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Innere Sicherheit - Dortmund:Polizei überwacht von Rechten bewohnte Straße mit Kameras

Dortmund (dpa/lnw) - Die Polizei Dortmund setzt in einem von vielen Rechtsextremen bewohnten Straßenzug künftig Kameras ein. Nach eingehender Prüfung der Pläne hat der Polizeipräsident die Videobeobachtung für die Straße im Stadtteil Dorstfeld am Dienstag angeordnet, wie die Behörde mitteilte. Seit Jahren bewohnen Rechtsextreme dort mehrere WGs und versuchen mit Graffiti oder Fahnen, das Gebiet als - wie sie es formulieren - "Nazi-Kiez" für sich zu reklamieren.

Die Videoüberwachung soll die Polizei bei ihrer bereits intensiven Arbeit vor Ort unterstützen, den Straßenzug für Andersdenkene sicherer zu machen, hieß es. "In Dortmund darf es keinen Winkel geben, in dem sich Rechtsextremisten eine Parallelwelt erschaffen", betonte Polizeipräsident Gregor Lange. Wann die Kameras installiert werden, stehe noch nicht fest, sagte ein Polizeisprecherin.

Auch an zwei weiteren Standorten in der Stadt setzt die Polizei Kameras zur Kriminalitätsbekämpfung ein. So wird die seit 2016 laufende Kameraüberwachung in der Brückstaße in der Innenstadt fortgesetzt. Die Einsätze und Delikte bei der dort typischen Straßenkriminalität seien rückläufig. Künftig soll zudem in der Nordstadt eine Straße von der Polizei mit Kameras beobachtet werden. Dort soll die Straßenkriminalität mit Delikten wie Diebstahl, Raub, Körperverletzung und Drogenhandel eingedämmt werden.

Die Polizei darf an Kriminalitätsbrennpunkten unter bestimmten Voraussetzungen sichtbare Videokameras einsetzen, um Straftaten zu verhüten oder sie besser aufklären zu können. Jedoch muss laut Polizeigesetz ein Polizist auf der anderen Seite der Kamera sitzen, um im Gefahrenfall sofort eine Streife zu dem betreffenden Ort schicken zu können.

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