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Migration - Dortmund:Neues Forum in NRW: Muslimische Pfadfinder und Jecken

Deutschland
Joachim Stamp (FDP), Integrationsminister von NRW, spricht vor der Presse. Foto: Federico Gambarini/dpa (Foto: dpa)

Dortmund (dpa/lnw) - Rund 1,5 Millionen Muslime leben in Nordrhein-Westfalen - und das Land will den Austausch mit ihnen auf eine breitere Basis stellen. "In der Vergangenheit gab es eine Fixierung auf wenige große Verbände. Jetzt kommen viel mehr unterschiedliche Akteure zu Wort", sagte Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Ziel ist es, die Bandbreite des positiven muslimischen Engagements sichtbar zu machen und auch den innermuslimischen Diskurs zu stärken."

Die im Sommer 2019 gestartete Koordinierungsstelle Muslimisches Engagement NRW (KME) kommt laut Ministerium gut voran. Die Resonanz sei wesentlich größer als erwartet. Bisher engagieren sich mehr als 100 Vereine, rund 60 bis 80 nahmen an den ersten Arbeitssitzungen teil. Darunter sind auch etwa die Muslimischen Pfadfinder NRW, Vertreter von Kurden oder Aleviten, mehrere Frauengruppen, ein muslimischer Karnevalsverein, Studenten- und Lehrergruppen, Jugendverbände oder Umweltschützer. Ihr vielfältiger Einsatz und ihre Lebenswirklichkeit sollen stärker sichtbar werden.

Welche Themen brennen den Muslimen der KME unter den Nägeln? "Älterwerden in den muslimischen Communities", Seelsorge und Wohlfahrtspflege, Stärkung von Frauen und Jugendlichen oder auch Islamfeindlichkeit sind als wichtige Handlungsfelder identifiziert, schildert das Ministerium. Bislang handele es sich um eine offene Plattform. In einem zweiten Schritt soll ein Expertenrat gebildet werden, der die Landesregierung berät.

Die Vorgänger-Regierungen hatten sich über viele Jahre hinweg vor allem auf die großen Islamverbände wie den Zentralrat der Muslime oder der Türkisch-Islamischen Union Ditib als Ansprechpartner konzentriert. Das war auf Kritik gestoßen, weil die Verbände als sehr konservativ gelten und nur einen kleineren Teil der Muslime in NRW vertreten.

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