Rüstung:2,2 Billionen für Waffen

Rüstung: Russland hat in der Ukraine bislang 3000 Panzer verloren.

Russland hat in der Ukraine bislang 3000 Panzer verloren.

(Foto: Fadel Senna/AFP)

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind auf ein Rekordhoch gestiegen, berichtet ein renommierter Thinktank. Die Experten haben außerdem berechnet, wie lange Russland seine hohen Verluste in der Ukraine noch durchhalten kann.

Von Sebastian Gierke

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind laut dem renommierten International Institute for Strategic Studies (IISS) auf ein Rekordhoch von 2,2 Billionen US-Dollar gestiegen. Das entspricht einer Steigerung von neun Prozent, wie der britische Thinktank bei der Vorstellung seines jährlichen Berichts "Military Balance" in London erklärte, für den er Daten zu internationalen Rüstungsentwicklungen zusammenstellt.

Der Hauptgrund für den Anstieg sind demnach der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die internationalen Reaktionen. Daneben spielen die Bedrohung Taiwans durch China und die zunehmenden Spannungen zwischen China und den westlichen Staaten eine große Rolle. Außerdem benennt das IISS unter anderem den Krieg zwischen Israel und der Hamas als Rüstungstreiber. Etwa die Hälfte der weltweiten Rüstungsausgaben entfällt demnach auf Nato-Staaten, wobei die USA mit 41 Prozent den mit Abstand größten Anteil daran haben. Chinas Anteil liegt laut IISS bei zehn Prozent, der Russlands bei etwa fünf Prozent.

3000 verlorene russische Panzer

Die Ausgaben der Nato-Staaten ohne die USA sind laut IISS seit der Invasion der Krim durch Russland im Jahr 2014 um 32 Prozent gestiegen. Die USA und europäische Länder sind demnach mittlerweile die Haupttreiber von Verteidigungsausgaben. Kein Nato-Land, das eine Grenze zu Russland hat, verfehle aktuell das Zwei-Prozent-Ziel, also die Nato-Verpflichtung, jedes Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Dennoch gebe es nach jahrzehntelangen Kürzungen bei den Verteidigungsausgaben innerhalb der Nato noch "große Fähigkeitslücken", so das IISS.

Der Thinktank hat überdies ermittelt, dass Russland in der Ukraine fast 3000 Kampfpanzer verloren hat - und damit ungefähr so viele, wie das Land vor der Invasion insgesamt besaß. Solch große Verluste könne Russland noch ungefähr zwei bis drei Jahre kompensieren, vor allem, indem zerstörte Panzer durch solche aus vorhandenen Beständen ersetzt würden. IISS-Direktor Bastian Giegerich sagte in London, Russland müsste dabei "Qualität für Quantität opfern". Neue Systeme können also nicht in ausreichendem Maße hergestellt werden. Und das, obwohl laut IISS etwa 30 Prozent der russischen Staatsausgaben der Armee zugutekommen - Tendenz stark steigend.

Auch die Ukraine erleidet laut IISS große Verluste beim Kriegsmaterial. Bislang hätte das Land diese aber weitgehend durch die Lieferungen der Verbündeten aus dem Westen ausgleichen und dadurch die Qualität der eingesetzten Waffen verbessern können.

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