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Bayern und Baden-Württemberg:Fünf Dinge, bei denen Kretschmann und Söder sich einig sind

Fasching, Autos und die SPD: Der grüne Ministerpräsident aus Stuttgart und sein Kollege aus München sind sich näher, als man denkt.

Von Max Hägler, Wolfgang Wittl und Gunnar Herrmann

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Bundesrat

Quelle: Kay Nietfeld/dpa; Bearbeitung SZ

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Zwei, die sich mögen

Winfried Kretschmann, 71, regiert seit nunmehr acht Jahren in Stuttgart, derzeit in einer Koalition mit der CDU als kleinerem Partner. Er ist der erste grüne Ministerpräsident Deutschlands.

Markus Söder, 52, ist seit gut einem Jahr bayerischer Regierungschef. Er ist der neunte CSU-Politiker in Folge, der dieses Amt ausübt.

Auf den ersten Blick wirken die beiden recht verschieden - und doch haben sie viele Gemeinsamkeiten, nicht nur die Südschiene, die ihre Bundesländer verbinden soll. Der SZ haben sie erstmals zu zweit ein Interview gegeben.

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Quelle: dpa(2)

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Fasnet und Fasching

"Ich bin ein aktiver Narr!", sagt Winfried Kretschmann. Und das ist nun eine Gemeinsamkeit, die sofort ins Auge fällt, wenn man die Ministerpräsidenten aus Stuttgart und München vergleicht. Denn Markus Söder liebt den Fasching im fränkischen Veitshöchheim - berühmt ist unter anderem sein Shrek-Kostüm. Und Kretschmann besucht stets die alemannische Fasnet, mit Narrenkappe und Bauernkittel. Im Interview betonen beide zwar, dass Fasching und Fasnet zwei völlig verschiedene Dinge sind. Die Unterschiede dürften aber eher klein wirken auf Menschen, die sich außerhalb der süddeutschen Narrenszene bewegen.

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Quelle: dpa(2)

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Die B-Frage

Erfolgreiche Ministerpräsidenten werden immer gefragt, ob sie Ambitionen haben, einmal in die Bundespolitik zu wechseln. Und in der Frage sind sich Söder und Kretschmann einig. "Nach Berlin hat es mich noch nie gezogen", sagt der Mann aus Stuttgart. Und sein Münchner Kollege sagt: "Mich auch nicht." Es klingt an, dass diese Ablehnung nicht nur am schlechteren Wetter im Norden liegt. "Würden wir in dem Tempo arbeiten, das in Berlin vorgelegt wird, wären wir schon lange nicht mehr die Lokomotiven", sagt Kretschmann.

Luftaufnahme des Stuttgarter Fernsehrurms(l.) neben dem Münchner Olympiapark.

Richtfest für Zweigstelle des Deutschen Museums

Quelle: Daniel Karmann/dpa

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Die SPD

Nicht nur Berlin nervt die beiden Ministerpräsidenten aus dem Süden - sondern auch die SPD, weil die Sozialdemokraten immer so wehleidig sind. "Schon die ganzen Debatten, ob man das macht oder nicht", sagt Kretschmann mit Blick auf die Groko-Diskussion der SPD. "Wenn du keine Lust zum Regieren hast, dann lässt du's halt bleiben. Man muss mit Freude regieren, etwas gestalten." Das findet Markus Söder auch. "Es gibt da so einen Satz: Eine Tante, die jammert, bekommt keinen Besuch. Und die alte Tante SPD jammert seit zwei Jahren vor sich hin. Deswegen geht ja auch keiner mehr hin." Die beiden Ministerpräsidenten blicken aber nicht ohne Mitleid auf die Sozialdemokratie. Söder hat sogar einen guten Tipp parat: "Angst duftet nie. Optimismus dagegen wirkt wie ein Parfüm."

Markus Söder beim Richtfest des Augustinerhofs mit der Zweigstelle des Deutschen Museums zwischen dem Bauhunternehmer Gerd Schmelzer und dem Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD)

Merkel und Kretschmann

Quelle: Tim Brakemeier/dpa

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Die CSU

Dass Markus Söder die CSU besser findet als die SPD, ist ja klar. Aber im Interview outet sich auch der grüne Kretschmann als Fan der bayerischen Partei. "Die CSU ist eine der genialsten Erfindungen, das muss man ehrlicherweise sagen", sagt er und meint damit - wie er später erläutert - vor allem das Konzept einer Regionalpartei. Söder ist von der unerwarteten Zuneigung so überrumpelt, dass er Kretschmann noch nicht einmal beipflichtet, sondern sich an die Reporter wendet: "Haben Sie das gehört? Das darf auf keinen Fall gekürzt werden." Wird es nicht.

Kretschmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel finden bei einer Pressekonferenz im Berliner Bundeskanzleramt ihren Platz.

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Quelle: dpa(2)

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Autos und die Zukunft

Ein großes gemeinsames Interesse von Söder und Kretschmann ist die Zukunft der Automobilindustrie - sind doch ihre beiden Regierungssitze jeweils auch Standorte großer Autokonzerne. "Das ist das Rückgrat unserer wirtschaftlichen Wertschöpfung, das darf nicht wegbrechen", sagt Kretschmann. Und dann spielen die beiden Ministerpräsidenten sich die Themen zu. Es geht um Forschung, Elektroantriebe, Künstliche Intelligenz und die Konkurrenz zu Asien. Söder lobt: "Mir gefällt Ihre Begeisterung für das Neue." Und Kretschmann lobt: "Markus Söder und ich reden jeden Monat mit Leuten aus der Automobilbranche. Wir verstehen was von der Sache."

Zukunft der Automobilindustrie

Quelle: Britta Pedersen/dpa

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Und sonst?

Bei allen Gemeinsamkeiten - der Grüne aus Stuttgart und der Schwarze aus München finden natürlich auch einige Punkte, in denen sie sich nicht ganz einig sind. "Machen wir uns nichts vor: Die Unterschiede sind immer noch gravierend", sagt Kretschmann sogar an einer Stelle des Gesprächs. Das ganze Interview lesen Sie hier mit SZplus.

© SZ.de/ghe/fued

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