kündigte nach der offenbar unabgesprochenen Entscheidung Trumps seinen Rücktritt an - wegen grundlegender inhaltlicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten.

Auch in Afghanistan will Trump die Truppenstärke stark reduzieren - Medienberichten zufolge will er die Hälfte der Soldaten dort abziehen. Diese Entscheidung stieß ebenfalls auf viel Kritik. Trump entschied sich mit dem Irak nun für einen Truppenbesuch in einem anderen Krisengebiet.

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