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USA:Charlottesville-Attentäter zu lebenslanger Haft verurteilt

Eskalation nach Rassisten-Demo in den USA

Eine Gedenkstätte mit Blumen und dem Foto des Todesopfers Heather Heyer ist kurz nach dem Anschlag in Charlottesville im Bundesstaat Virginia zu sehen.

(Foto: dpa)
  • Fast zwei Jahre nach einem rassistisch motivierten Anschlag auf eine Demonstration in der US-Stadt Charlottesville ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
  • James Fields entging der Todesstrafe, weil er sich schuldig bekannt hatte, mit einem Auto in eine Gruppe von Demonstranten gerast zu sein.

Der US-Neonazi James Fields muss wegen seines Auto-Anschlags 2017 in Charlottesville den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Das entschied am Freitag ein Gericht in Charlottesville.

Der Mann war im August 2017 am Rande eines Aufmarschs von Rechtsextremisten mit seinem Wagen in eine Gruppe von Gegendemonstranten gefahren. Dabei wurde die 32-jährige Heather Heyer getötet, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

Das Strafmaß kommt nicht überraschend. Der 22-jährige Fields hatte vor dem Urteil einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelt: Dafür, dass er sich schuldig bekannte, ließ die Staatsanwaltschaft einen Anklagepunkt fallen, der zur Todesstrafe hätte führen können. In dem Verfahren wurde festgestellt, dass es sich um bei dem Mord und den versuchten Körperverletzungen um "Hate Crimes", Hassverbrechen, handelte. Der Mordprozess um die getötete Demonstrantin war zuvor ausgekoppelt worden. Auch dort hat eine Jury Fields schuldig gesprochen, das Strafmaß wird voraussichtlich im Juli verkündet. In dem Fall hat die Staatsanwaltschaft lebenslang plus 419 Jahre Haft beantragt.

Der Aufmarsch von Neonazis und anderen Rassisten in der Stadt in Virginia hatte auch international für Schlagzeilen gesorgt - vor allem deshalb, weil US-Präsident Donald Trump kurz danach das Verhalten von Rechtsextremisten und Gegendemonstranten gleichsetzte.

Fields war damals aus seiner Heimatstadt Maumee im Bundesstaat Ohio nach Charlottesville gefahren, um an dem Protestmarsch unter dem Motto "Unite the Right Rally" (Kundgebung zur Vereinigung der Rechten) teilzunehmen. Der Aufmarsch richtete sich gegen den Abbau einer Statue des Bürgerkriegs-Generals Robert Lee in Charlottesville.

Videoaufnahmen, die im Prozess gezeigt wurden, zeigten Fields beim Rufen rassistischer, antisemitischer und schwulenfeindlicher Sprechchöre. Auf anderen Videos war zu sehen, wie Fields sein Auto anhielt, zurücksetzte und dann in die Gruppe von Gegendemonstranten raste.

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