US-Präsident Trump hält Eskalation im Streit mit Nordkorea für möglich

  • US-Präsident Trump befürchtet, dass die Nordkorea-Krise nicht auf diplomatischem Wege zu lösen ist.
  • In einem Interview spricht er von der Möglichkeit eines "großen, großen Konflikts". Er könne Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un nicht einschätzen, sagt Trump.
  • Zuvor hatte der amerikanische Außenminister Tillerson erklärt, dass China seinem Verbündeten Nordkorea mit Sanktionen gedroht habe.

US-Präsident Donald Trump hat vor einer Eskalation im Nordkorea-Konflikt gewarnt. "Am liebsten würden wir diese Dinge diplomatisch lösen, aber das ist sehr schwierig", erklärte Trump im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Es besteht die Möglichkeit, dass wir am Ende einen großen, großen Konflikt mit Nordkorea haben. Absolut."

Weiter sagte Trump in dem Interview, dass er den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un nur schwer einschätzen könne. Er hoffe, dass Kim ein vernünftiger Mensch sei. Darüber hinaus bat die US-Regierung den früheren US-Präsidenten und Nordkorea-Gesandten Jimmy Carter, zunächst keine Annäherung zum Regime in Pjöngjang anzustrengen, um den Druck auf den Machthaber Kim Jong-un aufrechtzuerhalten. Das berichtet die Financial Times.

Zugleich lobte der amerikanische Präsident den chinesischen Präsidenten Xi Jinping für dessen Anstrengungen, die Führung in Pjöngjang zum Einlenken im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm zu bewegen. Trump hatte sich vor drei Wochen mit dem chinesischen Staatschef getroffen. Jetzt sagte er: "Ich denke, er bemüht sich sehr stark." Xi wolle nicht, dass es zu einer Eskalation und Toten komme. Die USA gehen davon aus, dass Peking großen Einfluss auf Pjöngjang hat.

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Tillerson: China erhöht Druck auf Nordkorea

Zuvor hatte Trumps Außenminister Rex Tillerson erklärt, China habe Nordkorea mit Sanktionen gedroht, sollte das Land einen weiteren Atomtest unternehmen. Das habe die chinesische Regierung gegenüber den USA bestätigt, sagte Tillerson dem US-Sender Fox News. Er werte das als Beleg dafür, dass Peking bereit sei, mit der amerikanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um den Druck auf das isolierte kommunistische Land zu erhöhen.

Der Konflikt mit Nordkorea hatte sich zuletzt immer weiter verschärft. Trump kündigte ein härteres Vorgehen gegen Nordkorea als seine Vorgänger an und schloss einen Militärschlag nicht aus. Am Mittwoch begann die US-Regierung mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea.

Trotz internationaler Kritik und verschärften UN-Sanktionen treibt Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm voran. In den vergangenen Monaten hat das Land verstärkt Raketen getestet, nachdem es im vorigen Jahr zwei Atomtests durchgeführt hatte. Das abgeschottete Land verstößt damit gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Am Freitag berät der UN-Sicherheitsrat über den Konflikt. Bei der Sitzung soll UN-Generalsekretär António Guterres das Gremium über die Lage informieren. Für die USA, die derzeit den monatlich rotierenden Vorsitz des Rats innehaben, nimmt Tillerson teil.

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