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Extremismus - Halle (Saale):Neue Forschungsstelle soll Antisemitismus aufdecken

Deutschland
Ein Person hält bei der Kundgebung eines Bündnisses gegen Antisemitismus ein Plakat in die Höhe. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Halle (dpa/sa) - Hass, Drohungen und Beleidigungen gehören für viele Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt zum Alltag - große Teile der Öffentlichkeit erfahren davon aber kaum etwas. Um den tatsächlichen Antisemitismus im Land sichtbarer zu machen, hat die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) nun auch in Sachsen-Anhalt eine Niederlassung eröffnet. Betroffene können judenfeindliche Vorfälle dort ab sofort online oder telefonisch melden.

Antisemitismus werde in Deutschland oft als historisches Phänomen im Rahmen des Nationalsozialismus abgetan, sagte Raphael Hoffmann von Rias auf einer Pressekonferenz zum Start der in Halle angesiedelten Forschungsstelle am Donnerstag. Antisemitismus existiere aber nicht nur in extremen Formen wie dem rechtsterroristischen Anschlag von Halle, sondern vor allem subtil, kleinteilig und oft latent. Ein Großteil davon sei aber strafrechtlich nicht relevant und werde daher nirgendwo erfasst.

Das soll die neue Forschungsstelle der Rias, die bereits in sechs anderen Bundesländern vertreten ist, nun ändern. Die Vorfälle werden empirisch erfasst, die Rias gibt dann regelmäßige Berichte über Anzahl und Art der Übergriffe heraus. Dabei soll die Forschungsstelle Partei für die Opfer ergreifen. Jede Meldung werde sehr ernst genommen, sagte Hoffmann.

"Es geht um Sichtbarkeit von Vorfällen, die im Dunkelen liegen, es geht um Hilfe für die Betroffenen", fasste der Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt, Wolfgang Schneiß, die Mission der Forschungsstelle zusammen. "Es geht auch darum, für Staat und Gesellschaft bessere Möglichkeiten für Bekämpfung und Prävention aufzuzeigen." Träger der von der Landesregierung unterstützten Forschungsstelle ist die Diakonie.

© dpa-infocom, dpa:210429-99-401434/3

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