Großbritannien:"Ooorder!"

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Großbritannien: House-of-Commons-Speaker John Bercow: Der Tory ist seit 2009 im Amt und hat sich im Tauziehen um den Brexit als robuster Wahrer der Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung erwiesen.

House-of-Commons-Speaker John Bercow: Der Tory ist seit 2009 im Amt und hat sich im Tauziehen um den Brexit als robuster Wahrer der Rechte des Parlaments gegenüber der Regierung erwiesen.

(Foto: AP)

John Bercow, Speaker im britischen Parlament, rückte mit seinen lauten Ordnungsrufen ins Zentrum der Berichterstattung zum Brexit. Über das Unterhaus und seinen Zeremonienmeister.

Von Alexander Menden

Am 10. Dezember, die britische Premierministerin Theresa May hatte gerade überraschend die parlamentarische Abstimmung über ihr EU-Austrittsabkommen vertagt, tat der Labour-Abgeordnete Lloyd Russell-Moyle etwas Ungeheuerliches: Er sprang von der Oppositionsbank des Unterhauses auf, marschierte auf den "Table of the House" zu, ergriff das dort ruhende Zepter und strebte damit unter den entsetzten und wütenden Rufen vornehmlich konservativer Parlamentarier dem Ausgang zu. Weit kam er nicht. Associate Serjeant at Arms Jo-Anne Crowder entwand Russell-Moyle die gut anderthalb Meter lange Antiquität und trug sie an ihren Platz vor dem thronartigen Sitz des Sprechers des Hauses, John Bercow, zurück. Ihren Zeremoniendegen musste die Sicherheitsoffizierin nicht ziehen. Bercow verwies den Abgeordneten zur Strafe für den Rest der Sitzung des Saales. "In den Tower haben sie mich zum Glück nicht geworfen", scherzte Russell-Moyle später.

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