bedeckt München
vgwortpixel

Obamas Geheimerlass:Kämpfe um Aleppo eskalieren

Im syrischen Bürgerkrieg eskalieren mehr und mehr die Kämpfe um die Wirtschaftsmetropole Aleppo. Die syrischen Streitkräfte setzten im Kampf um Aleppo verstärkt Militärjets ein. "Gestern haben unsere Beobachter zum ersten Mal Schüsse aus einem Kampfflugzeug beobachtet", sagte die Sprecherin der UN-Mission in Syrien, Sausan Ghosheh. Sie beschrieb den "massiven Einsatz von schweren Waffen, darunter Panzer, Hubschrauber, Maschinengewehre, ebenso wie Artillerie" und machte ihre Besorgnis über die Lage in der nordsyrischen Stadt deutlich.

Kampf um Aleppo

Ein Mann versucht, seinen Besitz aus einem zerstörten Gebäude zu retten. In Aleppo setzen die Kämpfenden verstärkt schwere Waffen ein.

(Foto: REUTERS)

Um die Lufthoheit der Regierungstruppen zu schwächen, haben Rebellen einen Militärflughafen des Regimes in der Nähe von Aleppo angegriffen. Dabei setzten sie am Donnerstag auch einen Panzer ein, den sie zuvor von den Regimetruppen erbeutet hatten, teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit. Am Militärflughafen Minag, 30 Kilometer nordwestlich von Aleppo, sind nach diesen Angaben jene Hubschrauber stationiert, mit denen die Regimetruppen die Stellungen der Aufständischen in Aleppo beschießen.

Auch UN-Beobachter berichteten, dass die Aufständischen weiter aufrüsteten und inzwischen schwere Waffen und Panzer hätten. Die Herkunft war zunächst unklar. Die Freie Syrische Armee (FSA) wird von den Golfstaaten Katar und Saudi-Arabien unterstützt.

Abstimmung in UN-Vollversammlung erst am Freitag

Eine Abstimmung der UN-Vollversammlung über einen symbolischen Resolutionsentwurf, in dem Präsident Baschar al-Assad zum Rücktritt aufgefordert wird, wurde auf Freitag verschoben. Der von arabischen Ländern initiierte Resolutionsentwurf sieht eine Machtübergabe an eine Übergangsregierung vor. In dem Papier werden die syrischen Streitkräfte zudem zu einer Einstellung von Bombardements und Hubschrauberangriffen und zum Rückzug in ihre Kasernen aufgefordert.

Zugleich wird das "Versagen des UN-Sicherheitsrats" bedauert - indirekt werden damit China und Russland kritisiert, die in drei Fällen mit ihrem Veto gegen Resolutionen Sanktionen gegen Damaskus verhinderten. Der von Saudi-Arabien ausgearbeitete Resolutionsentwurf gilt als Versuch, die Blockade im UN-Sicherheitsrat zu umgehen. Gleichzeitig sei die Sitzung der UN-Vollversammlung zum Syrien-Konflikt auch ein Ausdruck der Frustration über die Ereignisse in dem Land und die Unfähigkeit der internationalen Gemeinschaft, ein Ende der Gewalt herbeizuführen, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, Martin Nesirky.

Die aus 193 Mitgliedsstaaten bestehende UN-Vollversammlung kann eine Resolution rechtlich gesehen nicht durchsetzen. Die Verabschiedung einer Syrien-Resolution hätte lediglich symbolischen Charakter. Die Abstimmung war ursprünglich für den heutigen Donnerstag vorgesehen.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/sebi/beitz/lala
Zur SZ-Startseite