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Iran:"Wir wollen nur in der Lage sein, Öl zu verkaufen"

Iranischer Außenminister Mohammed Dschawad Sarif spricht in Brüssel zu den Medien.

Irans Außenminister Sarif - hier bei einem Besuch in Brüssel im vergangenen Jahr.

(Foto: dpa)

Irans Außenminister Sarif fordert im Atomstreit ein Entgegenkommen der Europäer - andernfalls werde sein Land weitere Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht mehr erfüllen.

Irans Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hat Europa aufgefordert, Iran ungeachtet der US-Sanktionen den Verkauf von Öl und den Zugriff auf die Erlöse zu ermöglichen. "Wir wollen nur in der Lage sein, Öl zu verkaufen und unser Geld zu bekommen", sagte Sarif der Süddeutschen Zeitung am Sonntag in Teheran. Dann werde Iran "binnen Stunden" das Atomabkommen wieder vollständig umsetzen. Andernfalls werde Iran vom 6. September an weitere Verpflichtungen aus dem Deal nicht mehr erfüllen.

Sarif begrüßte die Vermittlungsbemühungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Zugleich sagte er aber: "Unser Problem ist nicht mit den USA, sondern zwischen Iran und den verbleibenden Parteien des Atomabkommens." Europa habe Verpflichtungen bereits vor dem Rückzug der USA gehabt, und diese seien "unabhängig von den USA, das ist auch im Abkommen getrennt aufgelistet". Die Europäer hätten mit Blick auf die Sanktionen der Vereinigten Staaten auch "nicht erst gestern von der Bedeutung der US-Wirtschaft oder des Dollars erfahren".

Sarif war am Sonntag auf Einladung Macrons überraschend nach Biarritz gereist, um sich am Rande des G-7-Gipfels erneut mit dem französischen Außenminister Jean Yves Le Drian zu treffen und auch kurz mit Präsident Macron. Mit Blick auf weitere Verhandlungen etwa im Zuge der UN-Generalversammlung, die Mitte September in New York beginnt, sagte er direkte Gespräche mit den USA seien derzeit jedoch "nicht förderlich für Lösungen". Durchbrüche seien dadurch aber nicht ausgeschlossen; sie "setzen nicht ein bilaterales Treffen mit den USA voraus". Von den USA verlangte Sarif, andere Parteien des Atomabkommens nicht daran zu hindern, ihre Verpflichtungen nachzukommen, vor allem der Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen, die unter der Drittwirkung der amerikanischen Finanz- und Ölsanktionen massiven Schaden genommen haben.

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