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CDU:Sein Problem hat einen Namen

CDU-Chef Armin Laschet bei einer PK In Berlin

Gute Laune macht die Causa Maaßen dem CDU-Parteivorsitzenden Armin Laschet nicht gerade.

(Foto: Andreas Gora/Getty Images)

CDU-Parteichef Armin Laschet erklärt nach der Nominierung von Hans-Georg Maaßen, was er von dem umstrittenen Kandidaten in Südthüringen erwartet.

Von Boris Herrmann, Berlin

Armin Laschet strahlt so zufrieden, als ob er die Bundestagswahl schon gewonnen hätte. Allerdings nur auf einem Plakat, das sie in der CDU-Zentrale von ihrem Kanzlerkandidaten aufgehängt haben. Etwas weiter rechts steht der echte Laschet, und der Kontrast zu seinem Ebenbild könnte nicht größer sein. Seine Gesichtszüge wirken verspannt, seine Mundwinkel zeigen so steil nach unten wie seine Umfragewerte.

Der CDU-Chef hat auch am Montag nach der Präsidiumssitzung mal wieder wenig zu lachen: Ein gewisser Söder prescht schon wieder bei den Klimazielen voran, in Nordrhein-Westfalens CDU wird bereits laut darüber spekuliert, was eigentlich passiert, wenn der Ministerpräsident doch nicht Kanzler wird und nach Berlin umzieht. Und ansonsten fragen sich viele: Wann sagt Laschet endlich was zum Fall Maaßen? Klar ist: Bei diesem Auftritt, der eigentlich dem Klimaschutz gelten soll, wird er kaum darum herumkommen.

Erst auf Nachfrage erklärt sich Laschet

Die Sache mit Hans-Georg Maaßen ist für Laschet mindestens so kompliziert wie der volle Name des Wahlkreises, in dem der ehemalige Verfassungsschutzpräsident am Freitag zum CDU-Direktkandidaten für die Bundestagswahl nominiert worden war: Suhl-Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen-Sonneberg. Die Personalie dort hat bundesweite Symbol- und Sprengkraft, denn sie wirft die Frage auf, wie fest die Brandmauer zur AfD am rechten Rand der Volkspartei CDU wirklich steht. Teile der Parteispitze hatten sich über Maaßens Nominierung höchst empört gezeigt, er sei eine "Randfigur im rechten Spektrum", hieß es aus dem Parteivorstand. Bloß vom Parteichef selbst war ein sehr langes Wochenende lang nichts zu hören.

Auch am Montag äußerte Laschet sich nicht freiwillig, sondern bloß auf zweimalige Frage. In seiner ersten Antwort gelang ihm das Kunststück, die Causa Maaßen zu thematisieren, ohne den Namen Maaßen zu erwähnen. Laschet nannte ihn den "Kandidat im Wahlkreis Suhl-Schmalkalden."

Maaßen werde sich an die Regeln halten

Und auch sonst ging es ihm offensichtlich darum, sich weder ein Machtwort noch eine Verharmlosung aus der Nase ziehen zu lassen und die Sache so beiläufig wie möglich abzuhandeln. Der Bundesvorstand beschäftige sich nicht mit den Aufstellungen in 299 Wahlkreisen, das sei Aufgabe der örtlichen Ebenen, sagte Laschet. Aber: "Mit der AfD wird nicht koaliert, nicht kooperiert, nicht einmal verhandelt, sie sind unser erklärter politischer Gegner." Das sei die klare Position der CDU. "Ich erwarte nur, dass sich jeder an diese Regeln, die ich vorgebe, hält. Auch ..." - hier hätte er Hans-Georg Maaßen sagen können, aber Laschet sagte: "... der Kandidat im Wahlkreis Suhl-Schmalkalden." Was natürlich auch eine Aussage ist.

Auf eine Nachfrage zu diesem Thema konnte sich Laschet etwas später dann doch noch überwinden, das Problem beim Namen zu nennen. In einer Volkspartei dürfe es "unterschiedliche Typen" als Direktkandidaten geben. Für die CDU Deutschlands sei die Richtung entscheidend, und "die gibt der Parteivorsitzende vor". Er, Laschet, habe "keinen Zweifel, da zu zweifeln", dass sich auch "Herr Maaßen" daran halte. Na bitte, geht doch.

© SZ/rop
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