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Intervention gegen Islamisten:Malis schwache Helfer

Sie stellen mehr als 3000 Mann, um dem Krisenland zur Seite zu stehen - und sind selber alles andere als stabil. Die Nachbarländer Malis haben oft mit religiösen und ethnischen Konflikten zu kämpfen. Die Geiselnahme mit vielen Toten in Algerien zeigt bereits, dass der Einsatz gegen die Islamisten die westafrikanischen Länder tief in den Kampf hineinziehen könnte.

Seitdem Frankreichs Präsident François Hollande Truppen gegen Islamisten in Mali einsetzt, hat er auch die Sicherheitsvorkehrungen im eigenen Land verstärkt. Zu groß ist die Angst vor einem möglichen Racheakt.

Doch die wirkliche Bedrohung lieg offenbar näher am Kampfgeschehen. Am Mittwoch überfielen Islamisten in Malis Nachbarstaat Algerien ein Gasfeld und nahmen zahlreiche Menschen als Geiseln - aus Protest gegen den Einsatz. Bei der Befreiungsaktion durch algerisches Militär kam es zu zahlreichen Toten. Dabei engagiert sich Algerien gar nicht direkt an der Intervention. Andere Nachbarländer hingegen planen, mit eigenen Truppen zu intervenieren. Die teilweise instabilen Staaten könnten damit in den Konflikt hineingezogen werden. Wer sind diese relevanten Länder und was können und wollen sie an der Seite Frankreichs ausrichten? Ein Überblick.

Algerien

Bereits vor dem Einsatz Frankreichs in Mali hatte der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika damit gerechnet, dass Islamisten den Konflikt über die schwer zu sichernden Wüstengrenzen in der Sahara ins Land tragen. Aus diesem Grund blieb Algerien einem Einsatz in Mali gegenüber lange zurückhaltend, räumte Frankreichs Luftwaffe dann jedoch umfassende Überflugrechte ein. Algerien ist nicht Mitglied des Regionalbündnisses Ecowas, das Truppen nach Mali schicken will. Hollande jedoch sorgte dafür, dass sowohl Algerien als auch der Nachbarstaat Mauretanien indirekt helfen, indem sie die Grenzen zu Mali verriegeln, um islamischen Milizen keine Rückzugsmöglichkeit zu bieten. Die Geiselnahme zeigt jedoch, dass Algerien dies nicht vollständig leisten kann.

Die indirekte Unterstützung Frankreichs steht ganz im Sinne der Partnerschaft, die die beiden Länder mittlerweile verbindet - trotz der mehr als ein Jahrhundert währenden französischen Herrschaft über Algerien und einem fast zehn Jahre andauernden Unabhängigkeitskrieg in den fünfziger Jahren.

99 Prozent der etwa 37 Millionen Algerier sind Muslime. Ein Großteil davon sind Berber, Ureinwohner nicht-arabischen Ursprungs. Als Antwort auf die Aufstände des Arabischen Frühlings 2011 stieß die Regierung einige Reformen an und vermied, im Gegensatz zu anderen nordafrikanischen Staaten wie Ägypten und Tunesien, einen Umsturz des Regimes. Bei den Parlamentswahlen 2012 siegte erneut die sozialdemokratische Partei Front de Libération Nationale, während islamische Parteien schlecht abschnitten.