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Hinrichtung von zweitem US-Reporter:Obama will sich von Dschihadisten nicht "einschüchtern" lassen

US-Präsident Barack Obama nennt Enthauptung des amerikanischen Journalisten Sotloff einen "entsetzlichen Gewaltakt". Der IS droht mit einer weiteren Hinrichtung - Großbritannien will alle Möglichkeiten prüfen, wie die britische Geisel geschützt werden kann.

  • US-Präsident Obama hat nach der Ermordung des zweiten US-Journalisten durch IS-Milizen bekräftigt, dass die USA sich "nicht einschüchtern" ließen.
  • Großbritannien will "alle Möglichkeiten prüfen, um die britische Geisel" zu schützen. Der IS droht mit der Ermordung eines Briten.
  • Die USA schicken zusätzlich Soldaten in den Irak. Sie sollen die US-Botschaft in Bagdad schützen.

Obama: Enthauptung ist "entsetzlicher Gewaltakt"

Nach der Hinrichtung eines zweiten US-Reporters durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat US-Präsident Barack Obama bekräftigt, dass sich sein Land nicht "einschüchtern" lassen werde. Ziel Washingtons sei es, dass der IS keine Gefahr mehr für die Region darstelle. Dies werde aber "Zeit brauchen", sagte Obama in der estnischen Hauptstadt Tallinn, in der er aktuell wegen der Ukraine-Krise zu Besuch ist. Zugleich verurteilte er die Enthauptung des Journalisten Steven Sotloff als "entsetzlichen Gewaltakt".

Zuvor hatte das Weiße Haus die Echtheit eines Videos des Islamischen Staats betätigt, auf dem die Hinrichtung Sotloffs zu sehen ist. Das Video war am Dienstag im Internet aufgetaucht und hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Eine Analyse durch Geheimdienstexperten habe erbracht, dass das Video authentisch sei, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates, Caitlin Hayden. Sotloff war im vergangenen Jahr im Norden Syriens verschleppt worden.

Vergangenen Monat hatten die IS-Terroristen bereits den US-Journalisten James Foley enthauptet und am 19. August ein Video von der Tat ins Internet gestellt. Damals hatten die Dschihadisten auch mit der Ermordung von Sotloff gedroht, sollten die USA ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen im Nordirak nicht einstellen.

Großbritannien will alles tun, um britische Geisel zu schützen

Großbritanniens Regierung will alle Möglichkeiten prüfen, um eine britische Geisel in den Händen der IS-Miliz zu schützen. Das sagte Außenminister Philip Hammond in London. Die Terroristen drohen in dem neuen Video auch einer britischen Geisel mit dem Tod.

Die Strategie der Regierung ändere sich durch die Drohung nicht, sagte Hammond. Eine Beteiligung an den Luftangriffen der USA schloss er nicht aus, es sei aber auch keine Entscheidung dafür gefallen. Der Regierung wisse seit einiger Zeit, dass sich eine britische Geisel in der Gewalt der Terrorgruppe befinde.

USA schicken weitere Soldaten in den Irak

Obama hat die Entsendung von 350 zusätzlichen US-Soldaten in den Irak angeordnet. Die Militäreinheiten sollen in der irakischen Hauptstadt Bagdad für den Schutz von diplomatischen Einrichtungen und diplomatischem Personal der Vereinigten Staaten zuständig sein, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums werden künftig 820 US-Soldaten im Irak stationiert sein. Hinzu kommen 300 militärische Berater der irakischen Sicherheitskräfte. Die US-Luftwaffe unterstützt seit Anfang August die kurdischen Peschmerga-Milizen und die irakischen Regierungstruppen bei ihren Bemühungen, die Extremisten im Norden des Landes zurückzudrängen.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/Reuters/sks/leja
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