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Nordkorea-Konflikt:Japan schickt Kriegsschiff, um US-Flotte zu schützen

  • Japan hat sein größtes Kriegsschiff entsandt, um seinen Verbündeten USA im Pazifik zu schützen und Nordkorea abzuschrecken.
  • Der Einsatz des Kriegschiffs ist der erste dieser Art, seit Japan im März 2015 die Rolle seines Militärs gesetzlich ausgeweitet hatte.

Im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat Japan erstmals ein Kriegsschiff zum Schutz seines Verbündeten USA entsandt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, schloss sich der Hubschrauber-Träger Izumo einem Versorgungsschiff der US-Marine im Pazifik an. Laut Japan Times handelt es sich bei der 249 Meter langen Izumo um das größte Schiff des japanischen Militärs.

Die Entsendung des Kriegsschiffes soll laut Beobachtern das enge Bündnis mit den USA demonstrieren und Nordkorea abschrecken, weitere Atom- und Raketentests zu unternehmen. Der Einsatz des Kriegschiffs ist der erste dieser Art, seit Japan im März 2015 die Rolle seines Militärs gesetzlich ausgeweitet hatte. Nach dem Prinzip der "kollektiven Selbstverteidigung" darf das Land nun in Konflikten an der Seite von Verbündeten kämpfen, selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich verschärft

Das von Japan geschützte US-Versorgungsschiff soll den Berichten zufolge andere zum Schutz gegen Nordkorea eingesetzte US-Kriegsschiffe mit Treibstoff versorgen. Dazu gehöre auch ein Flottenverband um den Flugzeugträger USS Carl Vinsson, den Washington als Demonstration militärischer Stärke in Marsch gesetzt hatte. Die Ankunft des Flugzeugträgers hatte sich zuunächst verzögert, er erreichte am Samstag schließlich die Gewässer in der Nähe der koreanischen Halbinsel. Dort nimmt der amerikanische Flottenverband an Seeübungen mit der südkoreanischen und der japanischen Marine teil.

Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea hat sich zuletzt deutlich verschärft. US-Präsident Donald Trump kündigte mehrfach an, härter gegen das Land vorgehen zu wollen als seine Vorgänger. Auch einen Militärschlag schließt er nicht aus. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters deutete er vergangene Woche an, dass der Konflikt womöglich eskalieren könne. "Am liebsten würden wir diese Dinge diplomatisch lösen, aber das ist sehr schwierig", sagte Trump. "Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben. Absolut."

Nordkorea wiederum, scheint bislang unbeeindruckt von Trumps Worten. Das Land drohte am Montag erneut mit Atomtests. Man sei "zu jeder Zeit und an jedem Ort" bereit dazu, teilte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums. Nordkorea sei außerdem "vollkommen bereit, auf jegliche Option der USA zu reagieren", hieß es weiter.

© SZ.de/dpa/AFP/jps/fued

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