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Katholische Kirche:Denn sie haben sich versündigt

Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

Opfer der Missbrauchsskandale warten bei den deutschen Bischöfen bisher vergeblich auf ein Zeichen der Buße in Form von persönlichen Konsequenzen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Täter- statt Opferschutz, Vertuschen statt Aufklären, Selbstmitleid statt Mitgefühl mit den Opfern - nur auf den Rücktritt eines Bischofs wegen der Missbrauchsskandale wartet man vergeblich.

Kolumne von Heribert Prantl

In der Kirchengeschichte gab es immer wieder Zeiten der Finsternis. Aber kaum je war in den Kirchen hierzulande die Finsternis so groß wie heute: Man kann den Eindruck gewinnen, dass selbst viele Theologen den Glauben daran verlieren, dass es noch was wird mit ihrer Kirche. Die glaubensstarke Rhetorik konservativer katholischer Bischöfe und Laien über die Wirkmächtigkeit Gottes klingt nach Pfeifen im düsteren Wald der Kirchenaustritte. In Deutschland schwillt der Exodus aus der Kirche an. Die Zeiten, als man seinen Austritt geheim hielt, sind vorbei. Heute müssen sich die Gläubigen oft dafür verteidigen, noch in der Kirche zu sein. Das hat viele Gründe; der Hauptgrund ist die Gewalt, die Priester Kindern angetan haben - und die Vertuschung dieser Verbrechen. Dieser Hauptgrund ist in der römisch-katholischen Kirche zu Hause; aber er infiziert die anderen christlichen Kirchen. Im Zuge des Missbrauchsskandals hat sich das Grundvertrauen in Kirche in Grundmisstrauen gegen Kirche gewandelt.

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