Grünen-Spitzenkandidat Jürgen TrittinStaatsschreck und Staatsmann

Unter seiner Führung sind die Grünen wieder einstellig geworden, das Ergebnis zwang ihn nun zum Rücktritt vom Fraktionsvorsitz: Jürgen Trittin, ehemaliger Grünen-Spitzenmann, macht schon seit drei Jahrzehnten Politik, konnte aber den Absturz seiner Partei kurz vor der Wahl nicht verhindern. Auch seine radikale Vergangenheit spielte dabei eine Rolle.

Als Vertreter des linken Flügels hat Jürgen Trittin drei Jahrzehnte die Politik der Grünen gestaltet. Er überzeugte die Regierung Schröder vom Atomausstieg und wurde zum Vorzeige-Grünen. Sein Abschied war trotzdem alles andere als glanzvoll.

Die Nominierung der Grünen-Spitzenkandidaten war in diesem Wahlkampf in vielerlei Hinsicht neu und unerwartet: Neu, weil die Partei erstmals ihre Basis in einer Urwahl über die Kandidaten abstimmen ließ. Unerwartet, weil eben diese Basis die eher unbekannte Katrin Göring-Eckardt wählte. Eine Sache war allerdings weder neu noch unerwartet: die Nominierung von Fraktionschef Jürgen Trittin. Der Ur-Grüne galt schon vor der Wahl als gesetzt. Er trat in diesem Jahr nach 2009 schon zum zweiten Mal als Spitzenkandidat an.

Bild: Getty Images 24. September 2013, 15:312013-09-24 15:31:11 © Süddeutsche.de/chu/olkl/rus