CDU:Merkel zieht sich aus Parteistiftung zurück

CDU: Hat mit ihrer Partei schon länger fast nichts mehr zu tun: Angela Merkel, hier bei einer Veranstaltung im Berliner Ensemble im vergangenen Jahr.

Hat mit ihrer Partei schon länger fast nichts mehr zu tun: Angela Merkel, hier bei einer Veranstaltung im Berliner Ensemble im vergangenen Jahr.

(Foto: Fabian Sommer/Dpa)

Die Altkanzlerin hat kein Interesse mehr an Ämtern in der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Von Robert Roßmann, Berlin

Die ehemalige Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat sich jetzt auch aus der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zurückgezogen. Merkel war bisher nicht nur eines der 55 Mitglieder der CDU-nahen Stiftung, sie saß dort auch im Vorstand. Bei den turnusmäßigen Neuwahlen ist sie jetzt nicht mehr angetreten, obwohl die Stiftung das gerne gesehen hätte. Merkel habe "nicht mehr für Vorstand und Mitgliederversammlung zur Verfügung" gestanden, sagte der Sprecher der KAS am Freitag auf Nachfrage. Über den Rückzug der Altkanzlerin hatte zuerst der Spiegel berichtet.

Merkel hat mit ihrer Partei schon länger fast nichts mehr zu tun. Sie besucht keine Bundesparteitage mehr, den Ehrenvorsitz der CDU will sie nicht übernehmen. Der Rückzug aus der Adenauer-Stiftung ist nun ein weiterer Schritt bei dieser Abnabelung. Armin Laschet und Annegret Kramp-Karrenbauer, auch sie sind ehemalige CDU-Vorsitzende, sitzen im Gegensatz zu Merkel weiterhin im Vorstand der Adenauer-Stiftung.

Friedrich Merz zieht in den Vorstand ein

Neu in das Gremium wurden jetzt der amtierende CDU-Chef Friedrich Merz, der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister, der Brandenburger CDU-Chef Jan Redmann sowie die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg gewählt. Nicht mehr im Vorstand sind neben Merkel auch der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, die schleswig-holsteinische Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack sowie der ehemalige Generalsekretär des Europäischen Parlaments, Klaus Welle.

Präsident der Konrad-Adenauer-Stiftung bleibt der langjährige Bundestagspräsident Norbert Lammert. Er steht bereits seit Januar 2018 an der Spitze der Stiftung. Damals hatte auch die Merkel-Vertraute Annette Schavan Interesse an dem Posten. Gegen sie hatte es aber erhebliche Vorbehalte gegeben - auch weil sie wegen einer Plagiatsaffäre als Bundesbildungsministerin zurückgetreten war. Die Adenauer-Stiftung ist nicht nur ein national und international arbeitender Think Tank mit Büros in mehr als 100 Ländern weltweit. Sie ist auch bekannt für ihre Studien- und Promotionsförderung.

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