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Panama Papers:Die Lieferanten

Die Lieferanten

Dass Assad seinen Krieg bis heute mit unverminderter Härte weiterführen kann, liegt auch daran, dass ihm das Benzin nicht ausgeht. Trotz internationaler Embargos bekommt das Regime stetigen Nachschub, um seine Panzer auffahren und die Kampfflugzeuge starten zu lassen. Ein großer Teil der Lieferungen läuft nach Meinung von Experten über die Arabischen Emirate.

US-Behörden sehen schon länger eine Firma namens Maxima Middle East Trading als Knotenpunkt eines komplizierten Netzwerks von Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Syrien, der Schweiz und den Niederlanden, über die angeblich mittels gefälschter Papiere Benzin nach Syrien geliefert wurde. 2014 wurden das Unternehmen und sein Direktor daher auf die US-Sanktionsliste gesetzt.

Die Panama Papers zeigen nun: Maxima Middle East Trading wurde 2012 von Mossack Fonseca registriert. Die Kanzlei half offenbar noch 2013, fast zwei Jahre nach Beginn des Krieges in Syrien, bei der Syria International Islamic Bank ein Konto für die Firma zu eröffnen. Die Bank war ein Jahr zuvor von der US-Regierung sanktioniert worden, weil sie das Assad-Regime mit Geld versorgt und geholfen haben soll, Sanktionen zu umgehen. In den Panama Papers ist kein Hinweis zu finden, dass Mossfon Anlass gesehen hätte zu handeln.

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Neben der Maxima Middle East Trading sollen nach US-Angaben in den Benzinschmuggel auch zwei Firmen namens Pangates International Corporation Ltd. und Abdulkarim-Group verwickelt gewesen sein - diese beide hatten Verbindungen zu Mossfon. So war der von der EU als "Unterstützer und Nutznießer des syrischen Regimes" bezeichnete Eigentümer der Abdulkarim-Group lange Direktor der von Mossfon verwalteten Morgan Additives.

Morgan Additives erklärte auf Anfrage, seit Anfang 2015 sei der Mann nicht mehr in dieser Position, die Firma sei derzeit nicht aktiv.

Die Pangates International Corporation Ltd. taucht in den Panama Papers mit Sitz in drei Steueroasen auf: Sie wurde 1999 auf der Insel Niue im Südpazifik gegründet, dann nach Samoa verlegt, 2012 schließlich auf die Seychellen. Mittlerweile ist die Firma von den USA sanktioniert, weil sie laut US-Regierung "materielle Unterstützung sowie Güter und Dienstleistungen für die syrische Regierung zur Verfügung" gestellt hat. Und dennoch war die Firma nach ihrer Sanktionierung offenkundig noch ein weiteres Jahr aktiv.

Die genannten Firmen antworteten nicht auf eine Anfrage der SZ. Mossfon teilte mit, gesetzeswidrige Handlungen nicht zu fördern.