Corona weltweit:USA: China verhindert Aufklärung des Ursprungs der Pandemie

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Die US-Geheimdienste sind sich weiterhin nicht sicher, ob das Virus aus einem Labor stammt oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Einer Studie nach verdoppelt die Delta-Variante die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts.

Die US-Geheimdienste sind sich nach mehrmonatiger Prüfung weiter uneinig über den Ursprung des Coronavirus. Ob das Virus aus einem Labor stamme oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei, sei offen, hieß es in einem veröffentlichten Bericht. Beides seien "plausible Hypothesen". "Wir kommen zu dem Schluss, dass das Virus nicht als biologische Waffe entwickelt wurde", hieß es weiter. Konsens gebe es auch darüber, dass die chinesischen Behörden vor dem ersten Ausbruch von Covid-19 keine Kenntnis von dem Virus gehabt hätten.

Mehrere Geheimdienste vermuten, dass das Coronavirus vom Tier auf den Menschen übertragen worden sei - allerdings mit niedriger Sicherheit. Ein Mitglied des Geheimdienstapparates sprach sich mit "moderatem Vertrauen" dafür aus, dass der Ursprung des Virus mit einem Laborvorfall zusammenhängen könnte. Weitere Mitglieder der Geheimdienste hingegen konnten keine der beiden Theorien ausschließen.

Wenn keine weiteren Informationen zur Verfügung gestellt würden, sei eine genauere Schlussfolgerung nicht möglich, hieß es weiter in dem Papier. Dafür brauche man vor allem die Unterstützung Chinas. "Peking behindert jedoch weiterhin die globalen Ermittlungen, weigert sich, Informationen auszutauschen und beschuldigt andere Länder, darunter auch die Vereinigten Staaten."

US-Präsident Joe Biden hatte im Mai amerikanische Geheimdienste damit beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen. Er hatte diese damals angewiesen, binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht dazu vorzulegen. In einem ersten Bericht waren die Geheimdienste bereits zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. "Die Welt verdient Antworten, und ich werde nicht ruhen, bis wir sie bekommen", reagierte Biden auf den neuesten Bericht. Daher werde man China auch weiter dazu drängen, entsprechende Informationen bereitzustellen.

Seit langem kursieren unbelegte Mutmaßungen, das Coronavirus könne aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stammen und womöglich durch einen Laborunfall freigesetzt worden seien. Die Chinesen haben derartige Vorwürfe bislang vehement zurückgewiesen. In Wuhan war das Coronavirus erstmals aufgetreten. (28.08.2021)

Studie: Delta Variante verdoppelt Wahrscheinlichkeit auf Krankenhaus

Infektionen mit der Delta-Variante führen doppelt so häufig zu Krankenhausaufenthalten wie Infektionen mit der ursprünglichen Alpha-Variante. Diese Erkenntnis basiert auf einer englischen Studie, die mehr als 43 000 Fälle bei größtenteils ungeimpften Personen, analysierte. Die Studie, die in der Fachzeitschrift Lancet Infectious Diseases veröffentlicht wurde, ist die bisher größte, die durch Sequenzierung des Virusgenoms bestätigt werden konnte. "Unsere Analyse zeigt, dass Delta-Ausbrüche ohne Impfung eine größere Belastung für das Gesundheitswesen darstellen als eine Alpha-Epidemie", so Anne Presanis, eine der Hauptautoren der Studie und Statistikerin an der Universität Cambridge. (28.08.2021)

Deutschland spendet 40 Millionen Impfdosen mehr als geplant

Deutschland wird in diesem Jahr mehr Impfdosen als geplant an ärmere Staaten spenden. Es seien nicht wie bisher geplant 30 Millionen, sondern 70 Millionen Dosen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs.

Merkel nannte es eine "dramatische Ungerechtigkeit", dass in Europa 60 Prozent, in Afrika aber nur zwei Prozent der Menschen gegen das Corona-Virus geimpft seien. "Dies müssen wir schnell überwinden", so die Kanzlerin. (27.08.2021)

Tschechien setzt Deutschland bei Corona-Ampfel auf Rot

Tschechien stuft Deutschland angesichts steigender Infektionszahlen auf seiner Corona-Ampel als rotes Land mit hohem Ansteckungsrisiko ein. Die Änderung gelte von Montag an, teilte das Gesundheitsministerium in Prag mit. Damit erschwert sich die Einreise für ungeimpfte Touristen aus der Bundesrepublik nach Tschechien erheblich. Sie müssen nicht nur einen negativen PCR-Test vorweisen, sondern sich nach der Ankunft in Tschechien in Quarantäne begeben. Diese kann frühestens am fünften Tag mit einem zweiten negativen PCR-Testergebnis beendet werden.

Wer seit mindestens 14 Tagen vollständig geimpft ist, muss hingegen nur das obligatorische Online-Meldeformular ausfüllen. Tschechien setzt dabei auf das digitale Covid-Zertifikat der EU, das auch als Eintrittskarte für Hotels, Restaurants und Schwimmbäder dient. Neu in der roten Ampelkategorie sind neben Deutschland nun auch die Urlaubsinsel Madeira und die Balearen.

In Tschechien selbst bleiben die Corona-Fallzahlen vergleichsweise niedrig. Nach aktuellen Zahlen gab es innerhalb von sieben Tagen zwölf Neuinfektionen je 100 000 Einwohner. Mehr als 5,6 Millionen der rund 11,7 Millionen Einwohner des Landes sind vollständig geimpft. (27.08.2021)

Dänemark verlangt Corona-Tests von ungeimpften Reisenden aus Deutschland

Dänemark hat am Freitag seine Einreiseregeln für Deutsche geändert. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich dem dänischen Außenministerium zufolge nach der Einreise künftig auf Corona testen lassen. Grund ist, dass Deutschland auf der Infektionskarte der Europäischen Gesundheitsagentur nun nicht mehr als grünes, sondern als gelbes Land eingestuft wird. Die Grenzregion Schleswig-Holstein sei aber nicht von der Regelung betroffen, so das Ministerium. Das bedeutet, dass die Grenzbewohner weiterhin ohne Test über die dänische Grenze fahren können. Die Regelung gilt ab Samstag. (27.08.2021)

Jeder zweite Jugendliche in den USA hat mindestens Erstimpfung

Etwa die Hälfte der 12- bis 17-jährigen Amerikaner haben mindestens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten. Das gibt der Koordinator des Präsidialamtes für den Kampf gegen die Corona-Pandemie, Jeff Zients, bekannt. Bei dieser Altersgruppe gebe es auch die höchsten Zuwächse bei den Impfraten. Darüberhinaus erhalte die Impfkampagne dadurch Schwung, dass US-Firmen ihre Mitarbeiter zum Immunisierung aufforderten. (27.08.2021)

Oberstes US-Gericht lässt Zwangsräumungen trotz Pandemie wieder zu

Der Oberste Gerichtshof der USA hat ein Moratorium blockiert, das säumige Mieter während der Corona-Pandemie vor Zwangsräumungen schützen sollte. Für einen landesweiten Aufschub dieser Art hätte es der Zustimmung des Kongresses bedurft, teilten die Richter mit. Experten zufolge könnten nun Hunderttausenden Mietern in den USA Räumungsklagen drohen.

Das vorläufige Moratorium war Anfang August von der US-Gesundheitsbehörde CDC verfügt worden, nachdem eine bisherige Regelung ausgelaufen war. Vermieter und Immobiliengruppen gingen rechtlich dagegen vor. Der Räumungsschutz für Mieter bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze sollte bis Oktober für alle Landesteile gelten, in denen die Corona-Infektionszahlen rasch ansteigen. Die Zunahme der Infektionen wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante mache dies nötig, hatte die Gesundheitsbehörde argumentiert.

Die US-Regierung reagierte enttäuscht. Wegen der Entscheidung des Gerichts würden Familien nun mit den schmerzhaften Auswirkungen von Zwangsräumungen konfrontiert, kritisierte eine Sprecherin des Weißen Hauses. Präsident Joe Biden fordere Bundesstaaten und Kommunen erneut auf, Zwangsräumungen zu verhindern.

Die ursprüngliche CDC-Regelung war nach einem Einwand des Obersten Gerichtshofes, an dem konservative Richter in der Mehrheit sind, nicht verlängert worden und Ende Juli ausgelaufen. Bemühungen, kurzfristig noch eine gesetzliche Neuregelung zu verabschieden, scheiterten. Der linke Flügel der regierenden Demokraten im Kongress lief daraufhin Sturm und sprach von Millionen Betroffenen. Die Abgeordneten warfen der Regierung Bidens Versagen vor. (27.08.2021)

© SZ/dpa/Reuters/olkl/rroi/saul/jael
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