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Demonstrationen - Berlin:Polizei: Aggressivität bei Corona-Demo am Alexanderplatz

Berlin
Polizisten setzen auf einer Demonstration auf dem Alexanderplatz Pfefferspray ein. Foto: Christophe Gateau/dpa (Foto: dpa)

Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Polizei hat bei der Demonstration gegen Corona-Beschränkungen am Samstag am Alexanderplatz eine teils unschöne Stimmung unter den Demonstranten erlebt. "Leider haben wir mit Erschrecken eine teils große Aggressivität erlebt", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Etwa 1200 Menschen hatten sich laut Polizei bei der unangemeldeten Zusammenkunft versammelt. Die Behörde berichtete von Flaschenwürfen und Angriffen auf Einsatzkräfte. 86 Menschen wurden den Angaben nach festgenommen.

Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, schrieb auf Twitter, Flaschenwürfe auf Polizisten seien menschenverachtende Straftaten. Für sie gebe es keine Legitimation.

Viele Teilnehmer skandierten unter anderem "Freiheit", "Widerstand", "Volksverräter" und "Wir alle sind das Volk". Einige bestiegen den Brunnen der Völkerfreundschaft. Immer wieder kam es zu Rangeleien mit Polizisten, begleitet von lauten Rufen umstehender Menschen. Zahlreiche Menschen hielten auf dem dicht gefüllten Alexanderplatz ihre Smartphones in die Luft und filmten die Szenen.

Polizeihunde verstärkten die Einsatzkräfte, die nach Beobachtungen eines dpa-Fotografen auch Pfefferspray einsetzten. Ein Hubschrauber sendete Übersichtsaufnahmen aus der Luft. Der Mindestabstand von 1,50 Metern wurde auf dem Platz, auf dem auch viele Einkäufer unterwegs waren, trotz mehrmaliger Lautsprecherdurchsagen der Polizei oft nicht eingehalten. Erst am Abend beruhigte sich die Lage.

Um welches Klientel es sich bei den Demonstranten und den Festgenommenen handelte, sagte die Polizeisprecherin zunächst nicht. Dazu werde ermittelt. Wie ein dpa-Reporter beobachtete, mischten sich unter anderem Rechte und Verschwörungstheoretiker mit Gegnern der Corona-Beschränkungen.

Auch am Rosa-Luxemburg-Platz und vor dem Reichstag hatten am Samstag Kundgebungen stattgefunden, teils waren auch dort Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten. Vor dem Reichstag nahm die Polizei wegen der Nichteinhaltung der Regeln zur Corona-Eindämmung 45 Menschen fest. Die Polizei war eigenen Angaben zufolge den Tag über mehr als 1000 Beamte in der Stadt im Einsatz.

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