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SPD-Parteitag und die Wahlniederlage:Hätte, hätte Fahrradkette

Das alles wäre vielleicht kein Problem gewesen, wäre die SPD glaubwürdiger gewesen. Hätte sich die SPD in den Schröder-Jahren nicht den zweifelhaften Ruf erworben, für den neoliberalen Mainstream ihre Grundwerte über Bord zu werfen, hätten die SPD-Anhänger vielleicht auch einen Kanzlerkandidaten Steinbrück mit allen seinen Macken gewählt.

Hätte, hätte Fahrradkette, würde Steinbrück jetzt vielleicht sagen. Die Glaubwürdigkeitskrise aber gehörte zu den Grundbedingungen des Wahlkampfes. Die gesamte SPD-Führung hat keine Antwort darauf gefunden. Vielleicht kann diese Krise auch aus der Opposition heraus nicht gelöst werden. Die SPD muss erst wieder regieren um zu beweisen, dass sie meint, was sie sagt. Das dürfte überlebensnotwendig für die Partei sein. Weitere vier Jahre in der Opposition können schon deshalb keine ernsthafte Option für die SPD sein.

Auch deshalb war es ein Fehler von Steinbrück, für eine große Koalition nicht zur Verfügung stehen zu wollen. Die Bereitschaft zu Übernahme von Verantwortung, die er von der SPD jetzt erwartet, für sich selbst lässt er sie nicht gelten. Das hat seine persönliche Glaubwürdigkeitskrise nach den Vortragshonoraren sicher nicht gemildert.

Das Thema Steinbrück muss ja nicht den größten Raum einnehmen. Der nächste Kanzlerkandidat wird sicher ein anderer sein. Aber ohne Steinbrücks Fehler wäre die Niederlage der SPD nicht so deutlich gewesen. Auf 25 plus X Prozent wäre auch Frank-Walter Steinmeier gekommen. Nur mit viel weniger Ärger. Aber der wollte ja nicht. Und Gabriel auch nicht. Auch so ein Problem, das heute niemand ansprechen wollte.

© Süddeutsche.de/dmo
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