Abrüstungsgespräche mit den USA Nordkorea beruft Chefunterhändler ab

Im Juni 2018 traf Kim Yong-chol US-Präsident Trump. Nun muss der bisherige Chefunterhändler für die Abrüstungsgespräche gehen.

(Foto: AP)
  • Nach einem zwischenzeitlichen Tauwetter stehen die Zeichen zwischen den USA und Nordkorea wieder auf Konfrontation.
  • Unlängst forderte Pjöngjang, US-Außenminister Pompeo solle die Abrüstungsgespräche nicht mehr weiterführen. Nun beruft es den eigenen Chefunterhändler, Kim Yong-chol, ab.
  • Parallel betreibt Nordkorea die Annäherung an Russland, gerade ist Machthaber Kim zu Gesprächen mit Putin in Wladiwostok eingetroffen.

Nordkorea hat Kim Yong-chol, den Chefunterhändler bei den Abrüstungsverhandlungen mit den USA, von seinen politischen Posten abberufen. Dies berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen südkoreanischen Abgeordneten. Genaue Gründe für die Entscheidung nannte Yonhap jedoch nicht.

Kim Yong-chol saß bei den Verhandlungen bisher US-Außenminister Mike Pompeo gegenüber. Erst letzte Woche hatte das nordkoreanische Außenministerium gefordert, dass Pompeo bei den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten "durch jemand Reiferen" ersetzt werden sollte. Nun muss nicht der US-Außenminister, sondern sein nordkoreanischer Verhandlungspartner gehen.

Zwischen Nordkorea und den USA stehen die Zeichen wieder auf Konfrontation

Kim Yong-chol gilt als enger Vertrauter und rechte Hand von Machthaber Kim Jong-un. Er diente zuletzt unter anderem als Vizevorsitzender des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei. Im Januar hatte sich Kim Yong-chol zu Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington getroffen.

Zwischen Nordkorea und den USA standen die Zeichen zuletzt wieder auf Konfrontation. Der zweite Abrüstungsgipfel zwischen Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump im Februar in Hanoi war ohne Ergebnis abgebrochen worden. Die USA fordern eine atomare Abrüstung und einen Stopp des Raketenprogramms des weitgehend isolierten und mit Sanktionen belegten Landes. Nordkorea wiederum will eine Lockerung der Sanktionen und hatte zuletzt erstmals seit Längerem wieder öffentlich Waffen getestet.

Nun sucht Kim das Gespräch mit anderen Großmächten. Gerade ist er per Zug in Wladiwostok eingetroffen, wo er den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen wird. Sie werden voraussichtlich über wirtschaftliche Zusammenarbeit und Nordkoreas Atomwaffen-Programm sprechen.

Gipfeltreffen in Wladiwostok

Putin: Nordkoreaner brauchen "Garantie für ihre Sicherheit"