Streit im Weißen Haus:Will Trump Bannon überhaupt loswerden?

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Trump nennt Bannon am Dienstag "meinen Freund" und einen "guten Kerl". Er sei jedenfalls "kein Rassist". Bannons Zukunft aber hält sich Trump offen. Was nichts weiter bedeutet. Das macht Trump grundsätzlich so.

Trump soll Bannon aber vorsichtshalber in eine Art inneres Exil geschickt haben, schreibt die New York Times. Der persönliche Kontakt zu Trump soll mehr oder weniger eingefroren sein. Seit mehr als einer Woche soll es kein direktes Zusammentreffen der beiden mehr gegeben haben - ungewöhnlich, weil Bannon früher ständig im Oval Office auftauchte.

Allerdings stehen die beiden telefonisch offenbar sehr wohl in einem engen Austausch. Es war Bannon, mit dem Trump über den Inhalt des ersten Statements zu Charlottesville beraten haben soll. Heraus kam die Aussage, dass die Gewalt von "vielen Seiten" gekommen sei. Eine explizite Verurteilung der Rechtsradikalen fehlte.

Trump ist damit Bannons Strategie gefolgt, nichts zu tun, was aussehen könnte wie normales Politikergehabe. Womit Trump aber wohl nicht gerechnet hat, ist, wie groß der Ärger darüber auch unter sehr konservativen Republikanern ist.

Aber wenn Trump Bannon feuern würde, könnte das für den US-Präsidenten gefährlich werden. Bannon hat massiven Einfluss auf eine für Trump wichtige Anhängerschaft: Ultrarechte, die 2016 vielfach zum ersten Mal überhaupt wählen gegangen sind, um Trump zu unterstützen.

Trump hat in vielen Wahlkreisen nur knapp gewonnen. Und dort waren nicht selten die Ultrarechten ausschlaggebend. Sie würden es persönlich nehmen, wenn Bannon auch nur ein Haar gekrümmt würde.

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