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Spionage - Köln:Julian Assanges Vater: Geistige Stärke hält Sohn am Leben

Köln (dpa/lnw) - Der Vater von Wikileaks-Gründer Julian Assange (48) betrachtet die geistige Verfassung seines Sohnes als ausschlaggebend für dessen Überleben. "Dank seiner außerordentlichen Widerstandsfähigkeit, seiner außerordentlichen Geistesverfassung ist er noch am Leben, ist er heute noch unter uns", sagte John Shipton am Freitagabend bei einer Diskussion in Köln.

Assange sitzt seit April in einem Hochsicherheitsgefängnis in London. Im Februar soll die Verhandlung zu einem Auslieferungsantrag der US-Justiz beginnen. Diese wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen zu veröffentlichen. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen ihm bis zu 175 Jahre Haft.

Zuvor hatte sich der Journalist jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft aufgehalten, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte wegen Vergewaltigung gegen ihn ermittelt. Inzwischen wurden die Ermittlungen aber eingestellt.

Shipton kritisierte Schwedens Vorgehen scharf. Am Ende aller Untersuchungen stehe nun, dass Schwedens Reputation ruiniert sei. "Und Julian ist krank im Gefängnis." Auf die Frage, was man konkret tun könne, um Assange im Gefängnis zu helfen, sagte er: "Schicken Sie einen Brief".

Zuletzt hatten britischen Medienberichten zufolge mehr als 60 Ärzte eine dringende medizinische Behandlung von Assange gefordert - sonst könne er in der Haft sterben. Im Gefängnis habe sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert.