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Israel: Mehr als ein symbolischer Triumph

Zuletzt verbuchte im innerpalästinensischen Ringen zudem der politische Rivale Fatah einen Punktsieg. Denn Palästinenserpräsident Machmud Abbas kehrte aus New York, wo er vor den Vereinten Nationen die staatliche Anerkennung Palästinas verlangte, zumindest als moralischer Sieger nach Hause zurück. Abbas hat bislang zwar nicht mehr in der Tasche als diesen symbolischen Triumph. Aber die Hamas musste erleben, dass sie auf der internationalen Bühne nichts zählt. Da geht es gut ohne die Islamisten - auch wenn die Palästinenser an ihrem künftigen Staat bauen.

Israelischer Soldat Gilad Schalit

Geschichte eines Martyriums

So kommt den Herren in Gaza der erfolgreiche Häftlings-Handel gerade recht. Sie werden diesen Sympathiegewinn im Palästinenserlager auskosten, und jeden einzelnen Rückkehrer aus israelischer Haft hochleben lassen. Dafür hat die Hamas letztlich auch darauf verzichtet, alle Gefangenen, die auf ihrer Wunschliste standen, frei zu pressen. Dass manche der Entlassenen ins Exil müssen und so bald nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren werden, einige vielleicht nie wieder, muss die Hamas auch hinnehmen. Das Ergebnis reicht immer noch für Jubelfeiern.

Es gibt aber noch einen Gewinner: Ägypten. In Kairo wurde der Austausch schließlich besiegelt. Deutsche und eine Weile auch türkische Unterhändler waren im Fall Schalit aktiv, aber Israels Regierung verweist gestenreich und dankbar auf die Hilfe aus Ägypten. Dies könnte dazu dienen, das seit der Flucht des israelischen Botschafters vor einem ägyptischen Mob schwer beschädigte Verhältnis zwischen Jerusalem und Kairo wieder zu verbessern. Seit dem Sturz des ägyptischen Autokraten Hosni Mubarak hat sich Israel noch mehr als vorher verbarrikadiert. In Israel triumphierten die Ängste über die Hoffnungen, die das revolutionäre Geschehen von Tunis bis Tripolis anderswo auslöste.

Wenn Gilad Schalit tatsächlich bald zumindest körperlich wiederhergestellt vor seinen Eltern stehen wird, dann sollte sich die Freude über die Freilassung, über diesen Moment von Frieden und Glück, mit politischer Besinnung verbinden. Mit Provokationen - wie dem jüngst beschlossenen Bau weiterer 1100 Wohnungen in Ostjerusalem - entsteht kein Frieden. Für die Palästinenser sind die Wohnungen "1100 Neins" zu Friedensgesprächen. Nun hat Israel 1027-mal Ja zu einem Handel gesagt, um das Leben eines Menschen willen. Es war es wert.