Konflikte - Berlin:Steinmeier verurteilt Kriegsbegründung Putins

Berlin
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier informiert die Medien nach einem Treffen mit Holocaust-Überlebenden aus der Ukraine, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflohen sind, in einem Altenheim in Berlin. Foto: Markus Schreiber/Pool AP/dpa (Foto: dpa)

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Berlin (dpa) - Bei einer Begegnung mit ukrainischen Holocaust- Überlebenden hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den russischen Angriffskrieg und die von Russlands Präsident Wladimir Putin genannte Begründung dafür scharf verurteilt. "Vielleicht zeigt nichts so sehr wie das Schicksal dieser Holocaust-Überlebenden, wie bösartig der Zynismus ist, mit dem dieser Krieg von Putin begründet worden ist", sagte Steinmeier am Montag in einer Pflegestätte in Berlin-Marzahn. Er verwies darauf, dass Putin von einem angeblichen Kampf gegen den Faschismus und einer "Entnazifizierung der Ukraine" gesprochen habe.

In der Einrichtung in Marzahn leben sieben hochbetagte jüdische Menschen, die nach Kriegsbeginn aus der Ukraine nach Deutschland in Sicherheit gebracht wurden. Die meisten von ihnen seien schon mehrfach vertrieben worden und hätten mehrmals ihre Heimat aufgeben müssen, sagte Steinmeier. Nun müssten sie Schutz in Deutschland suchen, "ausgerechnet in der Stadt, wo der Holocaust geplant und organisiert wurde, hier in Berlin".

Eine der Betreffenden, Swetlana Sabudkina aus Kiew, sagte in einem Gespräch mit dem Bundespräsidenten: "Das ist mein zweiter Krieg leider. Ich saß zu Hause, und ein Flugzeug flog sehr hoch über mir." In einem gepanzerten Rettungswagen sei sie nach Berlin gebracht worden. Nach Angaben der Jewish Claims Conference wurden bislang 78 Holocaust-Überlebende aus der Ukraine in elf Bundesländern untergebracht.

© dpa-infocom, dpa:220425-99-37012/2

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