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Tötung von General Soleimani durch US-Luftangriff:Trump droht Iran mit weiteren Angriffen

US-Präsident Donald Trump drohte am Samstag mit Angriffen auf 52 Ziele in Iran, darunter auch kulturell bedeutende Orte, sollte Iran mit Vergeltung auf die Tötung des iranischen Militärs Qassim Soleimani reagieren. Sein Land würde Iran "sehr schnell und sehr hart" angreifen, sollte das Land versuchen, den Tod Soleimanis mit Angriffen auf Amerikaner zu rächen, schrieb Trump auf Twitter. Die Zahl 52 hat laut Trump symbolische Bedeutung. Denn ebenso viele Geiseln hielt Iran nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im Jahr 1979 fast 15 Monate lang in seiner Gewalt.

Durch den Tod Soleimanis ist die Welt nach den Worten von US-Außenminister Mike Pompeo sicherer geworden. Das sei vollkommen klar, sagt Pompeo dem Fernsehsender ABC. Sollten gegenwärtige Entscheidungsträger einen Angriff auf US-Ziele planen, würden die USA darauf reagieren. Er habe keinen Zweifel, dass die iranische Führung die Botschaft von US-Präsident Donald Trump verstanden habe. Pompeo wies Vorwürfe zurück, wonach die USA Kriegsverbrechen planten. Jegliche Militärschläge gegen Iran würden "gesetzeskonform" sein, erklärte der US-Außenminister. Auf die Frage, ob Trumps Drohung nicht in direktem Widerspruch zu den Genfer Konventionen stehe, wonach zivile Ziele geschützt seien, sagte Pompeo: "Wir werden innerhalb des Systems handeln".

Pompeo wies Kritik am Zeitpunkt und an der Begründung des Angriffs zurück. Die Erkenntnisse der Geheimdienste hätten eindeutig auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff von Soleimani hingewiesen, sagte er am Sonntag im Gespräch mit dem Fernsehsender ABC. Es habe bei der Entscheidung für den Luftschlag unter den Entscheidern "keine Skepsis" gegeben, sagte er.

© SZ.de/AP/dpa/fie
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