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Demonstrationen - Leipzig:Demo per Autokorsos: Corona-Kritik und Gegenprotest

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Leipzig (dpa) - Leipzig steht erneut ein unübersichtliches Demonstrationsgeschehen bevor. Kritiker der Corona-Maßnahmen haben zahlreiche Autokorsos mit Hunderten Fahrzeugen aus Dresden, Zwickau und einige Städten aus Sachsen-Anhalt angekündigt. Weil zugleich einige Gegendemonstrationen angekündigt wurden, bereitet sich die Polizei in Leipzig auf einen Großeinsatz vor.

Eine solch mobile Lage sei neu, betonte ein Polizeisprecher. Es gelte in erster Linie eine Konfrontation der beiden Lager zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Autokorsos auf der genehmigten Strecke bleiben. Laut Plan will die Polizei das Demonstrationsgeschehen auch aus der Luft mit Hubschraubern überwachen. Trotzdem muss im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Abschleppfirmen wurden bereits informiert, um schnell auf schnell auf Behinderungen oder Gefahren bei den Autokorsos reagieren zu können.

Ein Bündnis aus Vereinen, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften will sich am Samstag in Leipzig den Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen entgegenstellen. Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" hatte zum zivilen Ungehorsam aufgerufen, sollten sich die Fahrzeuge dennoch in die Innenstadt begeben. Es gelte, sich diesem ignoranten und unsolidarischen Verhalten mit kreativen Mitteln aktiv entgegenzustellen, hieß es in einem Aufruf. Der Gegenprotest hat unter anderem unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" eine Kundgebung mit 1000 Teilnehmern auf dem Augustusplatz sowie mehrere Fahrrad- und Fahrzeugkorsos angekündigt.

Im vergangenen November war eine Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Leipzig aus dem Ruder gelaufen und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Mehrere zehntausend Teilnehmer hatten sich in der Innenstadt versammelt und reihenweise gegen Corona-Auflagen verstoßen. Als die Stadt schließlich die Versammlung auflöste, erzwangen die Demonstranten einen Marsch über den Leipziger Innenstadtring, obwohl dieser verboten gewesen war.

Der sächsische Verfassungsschutz schließt nicht aus, dass die rechtsextremistische Szene die Demonstrationen am Samstag in Leipzig zum willkommenen Anlass nimmt, um öffentlich Präsenz zu zeigen und für ihre verfassungsfeindlichen Ziele zu werben. Konkrete Erkenntnisse zur Mobilisierung im rechtsextremistischen Spektrum lägen aber aktuell nicht vor. "Insgesamt ist und bleibt die Veranstaltungs- und Mobilisierungslage dynamisch. Dies trifft auch für die Aufrufe im Internet und in den sozialen Medien zu Gegenprotestmaßnahmen zu", hatte Verfassungsschutzpräsident Dirk-Martin Christian der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-706701/2

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