Thorsten Schäfer-Gümbel, 49, SPD

Eigentlich hat "TSG", wie ihn seine Parteifreunde gerne nennen, die Statistik auf seiner Seite. In Hessen gab es neben einem parteilosen Regierungschef erst drei Ministerpräsidenten der CDU und fünf von der SPD. Allerdings - und das ist die andere Seite der Statistik - war Schäfer-Gümbel bereits zwei Mal Spitzenkandidat seiner Partei. Und scheiterte. Der studierte Politikwissenschaftler erscheint vielen potenziellen Wählern als zu nett.

Ein gemeinsames Bündnis aus SPD, Linken und Grünen, unter wessen Führung auch immer, wäre für hessische Verhältnisse eine kleine Sensation. Würde es doch den Graben zwischen SPD und den Linken schließen, der 2008 aufbrach. Damals lehnte Schäfer-Gümbels Vorgängerin Andrea Ypsilanti eine Regierung mit den Grünen unter Beteiligung der Linken ab, der spätere Versuch, eine Regierung nur mit den Grünen zu schmieden, scheiterte erneut. Bei den Sozialdemokraten scheint man aus dem Debakel gelernt zu haben. TSG schweigt zu möglichen Koalitionspartnern. Er wolle die nächste Regierung anführen, sagt er nur. Doch das zu erreichen wird schwer. In den Umfragen hat die SPD stark verloren und könnte knapp hinter den Grünen auf Platz drei landen.

Bild: dpa 23. Oktober 2018, 16:022018-10-23 16:02:47 © SZ.de/dpa/lalse/stein