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Chemiewaffen:Die Spur führt zu Assad

  • Immer mehr spricht dafür, dass Syriens Machthaber Assad für den Chemiewaffenangriff in Khain Scheikhun verantwortlich ist.
  • Einzig Russland hatte als Hauptverbündeter des Regimes eine neue Theorie parat: Der Nervenkampfstoff sei aus dem Irak oder der Türkei gekommen.
  • Die Ereignisse weisen zahlreiche Parallelen zu einem Sarin-Angriff auf die Vorstadt von Damaskus im Jahr 2013 auf.

Es war am frühen Freitagmorgen, als Dutzende Explosionen den syrischen Militärflughafen al-Schairat bei Homs erschütterten. 59 Marschflugkörper vom Typ Tomahawk zerstörten Flugzeuge, verbunkerte Hangars, Rollbahnen, Munitionslager, Radar- und Luftabwehrsysteme sowie Tankeinrichtungen. Abgefeuert hatten sie die beiden amerikanischen Zerstörer USS Ross und USS Porter aus dem östlichen Mittelmeer. Sie trafen jenen Stützpunkt, von dem am Dienstagmorgen zwei Suchoi -Kampfjets der syrischen Luftwaffe aufgestiegen waren. Kurz vor sieben Uhr sollen sie über Khan Scheikhun gekreist sein.

Wenig später gab es die ersten Berichte über einen Angriff mit Chemiewaffen. Laut der türkischen Regierung hat die Autopsie von Opfern den Beleg erbracht, dass dort der Nervenkampfstoff Sarin eingesetzt wurde. Das Pentagon veröffentliche Radaraufnahmen vom Flugweg der beiden Jets. US-Geheimdienste sind mit "hoher Sicherheit" zu dem Schluss gelangt, dass diese beiden Jets die Chemiewaffen abgeworfen haben über dem Ort in der nordsyrischen Provinz Idlib; er wird von islamistischen Rebellen kontrolliert.

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US-Präsident Donald Trump entschied sich, nicht abzuwarten

US-Präsident Donald Trump entschied sich, nicht abzuwarten, ob der UN-Sicherheitsrat sich auf eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls einigen kann; Russland hatte sein Veto angedroht und deutlich gemacht, dass es eine Verurteilung seines Verbündeten Baschar al-Assad nicht zulassen werde. Das Verteidigungsministerium in Moskau wirft den Rebellen vor, selbst Chemiewaffen hergestellt zu haben. Diese seien freigesetzt worden, als die syrische Luftwaffe die Gebäude am Ortsrand von Khan Scheikhun bombardiert habe. Außerdem, so Kremlsprecher Dmitrij Peskow, habe Syrien unter internationaler Aufsicht seine Chemiewaffen vernichtet und könne damit nicht für den Angriff verantwortlich sein.

Tatsächlich hatte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) im Januar 2016 gemeldet, dass die Vernichtung des deklarierten syrischen Arsenals von mehr als 1300 Tonnen abgeschlossen sei. Allerdings bezweifeln sowohl die OPWC selbst als auch westliche Geheimdienste, dass Präsident al-Assad seiner Pflicht nachgekommen ist, restlos alle Anlagen, Substanzen und Munitionsvorräte den Inspektoren zu melden. Diese haben in mehr als 120 Fällen Spuren von Chemiewaffen in Laboren nachgewiesen, die Syrien nicht als Teil des Programms gemeldet hatte, darunter Vorstoffe für die Nervenkampfstoffe Soman und VX.

Bis heute fehlt jede Spur von 2000 Bombenhüllen für C-Kampfstoffe

In einem ausführlichen Bericht schreibt OPCW-Chef Ahmet Üzümcü von einem beunruhigenden Muster unvollständiger und unzutreffender Angaben Syriens zu seinem Chemiewaffenprogramm. Amerikanische und europäische Geheimdienste hatten von Anfang an vermutet, dass Assad versucht, Kernelemente seines einst hochgeheimen Chemiewaffenprogramms zu verstecken und eine begrenzte Kapazität zur Herstellung solcher Waffen zu behalten. Im Fokus steht dabei das "Zentrum für wissenschaftliche Studien und Forschung" (SSRC), eine geheime Einrichtung des Verteidigungsministeriums mit Laboren im ganzen Land. Auch fehlt bis heute jede Spur von 2000 speziellen Bombenkörpern, die für den Einsatz von Chemiewaffen konstruiert worden waren.

Das Misstrauen der OPCW nahm weiter zu, weil die syrische Regierung widersprüchliche Erklärungen lieferte und nach eigenen Angaben die Dokumentationen zu ihrem Programm vernichtet hat. In seinem Bericht an den UN-Sicherheitsrat im Dezember 2016 schrieb Üzümcü, Syriens Deklaration über sein Chemiewaffenprogramm sei "unvollständig" und spiegele "nicht den vollen Umfang und die Natur meldepflichtiger Aktivitäten" wieder.

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