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Coronavirus:Digitaler Impfnachweis startet

Bürger können die App ab sofort auf ihre Handys laden. Gesundheitsminister Spahn zeigt sich selbstkritisch.

Von Angelika Slavik, Berlin

Wer sich gegen Corona impfen lässt, kann seinen Impfstatus künftig per Handy-App digital nachweisen. Der elektronische Impfpass "CovPass" kann seit Donnerstag kostenlos sowohl auf Android- als auch auf Apple-Handys geladen werden. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag in Berlin. Bis Ärzte und Impfzentren an das System angeschlossen seien, werde es noch dauern, Ziel sei aber, dass der elektronische Impfpass bis Ende Juni "für alle, die wollen, zur Verfügung steht".

Der gelbe WHO-Impfpass aus Papier behalte seine Gültigkeit uneingeschränkt und könne zum Beispiel für Reisen auch als Immunitätsnachweis genutzt werden. Der digitale Nachweis sei lediglich ein ergänzendes Angebot, betonte Spahn. Neben der eigenständigen "CovPass"-App gibt es alternativ auch die Möglichkeit, den digitalen Impfnachweis direkt in der Corona-Warn-App zu speichern, die viele Bürgerinnen und Bürger bereits auf ihren Handys haben. In beiden Fällen wird beim zweiten Impftermin ein QR-Code ausgehändigt, der mit der App gescannt wird. Möchten Geimpfte dann ihren Impfstatus nachweisen, etwa auf Reisen oder bei Veranstaltungen, zeigen sie die App und ihren Personalausweis vor. Der Code aus der App wird dann von einer Prüf-App gescannt und der Impfschutz - gültig und ungültig - wird angezeigt. Die Prüf-App kann unter dem Namen "CovPass Check" ebenfalls kostenlos und von jedem heruntergeladen werden.

Die knapp 20 Millionen Menschen in Deutschland, die vollständig geimpft sind, aber noch keinen digitalen Code bekommen haben, sollen diesen per Post bekommen - wenn ihre Daten vorhanden sind. Die Datenlage variiert je nach Ort der Impfung. Wer keine Post bekomme oder den Nachweis besonders dringend benötige, könne ihn in Apotheken nachträglich ausgestellt bekommen, sagte Spahn. Die Apotheken - sie berechnen dem Bund 18 Euro pro Nachweis - würden aber erst nach und nach an das System angeschlossen. Er bitte deshalb darum, die Apotheken nicht gleich in den ersten Tagen zu überrennen.

Spahn zeigte sich angesichts der vielen Turbulenzen rund um sein Ministerium in den vergangenen Wochen selbstkritisch. Rückblickend würde er einiges anders machen, sagte der Minister in Hinblick auf die Maskenbestellungen in China sowie die Verordnung für private Testzentren. "Das kann ich konstatieren, das kann ich zugstehen, ohne Zweifel." Allerdings seien in der Pandemie viele Entscheidungen unter großem Zeitdruck gefallen. Zum Streit mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der ihm vorwirft, er habe minderwertige Masken an Obdachlose und Menschen mit Behinderung verteilen wollen, werde er sich nicht mehr äußern: "Ich will einfach nur meine Arbeit machen."

© SZ
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