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Landtag - Schwerin:Verdi fordert Rekommunalisierung von Krankenhäusern

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Lübeck/Schwerin (dpa/mv) - Die Forderung nach der Verstaatlichung privatisierter Krankenhäuser, die Stationen schließen wollen, wird lauter. In Mecklenburg-Vorpommern würden die negativen Auswirkungen einer fast vollständig privatisierten medizinischen Versorgung für die Menschen immer sicht- und spürbarer, erklärte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Montag. Mit der geplanten Schließung der Station für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Mediclin-Krankenhaus Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hätten Frauen in der Region künftig keine Wahlmöglichkeit mehr.

Sie seien den Regeln der Privaten ausgeliefert. Zudem will Asklepios die Kinderstation am Krankenhaus Parchim endgültig schließen. Vorige Woche hatte bereits der SPD-Gesundheitspolitiker im Landtag, Julian Barlen, mit Rekommunalisierung gedroht, sollten die Betreiber bei ihrer harten Linie bleiben.

"Geburtskliniken sind ein elementarer Teil der medizinischen Grundversorgung und sie gehören in die öffentliche Hand", sagte Steffen Kühhirt von Verdi Nord. "Deshalb sprechen wir uns klar für eine Rekommunalisierung der Geburtshilfe Crivitz und der Kinderklinik Parchim aus." In Parchim werden aus Personalmangel schon seit Pfingsten keine Kinder mehr stationär behandelt. "Wir fordern die Landesregierung nachdrücklich auf, die geplante Schließung zu stoppen und den Weg für eine Rekommunalisierung zu ebnen", so Kühhirt.

Verdi fordert zudem ein Konzept für Geburtshilfe und Kinderkliniken in MV, um die Versorgung im ländlichen Raum zu sichern. Von den 37 Krankenhäusern im Land haben laut Gesundheitsministerium noch 16 eine Geburtsstation. Rund die Hälfte hat weniger als 500 Geburten im Jahr.

Am vergangenen Freitag hatte der Landtag die Regierung einstimmig aufgefordert, alles für den Erhalt der Geburtsstation in Crivitz zu tun und auch für die Kinderklinik in Parchim eine Lösung zu finden. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) zu Neuverhandlungen mit Mediclin und Asklepios auf. Die Gespräche sollen am Mittwoch und Donnerstag stattfinden.

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